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Falter
Aberration
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Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Ei
Falter ♀
Falter Geschlecht nicht bestimmt
Genitalien ♀
Erstbeschreibung
Habitat
Raupennahrungspflanzen
Prädatoren
LebendfotosDiagnoseFalterÄhnliche ArtenGenitalienBiologieWanderverhaltenLebensweise der RaupeNahrung der RaupeWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)Andere KombinationenSynonymeVerbreitungTypenmaterialLiteraturInformationen auf anderen Websites (externe Links)

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Aberration

1.3. Eiablage

1.4. Ausgewachsene Raupe

1.5. Jüngere Raupenstadien

1.6. Fraßspuren und Befallsbild

1.7. Puppe

1.8. Ei

2. Diagnose

2.1. Falter

Vanessa cardui kann leicht mit dem Amerikanischen Distelfalter (V. virginiensis) verwechselt werden. Dieser wird gelegentlich an die Westküste Europas verdriftet und ist auf den Kanaren, Madeira und dem portugiesischen und spanischen Festland heimisch geworden. Von dort aus dringt er ganz vereinzelt bis Frankreich und in die Schweiz vor und könnte auch im Westen Deutschlands angetroffen werden. V. virginiensis ist durchschnittlich etwas kleiner als V. cardui. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal findet sich jedoch auf der Unterseite der Hinterflügel. Dort hat V. cardui vier bis fünf kleine Augen in der Randbinde, V. virginiensis nur zwei, aber viel größere Augen.

2.1.1. Weibchen

2.1.2. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Ähnliche Arten

2.3. Genitalien

2.3.1. Weibchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Wanderverhalten

Der Distelfalter ist ein Saisonwanderer 1. Ordnung. Er ist der Wanderfalter schlechthin. Er verträgt (fast) keinen Frost und kann auch nicht inaktiv überwintern. Daher zieht er sich im Herbst in südlichere Breiten zurück. Im für Europa relevanten Bereich, in die Regionen im äußersten Süden Europas und nach Afrika nördlich und südlich der Sahara. Einwanderer, die im Februar und März den südlichen Mittelmeerraum erreichen, stammen größtenteils aus der Sahelzone, also dem tropischen Afrika südlich der Sahara. Da nördlich der Sahara schon im Frühjahr die Nahrungspflanzen der Falter wie der Raupen vertrocknen, wandern auch hier geschlüpfte Falter ab Februar oder März nordwärts, erreichen erst das Mittelmeergebiet und, meist ab etwa Ende April, auch Mitteleuropa. Falter die zu uns einfliegen, sind oftmals total abgeflogen, das sind dann Tiere, die direkt aus Nordafrika oder auch den Kanarischen Inseln eingewandert sind. Besser erhaltene, zuweilen scheinbar fast frische Tiere kommen aus Südfrankreich, Norditalien und Nordwestkroatien. Andere Falter fliegen weiter nordwärts bis Skandinavien und Island. Die Einwanderung ist jahrweise sehr unterschiedlich stark. In manchen Jahren bleibt sie fast vollständig aus, bzw. erreicht nur noch Südeuropa, in anderen fliegt der Falter in ungeheueren Massen bis weit in den Norden. Die Einwanderung ist Ende Juni größtenteils abgeschlossen. Der Distelfalter bildet dann hier eine ab etwa Ende Juni bis Mitte August schlüpfende Generation aus, die sich bereits wieder zum größten Teil aus Norddeutschland und Skandinavien zurückzieht. Soweit bekannt erreicht die Südwanderung zu diesem Zeitraum nur das südliche Mitteleuropa, evtl. auch noch die Gebirge des nördlichen Südeuropas. In warmen Jahren wandern auch aus den wärmeren Lagen des südlichen Mitteleuropas im Juli viele Falter in etwas höher gelegene und/oder feuchtere Regionen ab. Ab Ende August schlüpft die 2. Nachfolgegeneration der Einwanderer, die dann fast vollständig nach Südeuropa, ab September auch schon über die Sahara südwärts, abwandert. Schon Anfang Oktober sind in Mitteleuropa meist nur noch wenige Einzelfalter zu sehen. Vereinzelt können Ende Oktober noch einmal einzelne frische Exemplare beobachtet werden. Möglicherweise sind dies Nachkommen skandinavischer Tiere, welche im August nur bis Mitteleuropa zurückgeflogen waren. In Jahren mit besonders warmem Spätsommer und Frühherbst können aber auch Falter der 2. Nachkommensgeneration der Einwanderer in Mitteleuropa noch einmal Eier ablegen. So sieht man im Herbst zuweilen stationäre Falter, die wochenlang vor Ort bleiben, sich zunehmend abfliegen, aber eben nicht abwandern. Bleibt der Herbst warm, sieht man deren letzte Nachkommen zuweilen noch im November oder gar Dezember.

