Artberechtigung umstritten!
(In der engeren Fassung) endemisch auf den Kanarischen und Kapverdischen Inseln. Falter und Raupe ganzjährig. Raupe an Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae), Puppe kann bei ungünstiger Witterung in Diapause gehen.
VorkommenLinks (0)
Länder:+3Kontinente:EUAF
Falter
Raupe
Puppe
Ei
Männchen
Weibchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Raupennahrungspflanzen
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

1.3. Puppe

1.4. Ei

2. Diagnose

2.1. Nominotypische Unterart

2.1.1. Männchen
2.1.2. Weibchen

2.2. Ssp. gecki De Freina, 1991 [= Hyles gecki De Freina, 1991 stat nov. bei Danner et al. (1998)]

2.2.1. Weibchen

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Raupennahrungspflanzen

3.3. Nahrung der Raupe

  • [Euphorbiaceae:] Euphorbia regis-jubae [auf Gran Canaria mit Abstand wichtigste Pflanze]
  • [Euphorbiaceae:] Euphorbia lamarckii [ = Euphorbia obtusifolia]
  • [Euphorbiaceae:] Euphorbia berthelotii
  • [Euphorbiaceae:] Euphorbia paralias
  • [Euphorbiaceae:] Euphorbia piscatoria [betrifft Hyles tithymali ssp. gecki De Freina, 1991 = Hyles gecki]

Pittaway schreibt auf seiner [Artseite]: "Major Hostplants. The shrubby Euphorbia regis-jubae (van der Heyden, 1988) and Euphorbia lamarckii [syn. Euphorbia broussonetii & Euphorbia obtusifolia]. It should be noted that as Euphorbia regis-jubae is confined to Gran Canaria, Fuerteventura and Lanzarote, Euphorbia lamarckii is utilized on the other islands. Also Euphorbia berthelotii on La Gomera. (The latter is a member of the Euphorbia obtusifolia complex confined to La Gomera.)"

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

Hinweis: Die folgenden Synonyme betreffen Hyles tithymali s.l., ihre Zuordnung zu Hyles tithymali s. str. im hier verwendeten Sinn ist noch zu prüfen.

4.3. Unterarten

4.4. Taxonomie und Nomenklatur

Die z.B. von Pittaway als Unterarten gewerteten Taxa von Madeira (Hyles tithymali gecki de Freina, 1991), Nordafrika (Hyles tithymali mauretanica (Staudinger, 1871) und Hyles tithymali deserticola (Staudinger, 1901) und dem Jemen (Hyles tithymali himyarensis Meerman, 1988) werden von Danner et al. (1998) allesamt in den Artrang erhoben. Berechtigt dürfte das nur bedingt sein.

Nach zahlreichen erfolgreichen Hybridisierungs-Versuchen (z.T. über Generationen hinweg!) und den genetischen Arbeiten von z.B. Hundsdoerfer et al. (2005b) und Mende & Hundsdoerfer (2014) gibt es - biologisch gesehen - eigentlich nur eine einzige Art, den Hundsdoerfer et al. (2005b) als "HEC" (für "Hyles euphorbiae complex") bezeichneten und der neben Hyles euphorbiae auch alle genannten Arten um Hyles tithymali und Hyles cretica mit einschließt. "HEC" ist ein ideales Beispiel dafür, wie der Artbildungsprozess mit Mutation, zeitweiser, dann aber doch wieder nicht vollständiger Isolation, abläuft und auch wieder gestoppt wird. Sind diese Zwischenprodukte "schon" Arten oder doch noch nicht. Das Problem ist, dass die Natur keine "potenziellen" Fortpflanzungsgemeinschaften (und damit "Arten" im klassischen Sinne) kennt, sondern nur reale. Und da ist Bewegung drin. Und dann stößt unser Schubladendenken an Grenzen. (und ich wage zu denken, dass das gut so ist ...)

Hundsdoerfer et al. (2019) kommen in einer vertieften genetischen Studie erneut zum Schluss, dass alle diese Taxa durch Genfluss weiterhin mit Hyles euphorbiae verbunden sind, und damit alle diese Tiere zu einer einzigen Art gehören. Sie schreiben von einer "Overestimation of species diversity in Hyles hawkmoths" und treffen diesmal auch formal folgende Synonymisierungen:

"Hyles euphorbiae (Linnaeus, 1758)

= Deilephila tithymali Boisduval, 1834 syn. nov.

= Hyles tithymali mauretanica Staudinger, 1871 syn. nov.

= Deilephila robertsi Butler, 1880 syn. nov.

= Deilephila peplidis Christoph, 1894 syn. nov.

= Deilephila mauretanica deserticola Staudinger, 1901 syn. nov.

= Celerio euphorbiae conspicua Rothschild and Jordan, 1903 syn. rev.

= Hyles tithymali himyarensis Meerman, 1988 syn. nov.

= Hyles euphorbiae gecki de Freina, 1991 syn. nov.

= Hyles robertsi elisabethae Ebert, 1996 syn. nov.

= Hyles cretica Eitschberger, Danner and Surholt, 1998 syn. nov.

= Hyles sammuti Eitschberger, Danner and Surholt, 1998 syn. nov.

= Hyles tithymali gallaeci Gil-T., Requejo and Estevez, 2011 syn. nov.

= Hyles tithymali phaelipae Gil-T. and Gil-Uceda, 2012 syn. nov."

Sie stellen weiter fest: "Several of the former subspecies names (conspicua, deserticola, gallaeci, gecki, himyarensis, mauretanica, phaelipae, and tithymali [...] of the Western Palearctic HEC may be used as informal names for populations reflecting traditional names based on morphological patterns and geography (but not mitochondrial lineages)."

Aus praktischen Gründen führen wir die Taxa tithymali, deserticola, cretica und sammuti hier weiterhin als getrennte "Arten" (mit Hinweis: "Artberechtigung umstritten!"), auch wenn wir von deren Berechtigung keineswegs überzeugt sind. Der Hyles euphorbiae complex (HEC) ist ein Komplex, der praktisch jedes Artenkonzept in Frage stellt - aber gerade das macht ihn so spannend.

4.5. Faunistik

Die Art wurde von den Kanaren (und - sicher fälschlicherweise - Andalusien) beschrieben. Von den Kanaren aus ostwärts durch Nordafrika bis Ägypten wurde eine ganze Reihe von Unterarten beschrieben, die hier - trotz aller Bedenken - als eigene "Arten" akzeptiert werden, für die es also ggf. eigene Artseiten gibt: Hyles mauretanica (Staudinger, 1871), Hyles deserticola (Staudinger, 1901), Hyles himyarensis, Hyles sammuti. In der engeren Fassung ist H. tithymali damit ein Endemit der Kanaren und Kapverden - je nachdem das Taxon pecki als Unterart oder eigene Art gewertet wird auch noch von Madeira.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.6. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Boisduvals « Icones historique [sic] » sind im Zeitraum von mehreren Jahren in Lieferungen erschienen. So lange uns noch nicht die Arbeit von Cowan (1970) vorliegt, bleiben wir bei dem von der Fauna Europaea angegebenen Jahr 1837.

4.7. Literatur

4.8. Informationen auf anderen Websites (externe Links)