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Falter
Raupe
Männchen
Weibchen
Männchen
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Asteraceae:] Senecio ovatus [= Senecio fuchsii, Senecio ovata] (Fuchs-Greiskraut, Fuchs-Kreuzkraut, Fuchssches Greiskraut)
  • [Asteraceae:] Senecio nemorensis ? (Hain-Greiskraut, Hain-Kreuzkraut ?)
  • [Asteraceae:] Artemisia sp. ? (Beifuß ?)
  • [Asteraceae:] Rhaponticum scariosum ssp. rhaponticum ? [= Centaurea rhapontica, Leuzea rhapontica, Stemmacantha rhapontica] (Alpen-Bergscharte, Riesen-Flockenblume ?)
  • [Melanthiaceae:] Veratrum album (Weißer Germer)
  • [Apiaceae:] Chaerophyllum aureum (Gold-Kälberkropf)
  • [Ranunculaceae:] Ranunculus aconitifolius (Eisenhutblättriger Hahnenfuß)
  • [Gentianaceae:] Gentiana asclepiadea (Schwalbenwurz-Enzian)
  • [Rosaceae:] Aruncus dioicus ? (Wald-Geißbart ?)

Denis & Schiffermüller (1775) kannte die Raupe zu der von ihnen knapp beschriebenen Art noch nicht. Rebel in Spuler (1910: 235) vermerkte: "Die unbeschriebene Raupe lebt in knäuelförmig versponnenen Trieben von Senecio ovata im Juni." Ob das eine Primärangabe war, ist mir nicht klar, jedenfalls dürfte dem ein Freiland-Raupenfund zugrunde liegen. Diese Angabe, meist verallgemeinert zu "Senecio" oder "Senecio spp." wurde seither regelmäßig abgeschrieben.

Müller (1963) berichtet über ein Zuchtergebnis: "Ein am 27.6.1961 auf der Loochalp bei Amden (ca 1500 m) gefangenes ♀ von Udea alpinalis Den. & Schiffm. legte noch einige Eier ab, mit denen ich eine Zucht durchführte. In Ermangelung von Senecio ovata (Rebel: in Spuler, 1910, p. 235) fütterte ich mit Taraxacum und Mycelis muralis (L.) Dum. Beide Futterpflanzen wurden willig angenommen; zuerst Schabefraß, später wurden die Blätter ganz verzehrt."

Ganz unverständlich sind die Zeilen von Leraut (2012): "Host plants: Senecio (ragwort etc.) and Artemis and other subalpine Compositae." Was das für andere Asteraceen sein sollen, wird nicht erklärt, und was er mit "Artemis" meint schon gar nicht: Eine solche Pflanzengattung gab und gibt es nicht, weder in den Alpen noch sonstwo - sollte es also Artemisia heißen oder Anthemis ? Der Autor lässt einen unwissend zurück. Die Lösung findet sich bei Slamka (1995), der geschrieben hatte: "Die Raupe lebt 8.-6. in einem Gespinst zwischen Blüten und Früchten von Senecio nemorensis, Artemisia und Leuzea rhapontica." "Senecio nemorensis" meint hier sehr wahrscheinlich nichts anderes als "Senecio nemorensis ssp. fuchsii, also die Pflanze, die schon Rebel (2010) als "Senecio ovata" gemeldet hatte. Ob es zu einer dieser Pflanzen Freilandfunde gab, bleibt ungeklärt.

All das klingt jedenfalls ganz danach, als wäre die Raupe an Korbblütler (Asteraceae) gebunden. Doch die von Peter Buchner aus Österreich berichteten Raupenfunde an Weißem Germer (Veratrum album) und Gold-Kälberkropf (Chaerophyllum aureum) - mit anschließender erfolgreicher Zucht - passen da gar nicht dazu. Zumindest die ausgewachsene Raupe scheint doch recht polyphag zu sein.

Slamka (2013) greift alle diese Angaben auf und schreibt: "The larva feeds 8-6 in a web amongst flowers and fruits of various herbs such als Senecio spp. (often S. nemorensis), Artemisia spp., Veratrum Album, Chaerophylleum aureum, Leuzea rhapontica, Aruncus dioicus." Letztere Pflanze ist neu in der Liste - doch auch hier ist nicht zu erfahren, ob dem eine Freilandbeobachtung zugrunde liegt.

Schmid (2019: 792) berichtet über eigene Funde in den Alpen: "Die Raupe ist polyphag; sie wurde unter anderen an Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), an Eisenhutblättrigem Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius) und Weißem Germer (Veratrum album) gefunden 4, 5). Sie lebt in einer Blattröhre".

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„alpinus alpin.“

Spuler 2 (1910: 235L)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Literatur

  • Erstbeschreibung: [Denis, M. & J. I. Schiffermüller] (1775): Ankündung eines systematischen Werkes von den Schmetterlingen der Wienergegend herausgegeben von einigen Lehrern am k. k. Theresianum. 1-323, pl. I a+b, Frontispiz. Wien (Augustin Bernardi). — Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München: [123].
  • Leraut, P. (2012): Moths of Europe. Volume 3. Zygaenids, Pyralids 1 and Brachodids. - 599 S.; Verrières-le-Buisson (N.A.P Editions).
  • Mally, R., Huemer, P. & M. Nuss (2018): Deep intraspecific DNA barcode splits and hybridisation in the Udea alpinalis group (Insecta, Lepidoptera, Crambidae) – an integrative revision. — ZooKeys, 746: 51–90. doi: 10.3897/zookeys.746.22020. [zum open-access-Artikel auf pensoft.net]
  • Müller, O. (1963): Die Raupe von Udea alpinalis Den. & Schiffm. — Deutsche Entomologische Zeitschrift, N.F. 10 (1/2): 122.
  • Panigaj, L. & M. Kulfan (2012): Distribution and bionomics of Udea alpinalis (Lepidoptera, Pyralidae) in Western Carpathians (Slovakia). — Vestnik zoologii 46 (3): 281-285. [PDF auf degruyter.com]
  • Schmid, J. (2019): Kleinschmetterlinge der Alpen : Verbreitung : Lebensraum : Biologie. - 800 S.; Bern (Haupt-Verlag).
  • Slamka, F. (1995): Die Zünslerfalter (Pyraloidea) Mitteleuropas. Bestimmen – Verbreitung – Fluggebiet – Lebensweise der Raupen. – 112 S.; Poprad-Tatry (Verlag Prunella).
  • Slamka, F. (2013): Pyraloidea of Europe (Lepidoptera). Volume 3. Pyraustinae & Spilomelinae. Identification - Distribution - Habitat - Biology. — 357 S., 133 Taf. mit Genitalabb., 31 Farbtaf. mit fast 1100 Bildern – Bratislava (Eigenverlag František Slamka).