Wahrscheinlich dient die ständige Abwanderung auch dem Schutz vor Parasitoiden. Denn nach starken Einwanderungen im Frühjahr sind deren Raupennachkommen oftmals sehr stark parasitiert, die Nachfolgegeneration der Einwanderer ist dann lange nicht so häufig und die 2. Nachkommensgeneration tritt teilweise nur noch vereinzelt auf.

Über die genauen Details seines Wanderverhaltens ist insgesamt noch sehr wenig bekannt. Durch genaue Beobachtung seines Verhaltens, kann hier gerade auch der Laie noch viel zu seiner Erforschung beitragen!

3.2. Habitat

Der Distelfalter ist ein Bewohner offener Landstriche. Im Frühjahr legen die Einwanderer ihre Eier vorzugsweise im warmen, offenen Gelände ab. Im Sommer werden hingegen, speziell in heißen Jahren, etwas kühlere, feuchtere und schattigere Stellen bevorzugt, die heißen, offenen jedoch keineswegs vollständig gemieden. Dies können Waldränder oder sehr breite Waldwege sein, wie auch Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren.

3.3. Lebensweise der Raupe

Die Raupen finden sich in Mitteleuropa fast ausschließlich von Mai bis August, selten bis Oktober. Die Raupe ist nicht wählerisch. Neben Disteln (hauptsächlich Carduus- und Cirsium-spp.) frisst sie auch an Brennnesseln (Urtica-spp.), Flockenblume (Centaurea-spp.), Malven (Malva-spp.), Beifuß (Artemisia-spp.) und einer Fülle anderer Pflanzen. Wenn sich die Raupen bei Massenvermehrungen gegenseitig die Nahrungspflanzen wegfressen, können sie zuweilen in Gärten und auf Feldern schädlich werden. Sie fressen dann notfalls auch an völlig untypischen Nahrungspflanzen, wie z. B. Möhren (Daucus carota), Klee (Trifolium-spp.) oder gar Bohnen (Phaseolus vulgaris) und Berardia subacaulis [Forum].

(Autor: Jürgen Hensle)

