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Falter
Raupe
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

1.3. Fraßspuren und Befallsbild

1.4. Puppe

2. Diagnose

2.1. Weibchen

2.2. Geschlecht nicht bestimmt

2.3. Ähnliche Arten

Gesamteindruck: A. florella ist im Vergleich zu P. compositella breitflügeliger und kontrastreicher gezeichnet.

Palpen: A. florella hat längere Palpen als P. compositella.

Flügel: A. florella hat deutliche weißliche Aufhellung im Wurzel- und Mittelfeld. Die äußere Querlinie ist deutlich gebogen und erreicht nur mit einer Unterbrechung oder gar nicht den Innenrand. Bei P. compositella dominieren i.d.R. die Grautöne. Es sind nur wenige bis keine weißen Schuppen vorhanden. Die äußere Querlinie ist hier wellenförmig und trifft in einem stumpfen Winkel auf den Innenrand. Beide Arten sind im Aussehen variabel und es gibt helle sowie dunkle Exemplare.

Genitaluntersuchung: Ist der sicherste Nachweis, wenn keine Vergleichsexemplare der beiden Arten vorhanden sind. Da die beiden Arten systematisch weit entfernt sind, ist eine GU-Bestimmung bei beiden Geschlechtern sehr einfach [Monika Weithmann im Forum].

2.4. Genitalien

2.4.1. Männchen
2.4.2. Weibchen

2.5. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Cistaceae:] Helianthemum nummularium agg. (Gewöhnliches Sonnenröschen s.l.)
  • [Cistaceae:] Fumana procumbens ? (Nadelröschen ?)
  • [Asteraceae:] Artemisia campestris ??? (Feld-Beifuß ???)

Treitschke (1835) wusste noch nichts über die Raupe dieser Art. Bei Kaltenbach (1874: 43) ist dann zu lesen: „Zophodia compositella, Tr. führt (nach A. Schmid) mit der vorigen ganz dieselbe Lebensweise.“ Die "vorige Art" ist Hypochalcia ahenella und zu der heißt es: „fliegt im Juni, Juli. Die Raupe wohnt bis Juni in einem röhrigen Gange unter den Wurzelblättern von Helianthemum vulgare und Artemisia campestris (A. Schmid).“

Anton Schmid ist in der Regel eine sehr zuverlässige Quelle – könnte ihm hier dennoch selbst einmal ein Fehler unterlaufen sein? Von ihm vor 1874 publizierte Daten zur Art sind mir nicht bekannt. In der „Regensburg-Fauna“ von Schmid (1886: 35) ist dann zur Art zu lesen: „von Mai bis August auf trocknen, warmen Stellen einzeln, doch verbreitet. Die Raupe gleichzeitig in röhrenartigen Gängen unter den Wurzelblättern von Artemisia campestris, Helianthemum vulgare.“ Schmid scheint sich also sicher gewesen zu sein. Im „Regensburger Raupenkalender“ (Schmid 1892) schreibt er dann auf S. 130: „Helianthemum vulgare (Sonnenröschen). … Breph. Compositella Tr. : in röhrenartigen Gängen unter den Wurzelblättern.“ und weiter auf S. 149: “Artemisia campestris (Feldbeifuss). ... Breph. Compositella Tr.: in röhrenartigen Gängen unter den Wurzelblättern“.

Ich werde hier den Verdacht nicht los, dass Schmid seine Artemisia-Raupe(n) nicht durchgebracht hat, er diese aber irrtümlich für artgleich mit den erfolgreich von Helianthemum gezüchteten hielt - was es war, lässt sich wohl leider nicht mehr klären.

Goury & Guignon (1909: 129) stellen fest, dass es zwar Angaben zur Lebensweise der Raupe gibt, aber noch keine Beschreibung der Raupe selbst: „Brephia compositella … Cette chenille, que nous croyons n'avoir pas encore décrite, vit dans une toile sous la plante nourricière.” Interessanterweise werden die Gattung(en) oder Art(en) der hier betroffenen Zistrosengewächse (Cistaceae) hier nicht benannt.

