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Falter
Männchen
Geschlecht nicht bestimmt
Männchen
Weibchen
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Geschlecht nicht bestimmt

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen
2.3.2. Weibchen

3. Biologie

3.1. Habitat

4. Weitere Informationen

4.1. Synonyme

4.2. Taxonomie und Nomenklatur

Gastón et al. (2016) unterzogen die westeuropäischen Arten der Gattung Hypsotropa einer umfassenden Revision, die unter anderem zur Abtrennung der portugisischen und südwestspanischen Tiere als Hypsotropa vazquezi von Hypsotropa vulneratella führte. Nach ihrer Verbreitungskarte gibt es H. vulneratella nur noch auf Sizilien, Sardinien, Malta und Kreta. Die Angaben aus Kroatien, Griechenland und Nordafrika wurden alle mit Fragezeichen versehen. Die Tiere aus Südost-Spanien, Südfrankreich, Korsika und teilweise Sardinien wurden dort unter dem Namen Hypsotropa roseostrigella Ragonot, 1901 geführt, die sie zur bona species aufgewertet hatten.

Leraut (2019: 26-28) geht auf den Namen "Hypsotropa vulneratella var. roseostrigella Ragonot, 1901" ein; er konstatiert, dass der im MNHM in Paris deponierte Lectotypus - mit handgeschriebenem Etikett von Ragonot - von Sizilien stammt, also von dort, von wo auch H. vulneratella beschrieben wurde. So war es wenig überraschend, dass er in die Synonymie von H. vulneratella fällt: "En effet, le lectotype de ce dernier taxon, présent au MNHN, est explicitement décrit de Sicile, comme l'a indiqué Ragonot sur l'étiquette écrite de sa main. Ainsi, sauf à considérer que deux espèces, vulneratella et roseostrigella, se rencontrent en Sicile, le taxon roseostrigella Ragonot est un synonyme de vulneratella (Zeller). Il s’ensuit que : H. vulneratella (Zeller, 1847) (= roseostrigella Ragonot, 1901), syn. nov." Leraut (2019) bestätigt aber, dass die von Gastón et al. (2016) unter dem Namen Hypsotropa roseostrigella Ragonot, 1901 geführten Tiere von Süd(ost)spanien (Granada), Südfrankreich, Korsika und Sardinien eine eigene Art darstellen, die er - mangels verfügbarem Namen - jetzt neu als Hypsotropa gallohispanicella beschreibt. Tiere aus dem Mittleren Atlas von Marokko werden als neue Art Hypsotropa ifranensis beschrieben.

Pinzari & Pinzari (2020: 584-585) benutzen für die italienischen Tiere weiterhin den Namen H. roseostrigella und sehen in H. gallohispanicella ein Synonym dazu: "In 2019 H. roseostrigella Ragonot, 1901 has been placed into synonymy with H. vulneratella (Zeller, 1847). Hypsotropa roseostrigella Ragonot, 1901 sensu F.J. Gastón, R. Macià, J. Ylla & M. Huertas-Dionisio, 2016 was renamed as Hypsotropa gallohispanicella Leraut, 2019 designating it as the new holotype specimen for France (Leraut, 2019). But, in literature we found that H. ichorella Lederer, 1855 was collected in July in Monreale (PA) (Mariani, 1939) and H. ostrinella La Harpe, 1861 (La Harpe, 1860) was known for Syracuse, and these species are considered as synonyms of vulneratella by Ragonot (1901), Leraut (2014) and Gastón et al. (2016). Moreover, Mariani (1939) cited vulneratella var. roseostrigella as is present from April to June in the whole Sicily. These records in Sicily for the genus Hypsotropa showed that both H. vulneratella and H. roseostrigella are present in the isle and Gaston et al.(2016) defined the novo status of H. roseostrigella Ragonot, 1901. Therefore, it follows that Hypsotropha roseostrigella Ragonot, 1901 = Hypsotropa gallohispanicella Leraut, 2019, syn. n."

Und was stimmt jetzt? Leraut (2019) bestritt an keiner Stelle, dass dem Taxon Hypsotropa roseostrigella sensu Gastón et al. (2016) Artberechtigung zukommt. Und Gastón et al. (2016) hatten ihrerseits ausdrücklich vermerkt, dass sie kein Typenmaterial von Ragonot studiert haben:

"Hypsotropa roseostrigella Ragonot, 1901, bona sp., stat nov.

Hypsotropa vulneratella var. roseostrigella Ragonot, 1901: 375 (no examinado)." Letzteres war das einzige Versäumnis ihrer ansonsten großartigen Arbeit, was auch Leraut (2019) genauso sieht. Da die Ragonot-Sammlung in Paris deponiert ist, war es für Leraut ein Leichtes, dieses Versäumnis nachzuholen. S. 30 seiner Arbeit zeigt er den Falter, der von Ragonot selbst als "type orig." bezettelt wurde und auf einem weiteren Etikett den Fundort "Sicili" trägt. Sein Satz "Pour sa forme roseostrigella, Ragonot donne trois localités, Sardaigne, Sicile et Syrie, mais l'étiquette écrite de sa main indique clairement qu'il considère le spécimen de Sicile comme étant le type du taxon." Genau dieses Exemplar als Lectotypus auszuwählen machte also Sinn, auch wenn dies nicht zu größtmöglicher Stabilität der Namen führte. Lerauts Neubenennung wäre unberechtigt, wenn entweder die Lectotypen-Designation der var. roseostrigella falsch oder formal ungültig wäre, oder aber, wenn Lerauts Deutung dieses Exemplars als H. vulneratella falsch wäre. Ob es H. roseostrigella sensu sensu Gastón et al. (2016) auf Sizilien gibt (wie Pinzari & Pinzari (2020) es überzeugend nahelegen) oder nicht (wie Leraut (2020) das mit sehr schwachen Argumenten ablehnt), spielt dabei keinerlei Rolle. Da Pinzari & Pinzari (2020) gar nicht auf das Typenmaterial oder den Prozess der Lectotypen-Festlegung eingehen, ist ihre Synonymisierung formal unbegründet und belanglos.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Literatur