3.4. Raupennahrungspflanzen

3.5. Prädatoren

3.6. Nahrung der Raupe

  • [Asteraceae:] Cirsium arvense (Acker-Kratzdistel) [sehr häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium vulgare (Gewöhnliche Kratzdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium palustre (Sumpf-Kratzdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium eriophorum (Wollköpfige Kratzdistel) [z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium acaule (Stengellose Kratzdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium rivulare (Bach-Kratzdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium oleraceum (Kohldistel, Kohl-Kratzdistel) [öfters genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cirsium ferox [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich]
  • [Asteraceae:] Helichrysum arenarium (Sand-Strohblume) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Helichrysum stoechas (Mittelmeer-Strohblume) [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich, auch Beobachtungen von E. Rennwald in Frankreich]
  • [Asteraceae:] Carduus nutans (Nickende Distel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Carduus acanthoides (Weg-Kratzdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Carduus pycnocephalus (Knäuelköpfige Distel) [Raupenfunde Salvidar & Wilson-Rankin (2024) in Kalifornien (USA)]
  • [Asteraceae:] Onopordum acanthium (Gewöhnliche Eselsdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Onopordum sp. (Eselsdistel) [Hesselbarth et al. (1995) in der Türkei]
  • [Asteraceae:] Carlina acaulis (Silberdistel) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Carlina vulgaris (Golddistel) [z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Carlina acanthifolia (Akanthusblättrige Eberwurz) [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich]
  • [Asteraceae:] Arctium minus (Kleine Klette) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Arctium lappa (Große Klette) [öfter genutzt, z.B. Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Arctium sp. (Klette) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Artemisia vulgaris (Gewöhnlicher Beifuß) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Artemisia campestris (Feld-Beifuß) [Weidemann (1995)]
  • [Asteraceae:] Echinops ritro (Ruthenische Kugeldistel) [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich, Hensle & Rennwald (2004: 255) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Echinops sphaerocephalus (Drüsenblättrige Kugeldistel) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Cynara cardunculus [= Cynara scolymus] (Artischocke) [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich]
  • [Asteraceae:] Cynara sp. (Zier-Artischocke) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Berardia lanuginosa [= Berardia subacaulis] (Berardie) [https://forum.lepiforum.org/post/704953]
  • [Asteraceae:] Gnaphalium uliginosum (Sumpf-Ruhrkraut) [Steiniger & Eitschberger (1994: 46) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Logfia gallica [= Filago gallica] (Französisches Filzkraut) [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich]
  • [Asteraceae:] Filago minima (Kleines Filzkraut) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Laphangium luteoalbum [= Gnaphalium luteoalbum, Helichrsyum luteoalbum] (Gelblichweißes Ruhrkraut) [bladmineerders.nl]
  • [Asteraceae:] Centaurea sp. (Flockenblume) [Hesselbarth et al. (1995) in der Türkei]
  • [Asteraceae:] Centaurea stoebe (Rispen-Flockenblume) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Centaurea jacea (Wiesen-Flockenblume) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Centaurea montana (Berg-Flockenblume) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Centaurea nigra ssp. nemoralis (Schwarze Flockenblume) [Hensle & Rennwald (2004: 254) im Nordschwarzwald]
  • [Asteraceae:] Silybum marianum (Mariendistel) [Eiablage-Beobachtung E. Rennwald in Südfrankreich]
  • [Asteraceae:] Silybum sp. (Mariendistel) [Hesselbarth et al. (1995) in der Türkei]
  • [Asteraceae:] Helianthus annuus (Gewöhnliche Sonnenblume) [Bräu et al. (2013) in Bayern, in den USA teilweise schädlich]
  • [Asteraceae:] Cichorium intybus (Wegwarte) [Weidemann (1995)]
  • [Asteraceae:] Cichorium sp. (Wegwarte) [Hesselbarth et al. (1995) in der Türkei]
  • [Asteraceae:] Pulicaria dysenterica (Großes Flohkraut) [Ei-Foto Jürgen Hensle im Kaiserstuhl]
  • [Asteraceae:] Zinnia elegans (Zinnie) [Hensle & Rennwald (2004: 254) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Achillea millefolium agg. (Wiesen-Schafgarbe) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Tussilago farfara (Huflattich) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Chrysanthemum indicum (Winteraster) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Asteraceae:] Hieracium piloselloides (Florentiner Habichtskraut) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Tanacetum vulgare (Rainfarn) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Calendula sp. (Ringelblume) [in USA]
  • [Asteraceae:] Gazania sp. (Mittagsblume) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Asteraceae:] Micropus erectus (Falzblume) [Speidel & Hassler (1990) in Marokko]
  • [Asteraceae:] Micropus erectus subsp. bombicinus [= Micropus bombicinus, Bombycilaena discolor] [Tennent (1990) in Marokko]
