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Falter
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Puppe
Ei
Männchen
Weibchen
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Ausgewachsene Raupe

1.3. Jüngere Raupenstadien

1.4. Puppe

1.5. Ei

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

Die Nahrung der Raupe im Freiland ist noch unbekannt!

Deutsch (2016) liefert zu dieser Art einen "Beitrag zur Biologie und Zuchtbericht". Ein am 31. Juli 2015 in den Karnischen Alpen eingefangenes Weibchen legte Eier: "Am 10. August schlüpften die ersten Räupchen. Als Nahrung wurden zarte Löwenzahnblättchen gereicht, die sofort angenommen wurden. Die winzigen Raupen fraßen kleine Löcher in die Epidermis der Blätter, unter welchen sie sich versteckten. Sie fertigten am Behälterboden, unterhalb der Löwenzahnblätter, einen Gespinstpolster und lange Gänge, worin sie sich bewegten und die Pflanzen von unten her befraßen." Wie eine Bildunterschrift zu dieser Zucht (s.o.) zeigt, ließen sich die Raupen auch mit Endivie (Cichorium endivia) füttern. Die allermeisten Raupen überwinterten ausgewachsen und verpuppten sich im Frühjahr ohne erneute Nahrungsaufnahme.

Primäres Ziel der Zucht war es, die Präimaginalstadien zu beschreiben.Fütterungsversuche mit weiteren Pflanzen wurden nicht unternommen. Es ist aber zu vermuten, dass noch weitere Asteraceen und möglicherweise auch Vertreter anderer Pflanzenfamilien zur Zucht geeignet wären. Über die Freiland-Raupennahrung ist damit noch nichts bekannt, denn auch erfolglose Suchen trotz Erfahrungen in der Zucht gehören dazu, wie Deutsch (2016) selber berichtet: "Während die Raupennahrungspflanze von U. murinalis nach Burmann (1943, 1944) das Zweiblütige Veilchen (Viola biflora) ist, konnte diese Pflanze für U. carniolica vorerst nicht bestätigt werden, obwohl sie an den Fundorten fast überall am schattigen Fuß von Felsen und größeren Steinen vorkommt. Die Suche nach den Raupen an zwei verschiedenen Fundplätzen war nicht erfolgreich."

4. Weitere Informationen

4.1. Taxonomie

U. carniolica wurde erst sehr spät als eigenständige Art erkannt. Die genetischen Untersuchungen von Mally et al. (2018) bestätigen den Artstatus aber klar. Schwesterart ist Udea donzelalis.

4.2. Faunistik

Deutsch (2016) gibt eine detaillierte Analyse der Vorkommen: "Während U. murinalis über den gesamten Alpenraum verbreitet ist, gilt U. carniolica nach bisherigen Erkenntnissen als Endemit der Süd- und Südostalpen (Huemer & Tarmann 1989). Beide Arten bewohnen hochalpine Felsenbiotope und dort hauptsächlich ausgedehnte Geröllhalden. Udea carniolica findet sich auf den Kalkschutthalden der Gebirgsmassive der Dolomiten sowie der Karnischen und Julischen Alpen [...] in Osttirol, Südtirol, Venezien, Friaul und Slowenien, vorwiegend in Höhenlagen zwischen 1850 und 2800 m (Huemer & Tarmann 1989)." Bezogen auf Österreich meldet er: "Österreichweit wurden bisher Vorkommen in den Lienzer Dolomiten (Lavanter Almtal, Umgebung Karlsbader Hütte, Kerschbaumer Alm) und den Karnischen Alpen (Leitnertal, Obertilliachertal, Erschbaumertal) in Höhen zwischen 1250 und 2400 m festgestellt. In dem an Osttirol angrenzenden südlichen Teil Kärntens wird die Art mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein."

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Literatur