Europarechtlich streng geschützt: Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH), Anhang IV (streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse)
Vorkommen
Länder:?+5Kontinente:EUAS
Falter
Kopula
Eiablage
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Puppe
Ei
Männchen
Weibchen
Aberration
Habitat
Lebensweise
Raupennahrungspflanzen
Inhalt

1. Falter

2. Kopula

3. Eiablage

4. Ausgewachsene Raupe

5. Jüngere Raupenstadien

6. Puppe

7. Ei

8. Diagnose

8.1. Männchen

8.2. Weibchen

8.3. Aberration

8.4. Falter

In Österreich ist Z. polyxena unverwechselbar. In Südostfrankreich, nördlich bis ins Durancetal, fliegt sie stellenweise mit Z. rumina zusammen. Hauptunterscheidungsmerkmal zu dieser Art sind die roten Flecken auf dem Vorderflügel, die Z. rumina kennzeichnen, Z. polyxena aber fehlen.

Im östlichen Mittelmeerraum, von der südlichen Balkanhalbinsel an ostwärts, kommt Z. cerisy vor. Dieser hat ein Schwänzchen am Hinterrand der Hinterflügel. In der Nordtürkei fliegt Z. polyxena zudem gemeinsam mit Z. caucasica. Dieser fehlt, wie auch Z. cerisy, die schwarze Zickzack-Linie am Außenrand der Vorderflügel.

Keine brauchbaren Unterschiede gibt es gegenüber dem umstrittenen Taxon Zerynthia cassandra aus Italien südlich der Poebene; dort kommt Z. polyxena s. str. dann aber auch gar nicht mehr vor.

8.5. Raupe

Die Raupe von Z. polyxena ist in der Färbung sehr variabel. Diese reicht von Orange bis Gräulich und Schwärzlich, und es treten verschiedene Übergangsformen auf. (Albrecht Nissler) [Forum]

8.6. Ähnliche Arten

9. Biologie

9.1. Habitat

Z. polyxena tritt dort auf, wo auch die Nahrungspflanze der Raupe wächst. Dies sind verschiedene Osterluzeiarten (Aristolochia spp.). Diese Pflanzen wachsen in Unkrautfluren auf Feldern, in Weinbergen und Gärten, in Straßengräben aber auch an Flußufern und an Waldrändern. Die Falter kommen meist in tieferen Lagen vor. Vereinzelt kann man sie jedoch in bis zu 1700 m antreffen. In dieser Höhe fliegen die Falter dann gerne auf steinigen Bergwiesen.

9.2. Lebensweise

Die recht bizarr geformte Raupe lebt im Frühjahr offen an der Nahrungspflanze, vorzugsweise jedoch an der Blattunterseite. Sie verpuppt sich nach vier bis sechs Wochen. Die Puppe überwintert und ergibt dann im nächsten Frühjahr den Falter. Dieser schlüpft im warmen, küstennahen Tiefland zuweilen schon Ende Februar; dort ist seine Flugzeit dann bereits Anfang Mai zu Ende. Im Bergland erscheint der Falter jedoch kaum vor Anfang Mai und fliegt dann bis Ende Juni oder Anfang Juli.

Die Osterluzei ist eine hochgiftige Pflanze. Jede einzelne Art enthält etwas unterschiedliche Giftstoffe, an die sich die Raupen angepasst haben. Meist wachsen in einem Gebiet nur ein oder zwei Osterluzeiarten, so dass die Osterluzeifalterraupen auch nur gegen das Gift dieser Arten immun sind. In Österreich und Tschechien leben die Raupen beispielsweise an der Gewöhnlichen oder Aufrechten Osterluzei (Aristolochia clematitis). Versetzt man diese Raupen auf eine andere, südeuropäische Osterluzeiart, vergiften sie sich. Ebenso gehen beispielsweise süditalienische Raupen ein, wenn man sie nach Norden, ins Gebiet einer anderen Osterluzeiart verbringt, bzw. in der Zucht damit füttert.