  • [Asteraceae:] Xanthium spinosum (Dornige Spitzklette) [bladmineerders.nl (Quelle ?)]
  • [Asteraceae:] Galactites tomentosus ? (Filzige Milchfleckdistel ?) [Vieira (2008: 245-246)]
  • [Malvaceae:] Malva moschata (Moschus-Malve) [häufig genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Malvaceae:] Malva parviflora (Kleinblütige Malve) [nach Steiniger & Eitschberger (1994) zahlreich auf Fuerteventura, nach Rungs (1981) auch Marokko]
  • [Malvaceae:] Malva alcea (Rosen-Malve) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Malvaceae:] Malva sylvestris (Wilde Malve) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Malvaceae:] Malva neglecta (Weg-Malve) [eigene Beobachtungen in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Malvaceae:] Malva pusilla (Kleinblütige Malve) [eigene Beobachtungen in Israel]
  • [Malvaceae:] Lavatera cretica [= Malva multiflora] (Kretische Streuchpappel) [bladmineerders.nl]
  • [Malvaceae:] Alcea sp. (Stockrose) [eigene Beobachtungen in Baden-Württemberg]
  • [Malvaceae:] Althaea sp. (Eibisch) [Hesselbarth et al. (1995) in der Türkei]
  • [Malvaceae:] Gossypium sp. (Baumwolle) [Vieira (2008: 245-246)]
  • [Boraginaceae:] Cynoglossum officinale (Gewöhnliche Hundszunge) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Boraginaceae:] Echium vulgare (Natternkopf) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Boraginaceae:] Echium plantagineum (Wegerichblättiger Natternkopf) [Rungs (1981): in Marokko bei Massenvermehrung]
  • [Boraginaceae:] Echium gaditanum (Gaditaner-Natternkopf) [bladmineerders.nl (Quelle ?)]
  • [Boraginaceae:] Borago officinalis (Boretsch) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Boraginaceae:] Symphytum officinale (Arznei-Beinwell) [öfter genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Boraginaceae:] Symphytum asperum x officinale (Comfrey) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Boraginaceae:] Anchusa officinalis (Gemeine Ochsenzunge) [eigene Raupenfunde in Baden-Württemberg]
  • [Boraginaceae:] Amsinckia menziesii (Kleinblütige Amsickie) [Raupenfunde Salvidar & Wilson-Rankin (2024) in Kalifornien (USA)]
  • [Urticaceae:] Urtica dioica (Große Brennnessel) [öfters genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Urticaceae:] Parietaria officinalis (Aufrechtes Glaskraut) [Lafranchis (2000: 381 in Frankreich]
  • [Urticaceae:] Boehmeria nivea (Weiße Ramie) Vieira (2008: 245-246)]
  • [Fabaceae:] Glycine max (Sojabohne) [regelmäßig genutzt, mitunter "schädlich"; z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, auch eigene Funde in der Schweiz]
  • [Fabaceae:] Trifolium pratense (Rot-Klee, Roter Wiesenklee) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Fabaceae:] Trifolium sp. (Klee) [ausnahmsweise bei Massenvermehrung]
  • [Fabaceae:] Phaseolus vulgaris (Bohne) [Rungs (1981): in Marokko bei Massenvermehrung]
  • [Fabaceae:] Medicago sativa (Saat-Luzerne) [Rungs (1981): in Marokko bei Massenvermehrung]
  • [Fabaceae:] Cytisus scoparius [= Sarothamnus scoparius] (Besenginster) [E. Rennwald in Steiniger & Eitschberger (1994: 47) in Baden-Württemberg]
  • [Fabaceae:] Lupinus sp. (Lupine) [bladmineerders.nl (Quelle ?)]
  • [Plantaginaceae:] Plantago lanceolata (Spitz-Wegerich) [öfters genutzt, z.B. Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Plantaginaceae:] Plantago coronopus (Krähenfuß-Wegerich) [Marabuto (2018: ) in Portugal]
  • [Plantaginaceae:] Plantago major (Breit-Wegerich, Großer Wegerich) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg]
  • [Rosaceae:] Dryas octopetala (Weiße Silberwurz) [https://www.pyrgus.de/Vanessa_cardui.html]
  • [Rosaceae:] Potentilla anserina (Gänse-Finkerkraut) [Ebert & Rennwald (1991) Raupenfund in Baden-Württemberg]
  • [Salicaceae:] Salix caprea (Sal-Weide) [Bräu et al. (2013) in Bayern]
  • [Poaceae:] Zea mays (Mais) [Rungs (1981): in Marokko bei Massenvermehrung]
  • [Cucurbitaceae:] Citrullus colocynthis (Koloquinte) [Rungs (1981): in Marokko bei Massenvermehrung]
  • [Vitaceae:] Vitis vinifera (Weinrebe) [Rungs (1981): in Marokko bei Massenvermehrung]
  • [Amaranthaceae: Chenopodioideae:] Chenopodium album (Weißer Gänsefuß) [Hensle & Rennwald (2004: 255) an der Mosel]
  • [Apiaceae:] Heracleum sphondylium ? (Wiesen-Bärenklau ?) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, mehrere Eiablage-Beobachtungen E. Rennwald, ob als Raupennahrung geeignet ?]
  • [Apiaceae:] Anthriscus sylvestris ? (Wiesen-Kerbel ?) [Ebert & Rennwald (1991) in Baden-Württemberg, Eiablage-Beobachtung E. Rennwald, ob als Raupennahrung geeignet ?]
  • [Apiaceae:] Daucus carota ? (Wilde Möhre ?) [bei Massenvermehrung, ob als Raupennahrung geeignet ?]
  • [Brassicaceae:] Brassica napus ? (Raps ?) [Vieira (2008: 245-246): nur ausnahmsweis, ob als Raupennahrung geeignet ?e]
  • [Euphorbiaceae:] Ricinus communis ? (Rizinus ?) [Vieira (2008: 245-246): nur ausnahmsweise, ob als Raupennahrung geeignet ?]
  • [Solanaceae:] Nicotiana rustica ? (Bauern-Tabak ?) [bladmineerders.nl ohne Quellennennung, ob als Raupennahrung geeignet ?]
  • [Solanaceae:] Nicotiana tabacum ? (Virginischer Tabak ?) [bladmineerders.nl ohne Quellennennung, ob als Raupennahrung geeignet ?]
  • [Scrophulariaceae:] Verbascum sp. ? (Königskerze ?) [bladmineerders.nl ohne Quellennennung, ob als Raupennahrung geeignet ?]

