Vorkommen
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Falter
Aberration
Gynander
Balz
Kopula
Eiablage
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Puppe
Ei
Männchen
Gynander
Erstbeschreibung
Habitat
Lebensweise
Prädatoren
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Aberration

1.3. Gynander

1.4. Balz

1.5. Kopula

1.6. Eiablage

1.7. Ausgewachsene Raupe

1.8. Jüngere Raupenstadien

1.9. Puppe

1.10. Ei

2. Diagnose

2.1. Falter

In Südeuropa kann Argynnis paphia mit A. pandora verwechselt werden. Diese hat auf der Flügeloberseite einen gelbgrünen Schimmer, der A. paphia fehlt. Und ihre Vorderflügel-Unterseite ist von rötlicher, nicht bräunlicher Grundfarbe.

Im Mittelmeerraum gibt es jedoch auch Weibchen mit deutlichem Grünschimmer. In frischem Zustand sind diese Tiere viel weniger grün, als A. pandora, aber abgeflogene können, betrachtet man alleine die Flügeloberseite, verwechselt werden. Hier hilft ein Blick auf die Fleckzeichnung. Bei A. paphia besteht die submarginale Punktreihe der Hinterflügel-Oberseite aus sehr viel größeren Punkten als bei A. pandora und die beiden Flecken der Diskalregion in Zelle 1b und 2 auf der Vorderflügel-Oberseite sind bei A. pandora meist zusammengewachsen, bei A. paphia jedoch deutlich getrennt.

Die anderen größeren Perlmuttfalterarten, wie A. aglaja, A. niobe oder A. adippe sehen A. paphia oberseits auch recht ähnlich. Ein Blick auf die Flügel-Unterseite lässt aber kaum mehr eine Verwechslung zu.

2.2. Männchen

2.3. Gynander

2.4. Unterscheidungsmerkmale in der Gattung Argynnis

Oberseite ♂
Oberseite ♀
Unterseite
Unterscheidungsmerkmale
A. paphia



Oberseite
1 - bei ♂ 4 Duftschuppenstreifen auf M3, Cu1, Cu2 und A
2 - relativ große Postdiskalflecken
3 - bei ♀ Diskalflecken getrennt
4 - i.d.R. ohne Schimmer (außer bei f. valesina)
Unterseite
5 - Vorderflügel bräunlich
6 - durchgehender, meist deutlicher Silberstreifen
A. pandora



Oberseite
1 - bei ♂ 2 Duftschuppenstreifen auf Cu1 und Cu2
2 - relativ kleine Postdiskalflecken
3 - bei ♀ Diskalflecken meist verbunden
4 - grünlicher Schimmer
Unterseite
5 - Vorderflügel orangerot, kardinalrot
6 - Silberstreifen oft nur schwach ausgeprägt, manchmal unterbrochen
A. aglaja



Oberseite
1 - bei ♂ meist 2-3 undeutliche Duftschuppenstreifen, manchmal auf Cu2 und A verstärkt
2 - bei ♀ Apex meist aufgehellt
3 - bei ♀ vereinzelt blaugrüne Bestäubung
Unterseite
4 - postdiskale Fleckenreihe fehlt
5 - grüne Bestäubung
A. adippe



Oberseite
1 - bei ♂ 2 deutliche Duftschuppenstreifen auf Cu1 und Cu2
2 - bei ♀ Apex nicht aufgehellt
3 - ♀ nie mit blaugrüner Bestäubung
Unterseite
4 - weiße, braungerandete Postdiskalflecken
5 - meist kleiner (oft fehlender) weißer Fleck an Basis der Hinterflügel, extrem selten schwarz gekernt
6 - Marginallinie undeutlich
7 - bei ♀ 3 Perlmuttflecken im Apikalbereich
A. niobe



