Artberechtigung umstritten!
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Falter
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Weitere Informationen

2.1. Etymologie (Namenserklärung)

Das Taxon besiedelt die Iberische Halbinsel.

2.2. Andere Kombinationen

2.3. Taxonomie

Eitschberger et al. (1990: 262-263) beschreiben "Laothoe populi iberica subspec. nov." nur knapp und verweisen auf ihre in Arbeit befindlichen Schwärmer-Bände. Sie begründen ihre Beschreibung ausdrücklich nicht auf phänotypische Unterschiede gegenüber der sehr variablen Nominatunterart, sondern ausdrücklich nur auf Genitalunterschiede beider Geschlechter. Beim Männchen heißt es: "[...] Laothoe populi iberica subspec. nov. hat im Gegensatz dazu weniger kürzere aber dennoch kräftige Cornuti, am distalen Ende fehlen solche völlig. [...]" Die Autoren kommen zum Schluss: "Obwohl wir überzeugt sind, dass dieses neue Taxon wohl schon Artrang erreicht hat, wollen wir weiteren biologischen Untersuchungen nicht vorgreifen und aus Gründen der Vorsicht diese erst als Unterart bewerten." Wie angekündigt werten Danner et al. (1998: 109) das Taxon dann zur Art auf. - Und seither geht es sehr munter hin und her. Kitching (2020) dokumentiert diese Karussellfahrt auf seiner Seite [http://sphingidae.myspecies.info/taxonomy/term/4065].

Zolotuhin (2018) fragt im Titel seiner Arbeit: "The genus Laothoe Fabricius, 1807 (Lepidoptera: Sphingidae): how many species?" Und im Text gibt er dann selbst die Antwort: 12! Schaut man im Sphingidae Taxonomic Inventory von Kitching auf der Gattungsseite [http://sphingidae.myspecies.info/taxonomy/term/18] zu Laothoe bekommt man auch eine Antwort: 7! Die Gründe für den Unterschied sind einfach zu benennen: Da liegen unterschiedliche taxonomische Konzepte dahinter. Der eine akzeptiert L. iberica auf Artebene und begründet das mit den schon genannten Genitalunterschieden, zusätzlich aber auch mit einem Barcoding-Abstand von 2,7 %. Der andere meint, dass die Genitalunterschiede der Männchen sich doch nur auf einen relativ unbedeutenden Bereich beziehen und ein Barcoding-Unterschied kleiner 4 % gerade innerhalb der Smerinthini noch lange kein zwingender Grund für eine Artbeschreibung ist. Zolotuhin (2018) führt also das Taxon iberica als Art, Kitching (2020) als Unterart von L. populi.

Zolotuhin (2018) gliedert seine Laothoe populi-Gruppe in die Arten Laothoe populi (Linnaeus, 1758), Laothoe iberica Eitschberger, Danner & Surholt, 1989 [sic!], Laothoe austauti (Staudinger, 1877), Laothoe populetorum (Staudinger, 1887), Laothoe populeti (Bienert, [1870]), Laothoe caucao Zolotuhin, 2018 und Laothoe habeli Saldaitis, Ivinskis & Borth (2010). Kitching (2020) hingegen sieht in L. iberica und L. populetorum weiterhin Unterarten von L. populi und in L. caucao eine Unterart von L. populeti. Zolotuhin (2018) gliedert seine Laothoe amurensis-Gruppe in die 3 Arten Laothoe amurensis (Staudinger, 1892), Laothoe sinica (Rothschild & Jordan, 1903) und Laothoe selene Zolotuhin, 2018; Kitching (2020) sieht hier 3 Unterarten von L. amurensis. Nur bei der Laothoe philerema-Gruppe werden von beiden sowohl Laothoe philerema (Djakonov 1923) als auch Laothoe witti Eitschberger, Danner & Surholt, 1998 als eigenständige Arten geführt.

In Bezug Laothoe iberica auf machte Zolotuhin (2018) darauf aufmerksam, dass die Typenserie von Eitschberger et al. (1990) aus Vertretern zweier verschiedener Arten besteht, nämlich L. iberica und L. populi. Kitching (2020) bestätigt diese Vermischung: Der Holotypus und einer der Paratypen vom locus typicus in Andalusien gehören beim Barcoding zu einem eigenen BIN, zwei untersuchte Paratypen von Teruel und Segovia in Zentralspanien passen genetisch hingegen bestens zu mitteleuropäischen L. populi.

2.4. Faunistik

Locus typicus ist Spanien, Granada, Alfacar, 1200-1500 m. Es ist zu vermuten, dass von der Paratypenserie nur die Tiere aus Andalusien zu dieser Art oder Unterart gehören, alle Tiere aus Zentralspanien hingegen zu Laothoe populi s.str. Die Art oder Unterart wäre damit ganz auf den Süden der Iberischen Halbinsel beschränkt. Kitching (2020) bezweifelt die von Zolotuhin (2018) vermuteten sympatrischen Vorkommen beider Taxa in Zentralspanien.

2.5. Datum der Erstpublikation

Der Artikel ist mit "Dezember 1989" überschrieben. Auf dem Umschlag des Bandes steht aber "Dezember 1989. Postversand 21. Februar 1990". Letzteres ist daher als Publikationstermin anzusehen.

(Autor: Erwin Rennwald)

2.6. Literatur