(Autor: Jürgen Hensle)

9.3. Raupennahrungspflanzen

10. Weitere Informationen

10.1. Etymologie (Namenserklärung)

„Tochter der trojanischen Königs Priamus.“

Spuler 1 (1908: 3L)

10.2. Andere Kombinationen

10.3. Synonyme

10.4. Taxonomie und Faunistik

Z. polyxena ist im südöstlichen Europa bis zum Ural hin weit verbreitet; im Nordwesten werden die tieferen Lagen Österreichs besiedelt, am Südrand der Alpen reicht das Vorkommen am Südrand der Alpen über Italien und Südostfrankreich bis an den Rand der Pyrenäen heran. In Italien fliegt die Art nur nördlich der Poebene und wird südlich davon - bis einschließlich Sizilien - vom umstrittenen Taxon Zerynthia cassandra abgelöst; am Monte Beigua sollen sich die beiden Arten begegnen, ohne dass es zu Kreuzungen kommt.

Dapporto (2010) fotografierte insgesamt 186 Männchen-Genitalpräparate aus einem großen Teil des Verbreitungsgebiets von Z. polyxena. Mit mathematisch-statistischen Verfahren konnte er die Individuen auf zwei Cluster verteilen, wobei ein Cluster sämtliche Tiere aus Italien südlich des Po umfasste, das andere Cluster die italienischen Tiere nördlich des Po und im Rest Europas. Mit Ausnahme des Monte Beigua in Norditalien (ca. 30 km westlich Genua) wurden stets nur Tiere eines Clusters gefunden; die Serie von dort ergab aber 9 Tiere des einen Typs und 3 Tiere des anderen, woraus Dapporto (2010) ein sympatrisches Vorkommen von 2 getrennten Taxa – für ihn Arten – ableitet. Mehr dazu unter Zerynthia cassandra.

(Autor: Erwin Rennwald)

10.5. Verbreitung

Der Osterluzeifalter lebt in Südeuropa, westlich bis Südostfrankreich. Im Osten kommt er bis in den Nordwesten der Türkei und bis zum Südural vor. Von dort zieht sich seine nördliche Verbreitungsgrenze bis nach Mähren, Niederösterreich und entlang des südlichen Alpenrands bis ins Aosta-Tal. Weiter südlich überquert er die Alpen, erreicht im Norden das Durance-Tal und im Westen den Rand der Cevennen und der Pyrenäen.

(Autor: Jürgen Hensle)

Die Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis) gehörte schon vor Jahrhunderten zu den beliebten Pflanzen in Klostergärten etc. Ihre Ansiedlung könnte an den Arealgrenzen von Zerynthia polyxena auch zu einer leichten Arealerweiterung oder zu Arealschwankungen des Falters beigetragen haben. Diese Möglichkeit wird insbesondere für die anscheinend über Jahrzehnte persistierende Population beim Kloster Weltenburg/ Donau in Bayern diskutiert (Bolz 2013). Dass hier auch (mehrfache?) Falter-Aussetzungen die Grundlage für die Ansiedlung gewesen sein könnten, ist aber zumindest genauso wahrscheinlich. Dass sich solche Ansiedlungen für einige Jahre halten können, zeigen zwei kleine, eindeutig auf illegaler Ansiedlung beruhende Populationen in Unterfranken. Vor diesem Hintergrund hat A. Steiner in Gaedike et al. (2017) die Art mit in das "Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands" aufgenommen und begründet: "Offenbar hat in historischer Zeit in D mindestens zeitweilig eine kleine Population in BY existiert. Ob diese auf künstlicher Ansiedlung durch den Menschen oder auf natürlicher Ausbreitung beruhte, ist ebenso unbekannt - und wohl nicht mehr zu klären - wie der Ursprung des Aristolochia-Vorkommens." Aktuell jedenfalls gibt es in Deutschland nur wenige, sicher auf illegaler Aussetzung beruhende und wahrscheinlich wenig langlebige Kleinstpopulationen dieser Art.

(Autor: Erwin Rennwald)

10.6. Literatur

10.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)