Vorkommen
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Falter
Balz
Kopula
Eiablage
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Puppe
Ei
Fühlerform-Vergleich
Falter
Erstbeschreibung
Habitat
Prädatoren
Inhalt

1. Falter

2. Balz

3. Kopula

4. Eiablage

5. Ausgewachsene Raupe

6. Jüngere Raupenstadien

7. Puppe

8. Ei

9. Diagnose

9.1. Fühlerform-Vergleich

Ochlodes sylvanus ♀ : Schweiz, Kanton Glarus, Engi, 1100 m, 2. Juli 2009 (det. & fot.: Thomas Kissling) [Forum]

9.2. Falter

Die Fühlerkolben von Ochlodes sylvanus sind im Gegensatz zu den Thymelicus-Arten an der Spitze abgewinkelt (vgl. [Forumsbeitrag] von Peter Buchner).

9.3. Raupe

Die Raupen spinnen vor der Verpuppung tatsächlich ein paar Grasblätter sehr fest zusammen, was sonst keine der einheimischen Hesperiiden-Raupen macht. Thymelicus z.B. spinnen sich einfach mit wenigen Fäden frei am Blatt an. Zusammengesponnen werden bei Ochlodes grüne Grasblätter, die Fäden sind schneeweiß wie bei Spinnenkokons.

(Text: Erwin Rennwald)

9.4. Ähnliche Arten

9.5. Erstbeschreibung

Später erschienener Text dazu:

10. Biologie

10.1. Habitat

10.2. Prädatoren

11. Weitere Informationen

11.1. Etymologie (Namenserklärung)

„altlatinischer Waldgott.“

Spuler 1 (1908: 73L)

11.2. Andere Kombinationen

11.3. Synonyme

11.4. Taxonomie und Nomenklatur

Nach Kolligs (2003) haben Forschungen russischer Wissenschaftler ergeben, "dass der hier heimische Rostfarbige Dickkopffalter zu der Art Ochlodes faunus (Turati, 1905) und nicht zu der rein asiatisch verbreiteten Art Ochlodes venatus (Bremer & Grey, 1853) gehört ..." (vgl. Devyatkin (1997)). Der Angabe von Gaedike & Heinicke (1999), die diese Art als Ochlodes sylvanus (Esper, 1777) führen, wurde hier zunächst - trotz bestehender Unsicherheiten - gefolgt. Mittlerweile sind diese Unsicherheiten beseitigt.

Um die immer noch existierende Verwirrung wenigstens nachvollziehbar zu machen, werden die diskutierten Namen hier in zeitlicher Reihenfolge erläutert - und dann (hoffentlich) die Verwirrung gelöst:

  • Papilio sylvanus Esper, [1777]: Die Art wurde aus Franken beschrieben. Sicherlich der älteste Name für "unser" Tier. Die Beschreibung ist formal gültig, und sie ist eindeutig, da gibt es nichts daran zu rütteln. Einziger Grund für eine Ablehnung wäre, dass der Name schon für eine andere Art besetzt wäre, dass hier also ein jüngeres primäres Homonym vorläge. Genau dies scheint der Fall zu sein. Denn Papilio sylvanus Drury, 1773 meint einen Bläuling - das hat nur mehr als 200 Jahre lang niemand bemerkt ...
  • Ochlodes venatus (Bremer & Grey, 1853): Ochlodes venatus wurde aus Peking (China) beschrieben. Wenn unsere Tiere zur gleichen Art gehören und Papilio sylvanus als Homonym nicht zur Verfügung stünde, dann wäre das der gültige Name für unsere Tiere.
  • Ochlodes faunus Turati, 1906: Ochlodes venatus wurde aus Peking beschrieben, Ochlodes faunus ist ein Europäer. Wenn Papilio sylvanus als Homonym nicht zur Verfügung stünde und die europäischen Tiere zu einer anderen Unterart gehören als die aus Ostasien, dann müssten unsere Tiere Ochlodes venatus ssp. faunus heißen. Werden die Tiere auf Artebene getrennt, dann wäre Ochlodes faunus der gültige Name für die europäischen Tiere.

Und jetzt?

Die ostasiatischen und die europäischen Tiere zeigen leichte Unterschiede in der Flügelzeichnung und ebenfalls leichte, aber konstante, Unterschiede in den männlichen Genitalien. In Russland jenseits des Ural scheinen sich die beiden Taxa zu begegnen und auch dort trennbar zu sein. Das spricht sehr für die Behandlung als getrennte Arten.

Devyatkin (1997) plädierte dafür, den alten Namen "sylvanus für unseren Dickkopffalter beizubehalten: "... and for the purpose of stability of the nomenclature a request has been submitted to the I.C.Z.N. about conservation of the oldest available name, sylvanus.'"

Nach kontroversem Hin-und-Her kam es 2000 zu einer Entscheidung in der Nomenklaturkommission: Sie ging 14 : 7 für den Vorschlag von Devyatkin (1997) aus, also nicht wirklich überzeugend, aber doch eindeutig. Mitsamt dem gesamten Diskussionsprozess nachzulesen in Opinion 1944 im Bulletin of Zoological Nomenclature 57(1), p. 56 [Opinion 1944].

Daher muss "unsere" Art jetzt Ochlodes sylvanus (Esper, [1777]) heißen. Und falls irgendwo im Verbreitungsgebiet der Art eine getrennte Unterart beschrieben werden sollte, dann müssen die Tiere aus Franken als nominotypische ssp. sylvanus behandelt werden. Wenn man die ostasiatischen Tiere nicht als eigene Art, sondern nur als Unterart akzeptiert, dass muss jene Ochlodes sylvanus ssp. venatus heißen.

(Autor: Erwin Rennwald)

11.5. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die detailliert von Heppner (1981) recherchierten Publikationsjahre. Sie wurden auch von der Nomenklaturkommission des ICZN übernommen: [Opinion 1944].

11.6. Literatur

  • Devyatkin, A. L. (1997): Family Hesperiidae. - In: Tuzov, V. K. (Hrsg.): Guide to the Butterflies of Russia an adjacent territories. Vol. 1. - Sofia & Moskau (Pensoft).
  • Ebert, G. & E. Rennwald (1993): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Bd. 2. - 535 S., korrigierter Nachdruck der 1. Auflage, Stuttgart (Verlag Eugen Ulmer): 438-444.
  • Erstbeschreibung: Esper, E. J. C. (1776-[1779]): Die Schmetterlinge in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Der europäischen Schmetterlinge Ersten Theils erste Band welcher die Tagschmetterlinge von Tab. I - L. Supp. XXXVI. und die Bögen A - Ccc. enthält: 1-388, pl. I-L. Erlangen (Wolfgang Walther).
  • Heppner, J. B. (1981): The dates of E. J. C. Esper's Die Schmetterlinge in Abbildungen ... 1776–[1830]. — Archives of Natural History 10 (2): 251–254.
  • Kolligs, D. (2003): Schmetterlinge Schleswig-Holsteins. Atlas der Tagfalter, Dickkopffalter und Widderchen. - 212 S., Neumünster (Wachholtz Verlag): 44f.
  • Sonderegger, P. (1997): Ochlodes venatus. — In: Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz (Hrsg.) (1997): Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Gefährdung, Schutz. Schweiz und angrenzende Gebiete. Band 2: 98-101. Egg (Fotorotar AG).

11.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)