C. cardui nutzt neben "Disteln" zahlreiche Pflanzen aus den Familien Asteraceae, Malvaceae und Boraginaceae, dazu auch Vertreter der Urticaceae, seltener der Fabaceae und Plantaginaceae, ausnahmsweise der Rosaceae, Salicaceae und Apiaceae. Die obige Liste beruht im Kern auf den Zusammenstellungen von Ebert & Rennwald (1991) für Baden-Württemberg, Kolbeck in Bräu et al. (2013) für Bayern und Lafranchis (2000) für Frankreich. Sie ist sicher auch für dieses Gebiet noch sehr unvollständig.

Steiniger & Eitschberger (1994: 45-47) meldeten: "Interessant ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung von zahlreichen Raupen am 20.VII. Im Fichtelgebirge (8590 Marktredwitz), wo die Tiere in einem trockengelegten Weiher an Gnaphelium uliginosum fraßen (236)." Und weier: "Bemerkenswert sind hier das Auftreten zahlreicher Raupen auf den Kanareninseln Fuerteventura und Lanzarote vom 21.11.-3.III.1991 (400). Die Raupen (bis zu 7000 auf einem Brachacker) fraßen hier ausschließlich an Malva parviflora." Dann auch noch: "Raupenbeobachtungen stammen aus der Zeit zwischen dem 1 .VII. und dem 16.VIII. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Nennung von Futterpflanzen wie Stockrose (245), Beifuß (532, 841) und Besenginster (532, 841)." Die Pflanzen meiner eigenen Beobachtung (532) waren nicht einfach "Futterpflanzen", sondern Freiland-Raupennahrungspflanzen; Artemisia vulgaris war hier öfters belegt, doch eine Raupe fraß tatsächlich am Besenginster - ob sie das überlebt hat, weiß ich nicht.

Die Angaben zu Artemisia campestris und Cichorium intybus gehen auf Weidemann (1988: 156) zurück. Er schrieb: "In Südtirol fand ich Raupen auch an Feld-Beifuß (Artemisia campestris). [...] RIESCH fand Raupen wiederholt an Wegwarte (Cixchorium intybus). Daran war der Raupenbesatzz höher als an benachbarten Disteln (C. arvense)."

Die Liste von Tennent (1996: 48) für Nordwest-Afrika liest sich deutlich anders: "Host-plants: Citrullus colocynthis (Cucurbitaceae), Vitis vinifera (Vitaceae), Medicago sativa (Fabaceae), Phaseolus vulgaris (Fabaceae), Echium plantagineum (Boraginaceae) (Rungs 1981); Micropus bombicinus (Asteraceae) (Devarenne, 1990); M. erectus, Brassicaceae sp. (Speidel & Hassler 1990); in Egypt Malva parviflora (Malvaceae) (Wiltshire 1948)." Dies liegt daran, dass der Autor den ersten Satz von Rungs (1981: 458) weggelassen und den zweiten Satz aus dem Zusammenhang gerissen hatte: "Les chenilles ont été régulièrement observées sur des Carducées et des Malvacées ; mais en cas de pullution, elles se sont attaquées à toutes sortes de végetaux dont Citrullus colocynthis, Vitis vinifera, Medicago sativa, Phaseolus vulgaris, Echium plantagineum." Bei Speidel & Hassler (1990: 113) hieß es konkret: "Polyphag. in der Sahara nachgewiesen u.a. an Micropus erectus und distelartigen Asteraceae (El Kantara, FALKENHAHN i.l.) sowie an Brassicaceae (Mager nach Falkenhahn i.l.)."

