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Falter
Weibchen
Männchen
Weibchen
Bezug der Indikation
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

Die Determination der Pseudatemelia-Arten [jetzt Agnoea-Arten] ist nicht einfach und gelingt mehrheitlich nur über eine Untersuchung der Genitalstrukturen. Bei den Männchen führt dies meistens zu einer eindeutigen Zuordnung. Einzig Pseudatemelia josephinae [jetzt Agnoea josephinae] und P. elsae [jetzt Agnoea elsae] bieten da vielleicht einige Schwierigkeiten. Bei den Weibchen dagegen ermöglicht auch eine GU nicht immer eine hieb- und stichfeste Aussage.

Bei Pseudatemelia subochreella [jetzt Agnoea subochreella] ist die Färbung mehr gelbgrau und die Flügel sind zeichnungslos. (Rudolf Bryner)

2.1. Weibchen

2.2. Genitalien

2.2.1. Männchen
2.2.2. Weibchen

2.3. Nomen novum

Doubleday (1859: 31) [zitiert nach Digitalisat in Google Play]:

“ŒCOPHORA, Stn.

Subochreella.

Subochreella, Dbl.

Panzerella, Steph. (non W. V.)”

2.4. Bezug der Indikation

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

Die Freiland-Raupennnahrung ist strenggenommen unbekannt. Schuetze (1931) liefert mit seinen identisch verlaufenen Zuchten von Agnoea flavifrontella und Agnoea subochreella aber wichtige Anhaltspunkte: "Beide sind zu finden in Nadelwäldern, die mit etwas Laubholz untermischt sind, und die Raupen nähren sich, wie Eizuchten bewiesen, vom ersten Tage an von halbvermorschtem Laub auf dem Boden, indem sie es skelettieren bzw. so ausfressen, dass nur die stärkeren Rippen übrig bleiben. Dabei werden die weicheren Blätter bevorzugt, zum Beispiel Carpinus. Die Säcke beider sind kaum zu unterscheiden. Sie bestehen aus einem mit den Rändern zusammen gelegten und dort verleimten dürren Blattstück; dieses Gehäuse ist an der Gegenseite gerade, nach vorn und hinten verengt und an beiden Enden offen. Manchmal spinnen sich die Raupen zur Verwandlung unten an Baumstämmen fest."

3.3. Verhalten Falter

Schuetze (1931) berichtet zu Agnoea flavifrontella und Agnoea subochreella: "Die Falter fliegen erst in voller Dämmerung und bis zum anbrechenden Morgen freiwillig, am Tage sitzen sie hart an dürre Zweige der Nadelbäume geschmiegt und können durch Erschütterung der Stangenfichten aufgescheucht werden."

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Typenmaterial

Sinev & Lvovsky (2014) lassen wissen: "Types in the Natural History Museum, London (UK)".

4.4. Taxonomie

Corley (2014) weist bei seiner Erstbeschreibung seiner Agnoea nonscriptella darauf hin, dass Sinev & Lvovsky (2014) alle Arten der bisherigen Gattung Pseudatemelia zu Agnoea stellen. Schon zuvor hatten Heikkilä & Kaila (2010) die Gattungen Pseudatemelia und Amphisbatis zu den Lypusidae (innerhalb der Gelechioidea) gestellt.

Walsingham (1901) beschrieb eine "Blastobasis (?) evanescens sp. n." aus Korsika. In seiner Übersicht der Blastobasidae in Walsingham (1907-1908) stellte er die Gattung Agnoea mit Agnoea evanescens als Typus (und einziger bekannter Art) vor. Nach Sinev & Lvovsky (2014) stellte Nel (2012) bei der Untersuchung der Typen beider Taxa Konspezifität von Agnoea evanescens mit der ebenfalls von Korsika beschriebenen Oecophora fuscifrontella Constant, 1884 fest. Diese war längst in die Gattung Pseudatemelia überführt worden, hieß also Pseudatemelia fuscifrontella (Constant, 1884). Nach Sinev & Lvovsky (2014) wurde die Gattung Pseudatemelia aber erst 1910 mit der Beschreibung von Pseudatemelia aeneella Rebel, 1910 aufgestellt, also deutlich nach der Beschreibung der Gattung Agnoea. Sie begründen, warum sie Pseudatemelia fuscifrontella (= Agnoea evanescens) und Pseudatemelia aeneella für Angehörige der gleichen Gattung halten. Dies hatte zur Konsequenz, dass die Gattung Pseudatemelia aufzulösen und alle ihr bisher zugeordneten Arten in die Gattung Agnoea zu überführen waren. Diesen Schritt gingen die Autoren dann auch Art für Art durch.

4.5. Faunistik

Als Typenlokalität hat Großbritannien zu gelten. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.6. Literatur

  • Corley, M. (2014): Five new species of microlepidoptera from Portugal. — Entomologist’s Record and Journal of Variation 126: 229 - 243.
  • Nomen novum: Doubleday, H. (1859): The Zoologist Synonymic List of British Butterflies and Moths. The Arrangement and Nomenclature by M. Guenée. Second edition. 1-40 (einseitig bedruckt), 1-40 (zweiseitig bedruckt). London (E. Newman).
  • Heikkilä, M. & L. Kaila (2010): Reassessment of the enigmatic Lepidopteran Family Lypusidae (Lepidoptera: Tineoidea; Gelechioidea). - Systematic Entomology (2010), 35: 71–89. [erste Seite auf readcube.com]
  • Nel, J. (2012): Blastobasis evanescens Walsingham, 1901, synonyme junior de Pseudatemelia fuscifrontella (Constant, 1885) (Lep. Lypusidae). — Oreina 20: 20-21. [PDF auf oreina.org]
  • [SCHÜTZE (1931): 215]
  • Sinev, S.Yu. & A.L. Lvovsky (2014): Taxonomical status and species composition of the little known genus Agnoea Walsingham, 1907 (Lepidoptera: Gelechioidea: Lypusidae). Таксономический статус и видовой состав малоизвестного рода Agnoea Walsingham, 1907 (Lepidoptera: Gelechioidea: Lypusidae). — Zoosystematica Rossica 23 (1): 137-144. [PDF auf zin.ru/journals]
  • Beschreibung als Batia panzerella: Stephens, J. F. (1834): Illustrations of British Entomology; or, a Synopsis of Indigenous Insects: Containing their Generic and Specific Distinctions; with an Account of their Metamorphoses, Times of Appearance, Localities, Food, and Economy, as Far as Practicable. Haustellata 4: 1-434 + pl. 33-41.
  • Walsingham (1901): New Corsican and French Micro-Lepidoptera. — The Entomologist's Monthly Magazine 37: 177-184.
  • Walsingham (1907) [der Band wurde 1908 publiziert, der Teil mit dem Beitrag laut Inhaltsverzeichnis aber schon am 29. Oktober 1907]: Descriptions of new North American Tineid Moths, with a generic table of the Family Blastobasidae. — Proceedings of the United States National Museum, 33: 197-228. [Scan auf biodiversitylibrary.org]

4.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)