Vorkommen
Länder:+9Kontinente:EU
Falter
Raupe
Männchen
Weibchen
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Inhalt

1. Falter

2. Raupe

3. Diagnose

Differentialdiagnose zur Unterscheidung von Apamea anceps und Apamea unanimis:

- die Größe: Apamea anceps ist deutlich größer. (Auf einem Foto natürlich nicht so gut zu erkennen, aber der Vergleich mit dem Gazematerial zeigt [hier], daß es sich um ein etwa mesapameakleines Tier handelt.)

- die Flügelform: Apamea anceps hat einen geraderen Costalrand der Vorderflügel. Bei Apamea unanimis ist der Costalrand im äußeren Drittel etwas gerundet, so daß der Flügelapex insgesamt mehr abgerundet aussieht.

- die Helligkeit: dunkle Formen wie diese (und auch noch dunklere, fast einfarbig schokoladenbraune) kommen bei Apamea anceps nicht oder nur als seltene Ausnahmen vor. Apamea anceps tendiert mehr zur Aufhellung, Apamea unanimis zur Verdunklung.

- die Farbe: Apamea anceps ist fast immer irgendwie beige/khaki/sandfarben gefärbt, mal beigegrau, mal beigegelb. Bei Apamea unanimis geht der Ton mehr ins Braune, manchmal ins Rotbraune oder Dunkelbraune.

- die Zeichnung: beispielsweise fehlt bei Apamea anceps meistens der schwarze Basalstrich, den Apamea unanimis hat. Das ist übrigens auch ein gutes Auf-den-ersten-Blick-Unterscheidungsmerkmal zwischen Apamea anceps und Apamea sordens, die ja früher aus genau diesem Grunde Apamea basilinea hieß. Text: Axel Steiner im [Forum].

3.1. Männchen

3.2. Weibchen

3.3. Raupe

Nach Form und Farbe der Dorsalen (Rückenlinie) sind 3 Gruppen von Apamea-Arten zu unterscheiden:

  • 1. sordens, remissa und anceps: auffällige, breite, weiße Dorsale
  • 2. unanimis und illyria: breite gelblichweiße Dorsale
  • 3. epomidion, aquila und crenata: unauffällige, schmale Dorsale, die zwischendurch immer wieder eingeengt ist und dadurch noch schmaler wird

Ähnliches Artenpaar A. sordens / A. remissa:

  • Apamea sordens: Subdorsalen auf dem Nackenschild schmaler als Dorsale, Dorsale auf Abdominalsegmenten 4 und 5 verbreitert, Seitenlinie ventral nicht scharf abgegrenzt (lateral wischi-waschi gezeichnet), hält strenge Winterruhe
  • Apamea remissa: Subdorsalen auf dem Nackenschild gleichbreit wie die Dorsale, Dorsale auf Abdominalsegmenten 4 und 5 nicht verbreitert, helle Seitenlinie schön dorsal und ventral abgegrenzt , hält strenge Winterruhe. - Ist im Herbst teilweise sehr zahlreich aus den Blütenständen des Landreitgrases (Calamagrostis epigejos) zu schütteln. Leben dort bis zur Überwinterung in schlauchförmigen Gespinsten, in denen sie sehr flink hin und her laufen. Überhaupt ist die Raupe sehr quirlig und läuft bei Störungen hektisch davon.
  • Apamea anceps: beiger Kopf, eher an Waldzwenke (Brachypodium sylvaticum) zu erwarten
  • Apamea unanimis: eher im feuchten Milieu zu erwarten an Schilf (Phragmites), Phalaris und dergleichen
  • Apamea epomidion: Dorsale auf Nackenschild deutlich(!) dünner als Subdorsalen, Dorsale verjüngt sich zum Kopf hin auffällig, keine Diapause im Winter
  • Apamea aquila: dunkle Rückenfleckung, Kopf schwarz
  • Apamea crenata: Dorsale + Suborsalen auf Nackenschild gleichbreit (-> gutes Unterscheidungsmerkmal zu A. epomidion), Grundfarbe meistens Rosabraungrau, dann dunkelbraune Kopfkapsel mit schwarzer Netzmusterung (manche Tiere aber bleigrau, bei denen ist Kopfkapsel fast schwarz), Afterplatte variabel, keine Diapause im Winter, kurz vor Verpuppung wird sie auf einmal sehr blass

(von Tina Schulz aus Beiträgen von Stefan Ratering im Lepiforum zusammengestellt)

3.4. Genitalien

3.4.1. Männchen
3.4.2. Weibchen

3.5. Erstbeschreibung

Später hierzu erschienener Text

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

(unus eins, animus Geist, daher „einmütig“, wegen des fast übereinstimmenden Wesens mit Apamea remissa).

Spuler 1 (1908: 195L)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den Angaben von Hemming (1937: 261 und 178-179). Für die Tafel 120 gibt Hemming als Zeitspanne, innerhalb der sie publiziert wurde, “[1809]-[20th June 1813]” an, für den Text 22. Dezember 1823.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.4. Literatur

  • Hemming, F. (1937): A bibliographical and systematic account of the entomological works of Jacob Hübner and of the supplements thereto by Carl Geyer[,] Gottfried Franz von Frölich and Gottlieb August Wilhelm Herrich-Schäffer. Volume 1: i-xxxiv, 1-605. London (Royal Entomological Society of London).
  • Erstbeschreibung: Hübner, J. [1800-1838]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 4: pl. 1-185.
  • Hübner, J. [1805-1823]: Sammlung europäischer Schmetterlinge. Der Ziefer 4. Heer. Insectorum Ordo IV.: Titelseite, [i]-[iv], [i]-[iv], 1-194. Augsburg.