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Falter
Kopula
Ausgewachsene Raupe
Puppe
Männchen
Ssp. Pieris ergane ergane ♂
Ssp. Pieris ergane ergane ♀
Ssp. Pieris ergane detersa ♂
Ssp. Pieris ergane detersa ♀
Erstbeschreibung
Habitat
LebendfotosDiagnoseSsp. Pieris ergane ergane (Geyer, 1828)Ssp. Pieris ergane detersa Verity, 1911Ähnliche ArtenBiologieLebensweiseNahrung der RaupeWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)Andere KombinationenUnterartenVerbreitungLiteraturInformationen auf anderen Websites (externe Links)

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Kopula

1.3. Ausgewachsene Raupe

1.4. Puppe

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Ssp. Pieris ergane ergane (Geyer, 1828)

2.2.1. Männchen

2.2.2. Weibchen

2.3. Ssp. Pieris ergane detersa Verity, 1911

2.3.1. Männchen

2.3.2. Weibchen

2.4. Ähnliche Arten

Pieris ergane ist mit P. napi nächst verwandt, ähnelt aber vielmehr P. rapae und P. mannii. Die oberseitige dunkle Zeichnung ist meist schwächer ausgebildet, als bei den verwandten Arten. Ferner ist der schwarze Vorderflügelapex in Richtung Außenrand und Diskalfleck hin unscharf begrenzt und der erste Diskalfleck liegt näher beim Außenrand als dies bei P. mannii und P. rapae der Fall ist.

Auf der Flügelunterseite fehlen bei P. ergane in aller Regel die schwarzen Zeichnungselemente im Bereich des Apex, der Diskalflecke, des Innenrandwischs und des Vorderrandflecks. Diese schimmern nur schwach von der Oberseite her durch. Lediglich die diffuse graue Bestäubung auf der Hinterflügel-Unterseite ist vorhanden.

Im Durchschnitt ist P. ergane deutlich kleiner, als synchron und syntop fliegende P. rapae, P. mannii und P. napi. Insgesamt ist P. ergane mit etwas Erfahrung von diesen meist gut zu unterscheiden.

2.5. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

Wie P. mannii lebt auch P. ergane auf trockenen, felsigen oder steinigen, südexponierten Hängen. Auch diese Art kann zuweilen auch in größeren Felspartien inmitten dichter Wälder gefunden werden. In nördlichen Bereichen des Verbreitungsgebietes fliegt sie von Meereshöhe bis max. 1700 m, in Griechenland bis etwa 2000 m und in Ostanatolien bis auf 3000 m.

3.2. Lebensweise

An wärmeren Vorkommensorten bildet P. ergane drei bis vier Generationen aus. Diese fliegen im von April bis Anfang Oktober. Im Gebirge und an nördlicher gelegenen Fundorten fliegen meist nur zwei Generationen, im Mai/Juni und Juli/August.

Die Raupe lebt an den Blättern der Felsen-Steinkresse (Aethionema saxatile), an die sie farblich hervorragend angepaßt ist. Gebietsweise auch an anderen Steinkresse-Arten und der Färber-Waid (Isatis tinctoria).

Die Puppe, die von der jeweils letzten Generation abstammt, überwintert.

(Autor: Jürgen Hensle)

3.3. Nahrung der Raupe

  • [Brassicaceae:] Aethionema saxatile (Alpen-Steintäschel)
  • [Brassicaceae:] Aethionema thomasianum
  • [Brassicaceae:] Aethionema orbiculatum ?
  • [Brassicaceae:] Isatis tinctoria (Färberwaid)

Die Art scheint bei der Eiablage im gesamten europäischen Verbreitungsgebiet weitestgehend an Aethionema saxatile gebunden zu sein. Erst bei Hesselbarth et al. (1995: 410) gibt es die vorsichtige Vermutung, dass in der Türkei lokal auch eine andere Art der Gattung Aethionema genutzt werden könnte: "Von Aethionema saxatile ist aus der Türkei nur ein isoliertes Vorkommen an der ägäischen Küste bekannt [...] Daneben gibt es aber 29 weitere Aethionema-Arten in der Türkei mit meist ebenfalls nur lokaler Verbreitung. So fanden wir (WAG) im Flughabitat von ergane am Tanintanin Geçidi (Şırnak) vereinzelte Exemplare von Aethionema grandiflorum, die hier vermutlich als Nahrungspflanze der Raupe dient."