Oberseite
1 - bei ♂ fehlende oder 2 undeutliche Duftschuppenstreifen auf Cu1 und Cu2
2 - bei ♀ Apex meist aufgehellt
3 - bei ♀ oft blaugrüne Bestäubung
Unterseite
4 - weiße, braungerandete Postdiskalflecken
5 - weißer, oft schwarzgekernter Fleck an Basis der Hinterflügel
6 - deutliche Marginallinie
A. laodice



Oberseite
1 - bei ♂ 2 Duftschuppenstreifen auf Cu2 und A
2 - Diskalflecken rund/oval
3 - bei ♀ meist kleiner weißer Fleck in Gabelung von R4 und R5
Unterseite
4 - braunrote bis violette Grundfärbung im Außenbereich der Hinterflügel
5 - grünliche bis gelbliche Grundfarbe im Innenbereich der Hinterflügel

(Farbtafeln und Text: Jens Philipp)

2.5. Ähnliche Arten

2.6. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

Der Kaisermantel ist ein Bewohner des Waldsaumes, also des krautigen Randstreifens von Wäldern. Daher findet man ihn an Waldrändern, auf Waldlichtungen und entlang breiterer Waldwege. In Südeuropa werden auch Olivenhaine und größere Gebüschgruppen als Lebensraum genutzt. Dort kann der Falter bis auf 2000 m steigen. In Mitteleuropa werden 1500 m kaum überschritten.

3.2. Lebensweise

Die ersten Falter erscheinen meist Anfang bis Mitte Juni, in der Nordhälfte Europas und im Gebirge ab Mitte Juli. Die Flugzeit dauert bis Ende August oder Anfang September. In küstennahen Wärmenischen Südeuropas, wo die allerersten Falter zuweilen schon Ende Mai erscheinen, fliegen sie oft bis Ende Oktober/Anfang November. Dies liegt daran, dass dort die Vertreter der einzigen Generation die heißesten Monate des Jahres inaktiv übersommern, um dann erst im Herbst zur Fortpflanzung zu schreiten.

Die ♀ ♀ legen ihre Eier nicht an die Nahrungspflanze der Raupen, sondern in Rindenrisse von Bäumen, manchmal in mehreren Metern Höhe. Die Raupen schlüpfen noch im Spätsommer und überwintern ohne Nahrungsaufnahme an der Rinde des Baumes. Im Frühjahr verlassen sie dieses Versteck und suchen nach im Waldsaum wachsenden Veilchen (Viola-spp.), ihren Nahrungspflanzen. Die in Mitteleuropa hauptsächlich genutzten Veilchenarten dürften das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und das Rauhhaarige Veilchen (Viola hirta) sein. Ob darüber hinaus auch andere Pflanzen, wie die oft zitierte Himbeere, wenigstens von der erwachsenen Raupe genutzt werden, ist nicht näher bekannt. Sicher belegt hingegen, ist ein Raupenfund an Mädesüß (Filipendula ulmaria).

(Autor: Jürgen Hensle)

3.3. Prädatoren

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„Beiname der Aphrodite.“

Spuler 1 (1908: 30R)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Verbreitung

Der Kaisermantel, auch Silberstrich genannt, ist von Irland bis Ostsibirien, Korea und Japan verbreitet. Zudem kommt er im äußersten Nordosten Algeriens vor. In Europa fehlt er nur in weiten Bereichen Südportugals und -spaniens, in einem breiten Band von Mittelengland über das nördliche Skandinavien bis Nordrussland sowie auf Island.

Die olivgraue ♀-Form valesina ist sehr unterschiedlich häufig. In West- Mittel- und Nordeuropa tritt sie recht selten auf. In Italien hingegen, kann sie gebietsweise die alleinig auftretende Form sein.

4.5. Literatur

  • Erstbeschreibung: Linnaeus, C. (1758): Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. 1-824. Holmiae (Laurentius Salvius).
  • Schweizerischer Bund Für Naturschutz [Hrsg.] (1987): Tagfalter und ihre Lebensräume. Arten – Gefährdung – Schutz. — XI + 516 S. (hier 190-191), Egg/ZH (Fotorotar AG).

4.6. Informationen auf anderen Websites (externe Links)