Hesselbarth et al. (990-991) berichten aus der Türkei: "Als Ablage- und Wirtspflanze dient eine Vielzahl von Arten verschiedener Pflanzenfamilienb: im Frühsommer in erster Linie Compositae (Cirsium, Onobasis, Onoordum, Centaurea, Silybum, Carduus, Arctium, Cichorium), Urticaceae (Urtica, Parietaria) (Holtz 1897) und Boraginaceae (Anchusa, Echium), im Herbst und während des Winters Malvaceae (Malva, Althaea) (Mathew 1881; Wiltshire 1957b; Larsen & Nakamura 1983; Owen 1987)." Und sie ergänzen: "In Notzeiten fressen die Raupen nach Scott (1986b: 282) auch Labiatae, Leguminosae, Chenopodiaceae, Solanaceae, Rosaceae, Convolvulaceae, Cruciferae, Polygonaceae, Umbelliferae, Rhamnaceae, Ulmaceae, Rutaceae und selbst Mais. In Nordamerika können sie in Sojabohnenkulturen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden anrichten; im Irak nach Wiltshire bisweilen in Artischocken (Cynara scolymus)Kulturen (Compositae)."

Die lange Liste von Vieira (2008: 245-246) dürfte weitgehend oder gar komplett auf der Übernahme von Pflanzen aus der Sekundärliteratur beruhen. Bemerkenswert sind: Boehmeria nivea (Urticaceae), Galactites tomentosus und Gossypium sp., dazu Brassica napus und Ricinus sp. mit dem Hinweis, dass Brassicaceae und Fabaceae nur notfalls genutzt werden. Bei Marabuto (2018: 382) handelt es sich um Primärangaben. Er listet: "L:01-XI-2001, 27-XII-2001, 19-I-2002, on Malva sylvestris, 20-IV-2002 on Malva sylvestris, Malva parviflora L. and Plantago coronopus L., 26-IV-2003, 17-V-2003, 26-XII-2005 on Malva sylvestris, 01-V-2009 on Galactites tomentosus Moench." Die Nutzung von Galactites tomentosus wird damit bestätigt, Plantago coronopus erstmals genannt.

Salvidar & Wilson-Rankin (2024) schrieben in ihrem Abstract: "In North America, over 100 species have been identified as V. cardui larval host plants." Sie untersuchten Tiere in Kalifornien: "In the spring of 2023, we collected 27 larvae and 16 adult butterflies from the wild (Riverside, CA). Second and third instar larvae were collected opportunistically from Amsinckia menziesii, C. vulgare, or Carduus pycnocephalus." Insgesamt stellten sie eine sehr große Mortalität der Raupen bei unterschiedlicher Raupennahrung fest.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

Carduus Distel, Futter der Raupe.“

Spuler 1 (1908: 20L)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Verbreitung

Der Distelfalter ist fast weltweit verbreitet. Er fehlt lediglich in Südamerika und der Antarktis. In Europa ist er aus jedem Land nachgewiesen, wurde selbst schon auf Spitzbergen gefunden. In den Alpen steigt er auf Wanderungen bis in die höchsten Lagen. In den von Sommerfrost gefährdeten alpinen Hochlagen legt er jedoch normalerweise keine Eier mehr ab.

(Autor: Jürgen Hensle)

Zu den Trans-Sahara-Wanderungen siehe Reich et al. (2024). Zu Wanderungen in Indien bis in den Himalaya siehe Singh et al. (2021).

(Autor: Erwin Rennwald)

4.5. Typenmaterial

Honey & Scoble (2001: 308): “LSL [The Linnean Society of London, Anm. Red. Lepiforum]: 1 ♂? labelled “107. Cardui” [by Linnaeus], “Cardui 774.” [by Smith], here designated as LECTOTYPE.”

4.6. Literatur

4.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)