Vorkommen
Länder:+8Kontinente:EU
Falter
Raupe
Puppe
Männchen
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Lebensweise
Parasitoide
Inhalt

1. Falter

2. Raupe

3. Puppe

4. Diagnose

4.1. Männchen

Falter:

Der weiße Thorax ist charakteristisch für Paraswammerdamia albicapitella. Bei der Nachbarart Paraswammerdamia nebulella ist der Thorax grau.

Raupe:

Die Raupe von Paraswammerdamia albicapitella hat eine weiße Rückenlinie, die das Körperende fast erreicht, sowie ein ebenfalls weiter nach hinten auslaufendes, weißes Seitenband. Die ebenfalls rotbraun gefärbte Raupe von Paraswammerdamia nebulella hat eine ganz kurze weiße Rückenlinie auf dem Prothorax.

(Frei nach einem Beitrag von Rudolf Bryner, siehe [Forum])

4.2. Genitalien

4.2.1. Männchen
4.2.2. Weibchen

4.3. Erstbeschreibung

5. Biologie

5.1. Habitat

5.2. Lebensweise

5.3. Parasitoide

6. Weitere Informationen

6.1. Etymologie (Namenserklärung)

Synonym P. ruthiella: Steuer (1993: 16) schrieb: „Damit möchte ich meiner Frau Ruth für die Mühen, die sie mit dem Schreiben meiner Arbeiten und den Fotos hatte, und für die vielen Stunden und Tage, die sie – wie viele „Entomologenfrauen“ – der Wissenschaft geopfert hat, danken.“

6.2. Andere Kombinationen

6.3. Synonyme

6.4. Taxonomie und Faunistik

Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Steuer (1993) fand dann aber in Thüringen ein Exemplar, das so sehr abwich, dass er es nach langem Zögern als neue Art beschrieb: Paraswammerdamia ruthiella. Im Lepiforum formulierte ich dazu:

"Die Art wurde nach einem einzelnen Weibchen aus Thüringen beschrieben und seither nirgendwo mehr nachgewiesen. In der Fauna Europaea (Fauna Europaea Web Service. Last update 22 December 2009. Version 2.1. Available online at [http://fauna.naturkundemuseum-berlin.de]) ist hierzu der Vermerk zu lesen: "The status of this taxon requires confirmation."

Steuer (1993) berichtet, den Falter dem finnischen Yponomeutidae-Experten Jorma Kyrki geschickt zu haben. Kyrki habe ihm nach Untersuchung des Falters, die kein eindeutiges Ergebnis brachte, drei Möglichkeiten aufgezeigt:

1. Ein Weibchen von P. albicapitella „mit stark modifizierten Fortsätzen der Lamella postvaginalis.“

2. P. iranella Friese, 1960 (einige Unterschiede im Genital im Vergleich zu Steuers Falter).

3. Eine neue Art.

Interessanterweise wird dieses Taxon seither allgemein auf Artebene akzeptiert, obwohl doch der Erstbeschreiber selbst unsicher war und es bis heute nur dieses einzige Weibchen gibt, das der Art zugeordnet wird. Die alternative Deutung als abweichendes Exemplar von P. albicapitella sollte hier daher neu in Betracht gezogen werden. Möglicherweise könnte hier auch "next generation barcoding" bei der Entscheidungsfindung helfen."

Offensichtlich nahm das Agassiz (2020) zum Anlass, diese ominöse Art endlich zu klären. Er studierte den Holotypus und das zugehörige Genitalpräparat. Das erwartbare Ergebnis (nach Ausschluss von Lösungsmöglichkeit 2) ist Lösungsmöglichkeit 1 - die ja auch Kyrki bevorzugt hatte: "It is always dangerous and highly undesirable to describe a species on the basis of a single specimen, especially when that is a female with few distinguishing features, but after the pasage of time and the absence of any further specimens it should be concluded that this is an aberration of albicapitella."

6.5. Typenmaterial

Synonym P. ruthiella: Steuer (1993) beschrieb das Taxon nach einem einzigen, abgeflogenen ♀. Funddaten: Deutschland, Thüringen, „ca. 4 km oberhalb von Bad Blankenburg“, Schieferbruch, 19. Juli 1982. „Der Holotypus befindet sich in meiner Sammlung.“ D. Agassiz lieh ihn später aus dem Museum in Berlin aus.

(Autor: Erwin Rennwald)

6.6. Literatur

  • Agassiz, D. (2020): Paraswammerdamia ruthiella Steuer, 1993 a junior synonym of P. albicapitella (Scharfenberg, 1805) (Lepidoptera: Yponomeutidae). — Entomologist's Gazette, 71: 149-150.
  • Erstbeschreibung: Bechstein, J. M. & G. L. Scharfenberg (1805): Vollständige Naturgeschichte der schädlichen Forstinsekten, nebst einem Nachtrag der schonenswerthen Insekten, welche die schädlichen vertilgen helfen. Ein Handbuch für Forstmänner, Cameralisten und Oekonomen 3: 605-1046, pl. X-XIII. Leipzig (Carl Friedrich Enoch Richter).
  • [SCHÜTZE (1931): 116]
  • Stainton, H. T. (1870): The natural history of the Tineina 11: I-XIII, 1-330, pl. I-VIII. London (John van Voorst) – Paris (Deyrolle) – Berlin (E. S. Mittler und Sohn). — Digitalisat auf archive.org: [64-75], [pl. II fig. 2] (unter dem Namen Swammerdamia caesiella).
  • Beschreibung als Paraswammerdamia ruthiella: Steuer, H. (1993): Paraswammerdamia ruthiella nov. spec., eine neue Yponomeutide (Insecta, Lepidoptera) aus dem Schwarzatal bei Bad Blankenburg (Thüringen). — Rudolstädter naturhistorische Schriften 5: 15-16. Rudolstadt. Ex libris Jürgen Rodeland.