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Falter
Raupe
Männchen
Weibchen
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen
2.3.2. Weibchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Brassicaceae:] Sinapis arvensis (Acker-Senf) [eigene Beobachtung E.R. in Baden-Württemberg]
  • [Brassicaceae:] Armoracia rusticana (Meerrettich) [Bury (2014) in Polen; s. auch Raupenfotos aus Russland oben]
  • [Brassicaceae:] Brassica rapa (Speiserübe) [Nefundland, ob auch in Europa?]
  • [Brassicaceae:] Brassica napus ssp. rapifera [=Brassica napus ssp. napobrassica, Brassica napobrassica] (Steckrübe) [Nefundland, ob auch in Europa?]
  • [Brassicaceae:] Brassica oleracea (Kohl) [Nefundland, ob auch in Europa?]
  • [Brassicaceae:] Barbaraea vulgaris ? (Barbarakraut ?)
  • [Brassicaceae:] Cardamine sp. ? (Schaumkraut ?)
  • [Brassicaceae:] Alliaria petiolata (Knoblauchsrauke ?)
  • [Brassicaceae:] Diplotaxis sp. ? (Doppelsame, Stinkrauke ?)
  • [Brassicaceae:] Brassica napus ? (Raps ?)
  • [Brassicaceae:] Lepidium coronopus ? (Niederliegender Krähenfuß ?)
  • [Brassicaceae:] Capsella bursa-pastoris ? (Hirtentäschelkraut ?)

Schütze (1931) fasst den Kenntnisstand zusammen: "Grabow fand die Raupe an Sumpfstellen ausschließlich an Barbaraea vulgaris, deren Blätter sie befrisst und durchlöchert. Mitte Oktober gingen alle in die Erde und spannen einen schwachen Erdkokon, in dem sie sich Anfang Juni verwandelten. — Lebt auch an Cardamine, Erysimum und anderen Cruciferen (Spuler)." Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris) dürfte dabei wahrscheinlich falsch bestimmt gewesen sein, da es nicht an "Sumpfstellen" wächst - vermutlich handelte es sich eher um eine Rorippa-Art, was sich aber nicht mehr klären lässt. Mit "Erysimum" war hier wahrscheinlich die Knoblauchsrauke (jetzt Alliaria petiolata) gemeint, aber auch das bleibt leicht unsicher; und über die "anderen Cruciferen" erfahren wir nichts.

Bei der Nahrungspflanze der oben gezeigten Raupe kam es zu keiner abschließenden Bestimmung; ich meine immer noch, dass es sich wahrscheinlich um Sinapis arvensis handelte - eine Pflanze, an der ich die Raupe selbst schon gefunden hatte -, vielleicht auch Sinapis alba oder doch Raphanus sativus (siehe [Pflanzenfoto und Folgebeiträge]).

In der Literatur und in Internetquellen wird meist die große Bedeutung von Barbarakraut hervorgehoben, ohne dass es auch nur in einem Fall zu einer konkreten Bestätigung durch einen neueren Freilandfund an dieser Pflanze kommt. Die Fülle an weiteren, in der Literatur genannten Kreuzblütlern (Brassicaceae) hat eines gemeinsam: dass nicht unterschieden wird zwischen Literaturangaben und eigenen Beobachtungen, zwischen Freilandfunden und Futterpflanzen in der Zucht. Ich versehe die Arten hier deshalb alle mit "?", obwohl ich davon überzeugt bin, dass (fast) alle auch im Freiland genutzt werden; konkrete Angaben aus dem Freiland sind hier aber sehr gewünscht. Und sicher ist die Pflanzenliste noch lange nicht vollständig. Ich vermute z.B., dass bei mir am Oberrhein Rorippa amphibia eine größere Rolle als Raupennahrung spielen könnte - eine Pflanze, die überhaupt noch nie als Nahrung der E. pallidata genannt wurde. Um auch botanisch gut abgesicherte Meldungen wird gebeten!

Eine Freiland-Raupennahrungsangabe aus Europa gibt es doch noch: Bury (2014) meldet aus Südostpolen Raupenfunde unterschiedlichen Alters an Armoracia rusticana auf einem Meerrettich-Feld. Und er fragt sich, ob E. pallidata an dieser Pflanze nicht sogar schädlich sein könnte, da es in Polen viele Meerrettich-Felder gibt. Auch er betont, dass es zu diesem Falter kaum verlässliche Angaben zu Freiland-Raupenfunden gibt.

Angaben zu landwirtschaftlichen Schäden gibt es von außerhalb Europas - und auch dort wird der Meerrettich ("horse radish") als besonders betroffen erwähnt; Morris (1958) schreibt zu Nefundland: "In Newfoundland the species may be very numerous in one year and very scarce the next. When numerous it has been known to defoliate rutabagas and to tunnel into the roots themselves, thereby rendering them unfit for market. In cabbage, the larvae tunnel from the undersurfaces of the leaves up into the head, and, if numerous, completely hollow it out. In addition, the caterpillars are very unsightly in 4 to 8 days. There are four larval instars. The species was found to be unusually free from natural enemies, not a single parasite being reared from field-collected larvae in a 3-year study. Satisfactory control was obtained with DDT either as a spray or as a dust. A spray containing 1 lb. of 50% DDT wettable powder in 50 gal. of water applied to cabbage and turnips at 1'25 gal. per acre gave 90% reduction; 3% dust at 25 to 35 lb. per acre gave 83%. and leave a large amount of excrement throughout the edible portion of the cabbage. Chittenden (1926) reported that in a serious outbreak on turnips near Pittsburgh, Pa., the larvae had eaten the leaves and then riddled the turnips. All cruciferous vegetables are attacked by this insect: turnips, cabbage, cauliflower, Brussels sprouts, kale, kohlrabi, and horse radish, the last being the most susceptible. When early rutabagas are grown along-side cabbage or late rutabagas, the early rutabagas are usually the more heavily infested. A few egg masses were found on shepherds purse, Capaella bursapastoris (L.) Medic. and on sheep sorrel, Rumex acetosella L., but the larvae were not found on these plants." Von Brassica oleracea werden also die Varietäten var. botrytis (Blumenkohl), var. gemmifera (Rosenkohl), var. sabellica (Grünkohl), var. gongylodes (Kohlrabi) als betroffen aufgelistet.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

straminalis: „stramineus strohfarben.“

Spuler 2 (1910: 227L)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Literatur