

+3Kontinente:EU2. Biologie
2.1. Nahrung der Raupe
Noch unbekannt! Nel et al. (2026: 82) ziehen einen Analogschluß zu E. welseriella (s.l.): "Ephestia welseriella est connu pour s’attaquer aux bulbes d’Allium et il donc fort probable que le nombre important de taxon de ce complexe corresponde à la grande diversité connue dans ce genre de Liliacées. Beaucoup de recherches en perspective …"
(Autor: Erwin Rennwald)
3. Weitere Informationen
3.1. Etymologie (Namenserklärung)
Nel et al. (2026) geben keine Erläuterung zu ihrer Namenswahl - da das Taxon von E. welseriella abgespalten wird, ist der Name aber selbsterklärend.
3.2. Taxonomie und Faunistik
Die Arbeit von Nel et al. (2026) hat zwei Eckpfeiler, die einen großen Spannungsbogen bilden. Zunächst sind da die männlichen und weiblichen Genitalien südfranösischer Tiere, die sich in 2 Gruppen aufteilen lassen - und per Barcoding wird bestätigt, dass diese Gruppen so weit auseinander liegen, dass sie als Arten aufgefasst werden könnten. Zum anderen steht da die Frage im Raum, was denn überhaupt "die echte" Ephestia welseriella ist - und hier werfen die Autoren nicht schnell lösbare Fragen auf. Denn sie stellen fest, dass E. welseriella von Sizilien beschrieben wurde, es dazu aber wahrscheinlich kein Typenmaterial gibt. Es wäre also ein Neotypus festzulegen. Zu allem Überfluss gehören heutige Tiere von Sizilien einem eigenen BIN an - sollten sich bei sorgfältiger Analyse auch sonst noch Unterschiede zzwischen diesen Tieren und solchen vom Rest der Welt ergeben, könnte es gut sein, dass die allermeisten "E. welseriella" Europas und Asiens einen (oder mehrere) neuen Namen bräuchten. Hier wäre dann Typenmaterial aller derzeitiger Synonyme zu suchen und zu untersuchen.
Zum Barcode konkret: E. parawelseriella hat BIN BOLD:ACY1394, "E. welseriella" von großen Teilen Europas BIN BOLD:ABW1548, E. welseriella von Sizilien aber BIN BOLD:AGP4713. Es kommen weitere Abweichungen hinzu, d.h., die Taxonomie kann hier nur unter Berücksichtigung des gesamten Verbreitungsgebiets des Komplexes gelöst werden. Interessant werden könnte der Name "Euzophera rhenanella Fuchs, 1877" - da aus Deutschland bisher nur ein BIN bekannt ist, der Name also für den weit verbreiteten BIN steht. Aber es gibt noch weitere BINs und weitere momentane Synonyme. Nur zum Teil konnten hier BINs zugeordnet werden, z.T. gibt es auch gar keine BINs.
Da bis zum Vorliegen der Barcoding-Ergebnisse die französischen Autoren des Autorenteams ihre Tiere von E. parawelseriella schon genitalmorphologisch mit Tieren von "E. welseriella" aus Frankreich verglichen hatten, wurde beschlossen, in der Arbeit "E. welseriella" dem dort zu findenden BIN BOLD:ABW1548 zuzuordnen, die taxonomischen und nomenklatorischen Probleme aber zu erwähnen. Im Barcoding-Tree wurden dann auch nur die beiden BINs aufgenommen, die auch in Frankreich gefunden wurden - BIN BOLD:AGP471 von Sizilien wurde also ganz ausgeklammert.
Daraus ergibt sich für die Verbreitung: "Pour E. welseriella (BOLD:ABW1548), Allemagne, Italie, Portugal, Corse (Ghisoni), France (Hérault, Bouches-du-Rhône dont îles de Marseille, Pyrénées-Orientales, Hautes Alpes, Var, Ain, Drôme, ). Pour E. parawelseriella (BOLD:ACY1394), Italie (dont Sestrières près de Briançon en France), Corse (col de Vergio et Venaco), France : Hérault, Gard, Var, Bouches-du-Rhône, Alpes-de-Haute-Provence, Alpes-Maritimes."
Bezogen auf das Gesamtverbreitungsgebiet des E. welseriella-Komplexes wartet also noch viel Arbeit auf ihre Erledigung.
3.3. Typenmaterial
Nel et al. (2026: 75-76) schreiben: "HOLOTYPE mâle : France, Hérault, Saint Martin-de-Londres, 190 m, 24 août 2016, G. Labonne leg., prép. gen. Gla-016-2738, exemplaire séquencé, coll. G. Labonne. Allotype femelle : idem, Gla-016-2737, exemplaire séquencé, coll. G. Labonne." Dazu kommt eine längere Serie an Paratypen aus den französischen Départements Herault, Gard, Var, Alpes-de-Haute-Provence, Bouches-du-Rhône, Alpes-Maritimes, Haute-Corse (Korsika) und ein Exemplar aus dem italienischen Piemont (Fenestrelle, Chambons-Depot NWN, 1 080 m). Für die Paratypen ist Aufbewahrung im TLMF Innsbruck geplant.
(Autor: Erwin Rennwald)
3.4. Literatur
- Erstbeschreibung: Nel, J., Huemer, P., Labonne, G. & T. Varenne (2026): Premières investigations dans le complexe d’Ephestia welseriella (Zeller, 1848) avec la description d’Ephestia (Anagasta) parawelseriella sp. n (Lepidoptera, Pyralidae, Phycitinae). — Revue de l’Association Roussillonnaise d’Entomologie, 120: 75-83.