Die Raupe wurde noch öfters an Sonnenröschen gefunden, z.B. von Schmid (2019: 734-735) in den Alpen, und siehe auch die oben gezeigten Raupenbilder von H. Melzer aus dem Kyffhäuser) – weitere Primärangaben zum Feld-Beifuß scheint es hingegen nicht zu geben. Offensichtlich war sich schon Petry (1916) ziemlich sicher, dass die Raupe von K. compositella monophag (d.h. ausschließlich!) an Sonnenröschen lebt, denn sonst hätte er nicht formuliert: „Höchst auffällig überhaupt ist die Rolle, die hier im Insektenleben das reizende Sonnenröschen, Helianthemum Chamaecistus, spielt. Leben doch nicht weniger als folgende zwölf monophage Arten auf dieser Pflanze: Ino geryon, Sesia affinis, Brephia compositella …“.

Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich jedenfalls alle Angaben zu Artemisia für sehr fraglich - egal wie oft sie in der Sekundärliteratur noch abgeschrieben werden.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„compositus zusammengesetzt.“

Spuler 2 (1910: 212R)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Taxonomie

Slamka (2019: 151) kombiniert die Art neu mit Pempelia als Gattungsname.

4.5. Literatur

  • Goury, G. & J. Guignon (1909): Insectes parasites des Cistacées.(Suite). — La feuille des jeunes naturalistes, Ive Série, 39 (463): 128-139. [zum Digitalisat auf archive.org]
  • Kaltenbach, J. H. (1874): Die Pflanzenfeinde aus der Klasse der Insekten. Ein nach Pflanzenfamilien geordnetes Handbuch sämmtlicher auf den einheimischen Pflanzen bisher beobachteten Insekten zum Gebrauch für Entomologen, Insektensammler, Botaniker, Land- und Forstwirthe und Gartenfreunde. — 848 S.; Stuttgart (Julius Hoffmann).
  • Petry, A. (1916): Ueber die Lepidopteren-Fauna des Kyffhäuser-Gebirges. (Schluß.). — Entomologische Mitteilungen, 5 (5-8): 121-133. [PDF auf zobodat.at]
  • Schmid, A. (1886): Die Lepidopteren-Fauna der Regensburger Umgegend mit Kelheim und Wörth. (Fortsetzung). II. Microlepidoptera. — Correspondenz-Blatt des naturwissenschaftlichen Vereines in Regensburg, 40 (1-4): 19-58.
  • Schmid, A. (1892): Der Regensburger Raupen-Kalender (März-November) mit einigen neuen Zugängen zur Lepidopteren-Fauna im Correspondenzblatt des naturwissenschaftlichen Vereines (Jahrg. 1885 und 1886). — Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Regensburg 3: 37-311. [PDF auf zobodat.at]
  • Schmid, J. (2019): Kleinschmetterlinge der Alpen : Verbreitung : Lebensraum : Biologie. - 800 S.; Bern (Haupt-Verlag).
  • [SCHÜTZE (1931): 190]
  • Slamka, F. (2019): Pyraloidea (Lepidoptera) of Europe. Volume 4. Phycitinae - Part 1. Identification - Distribution - Habitat - Biology. - 432 S., 175 Taf. mit Genitalabb., 31 Farbtaf. mit mehr als 900 Bildern zu 207 Arten; Bratislava (Eigenverlag František Slamka).
  • Erstbeschreibung: Treitschke, F. (1835): Die Schmetterlinge von Europa 10 (3): 1-303. Leipzig (Ernst Fleischer).
  • Weithmann, M. & W. Wittland (2020): Verwechslung von Khorassania compositella (Treitschke, 1835) mit Asalebria florella (Mann, 1862) - Melanargia 32 (3): 155-163