In Europa ist aus der Gattung Aethionema saxatile die bei weitem verbreitetste Art der Gattung. Im westlichen Europa ist nur noch eine weitere, sehr lokal in Nordspanien, Frankreich, Italien und der Schweiz vorkommende Aethionema-Art bekannt: Aetionema thomasianum. Und tatsächlich gelang es Montiel Pantoja et al. (2020), diese Pflanze in Höhenlagen von 1820 - 2000 m am Pico Espigüete in den Cordillera Cantábrica als Eiablagepflanze auszumachen - in allen anderen 8 Populationen wird ausschließlich Aethionema saxatile belegt: "Se ha podido determinar la planta nutricia utilizada en 9 poblaciones (ver Anexo II), a través de huevos, orugas y/u observación de puestas directas de la hembra. En todas las poblaciones estudiadas, salvo una, la planta nutricia utilizada es A. saxatile. En la población del Pico Espigüete se ha comprobado que la mariposa utiliza A. thomasianum, siendo esta la segunda cita confirmada como nutricia para la mariposa en su rango de distribución, respaldando las notas de Descimon (1964, 1966) y confirmando las hipótesis de Réal et al. (1967) y Nel (1992). Se trata, además, de la primera cita de esta nutricia para P. ergane en la Península Ibérica. No se han encontrado otras nutricias, ni poblaciones de P. ergane en hábitats de Isatis tinctoria que haga sospechar que pueda ser su nutricia en la zona de estudio." Die Autoren betonen hier, dass Isatis tinctoria - eine in der Literatur durchgehend genannte Futterpflanze - in ihrem Gebiet nie belegt wurde. Auch wenn sich die Raupen mit anderen Pflanzen füttern lassen, bestimmt eben das Weibchen bei der Eiablage, was sie tatsächlich bekommen. Isatis tinctoria spielt als Freiland-Raupennahrung jedenfalls allenfalls eine ganz untergeordnete Rolle - und dann nur in Habitaten, in denen Aethionema nicht fehlt. Und genau von so einer Stelle stammt dann die einzige gesicherte Angabe über eine Freiland-Eiablagebeobachtung von P. ergane an Isatis tinctoria, über die Tolman & Bernhard (1994: 177-178) aus dem Taygetos-Gebirge aus ca. 750 m Höhe berichten: "It is convenient to report here the use of Isatis tinctoria, within the damone biotope, by ovipositing Pieris ergane (Geyer, [1828], and Euchloe simplonia (Freyer, [1829]). Several ova of E. simplonia were seen to be laid amongst the flower buds of individual plants of I. tinctoria, the normal oviposition site for damone. In the case of P. ergane, the underside of the basal leaves was selected for oviposition. Two ergane ova were reared to maturity using both I. tinctoria and, depending on its availability, Aethionema saxatile Linnaeus, the more usual host-plant of the species. All other observed oviposition by ergane occured on A. saxatile, individual plants of which were shared for this purpose with Anthocharis gruneri Herrich-Schäffer."

Werden in Europa weitere Raupennahrungspflanzen genutzt ? Heiner Ziegler nennt auf seiner [Artseite auf euroleps.ch] auch Aethionema orbiculatum. Eine konkrete Beobachtung dazu konnte ich nicht finden. Die Pflanze ist ein Endemit der griechischen Halbinsel Athos - und genau dort (und sonst nirgends auf Chalkidiki) fliegt auch P. ergane. Wahrscheinlich handelt es sich hier also um eine sehr gut begründete Vermutung. Und in Griechenland könnten eventuell noch weitere lokale Endemiten genutzt werden: Aethionema carlsbergii auf dem Taygetos-Gebirge (allerdings nur im Gipfelbereich, den P. ergane wohl nicht erreicht (?)), oder Aethionema retsina auf der Ägäis-Insel Skiros. Und auch Aethionema polygaloides und Aethionema cordatum kommen in Griechenland als weitere mögliche Eiablagepflanzen in Betracht, dazu Aethionema arabicum im Südosten Bulgariens. Doch die entsprechenden konkreten Belege scheinen noch auszustehen.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„έργάνη, die Kunstreiche. Beiname der Göttin Athene.“

Spuler 1 (1908: 6R)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Unterarten

4.4. Verbreitung

P. ergane ist vom Kantabrischen Gebirge in Nordspanien über die Pyrenäen bis Südostfrankreich inselhaft verbreitet. Ferner tritt sie im zentralen Apennin und vom Gardasee und Ungarn nördlich des Balaton über die Balkanhalbinsel und die Türkei bis in den Libanon und über den Nordirak bis in den Nordiran auf. In Europa, speziell im westlichen Teil, tritt sie meist nur örtlich eng begrenzt auf und ist an den meisten Vorkommensorten auch nicht sehr häufig.

Huemer (2013) schreibt zu den Angaben aus Österreich (Niederösterreich): "Die bereits bei Huemer & Tarmann (1993) nur als fraglicher Faunenbestandteil aufgenommene Art wird in Übereinstimmung mit Höttinger & Pennerstorfer (2005) sowie Stettmer et al. (2006) mangels konkreter Belege aus der Landesfauna gestrichen."

Eine Altmeldung aus Fulda in Hessen ist sicher falsch.

4.5. Literatur

4.6. Informationen auf anderen Websites (externe Links)