Verwechselungsträchtige Art!
Falter von Sommer bis Anfang Herbst, die Eier überwintern, Raupen an Quercus.
Vorkommen
Länder:+7Kontinente:EUAS
Männchen
Weibchen
Kopula
Raupe
Jüngere Raupenstadien
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Ei
Männchen
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Hautreaktion
Inhalt

1. Männchen

2. Weibchen

3. Kopula

4. Raupe

5. Jüngere Raupenstadien

6. Fraßspuren und Befallsbild

7. Puppe

8. Ei

9. Diagnose

In Europa die einzige "graue Art" der Gattung mit einem dunklen Band auf den Hinterflügeln. Falter relativ leicht zu erkennen, Vorderflügel eher verwaschen gezeichnet.

9.1. Männchen

Falterstirn mit unauffälligem Vorsprung, Thaumetopoea pinivora und Thaumetopoea pityocampa haben eine sehr auffällig gezähnte Stirnleiste [Thomas Fähnrich im Forum]

9.2. Genitalien

9.2.1. Männchen
9.2.2. Weibchen

9.3. Erstbeschreibung

10. Biologie

10.1. Habitat

10.2. Nahrung der Raupe

  • [Fagaceae:] Quercus robur (Stiel-Eiche) [Zumindest in Westeuropa und dem westlichen Mitteleuropa, wahrscheinlich in ganz Mitteleuropa, quantitativ am meisten genutzte Raupennahrungspflanze]
  • [Fagaceae:] Quercus petraea (Trauben-Eiche) [In Südwestdeutschland und der Schweiz regelmäßig genutzte Raupennahrungspflanze; in Südosteuropa teilweise als wichtigste Nahrungspflanze angesehen]
  • [Fagaceae:] Quercus pubescens (Flaum-Eiche) [In der Schweiz und in Südosteuropa wichtige Nahrungspflanze - überraschenderweise keine Angabe aus Deutschland]
  • [Fagaceae:] Quercus cerris (Zerr-Eiche) [Nach eigenen Beobachtungen werden gepflanzte Zerr-Eichen gerne besiedelt, so in Karlsruhe; auch in Südeuropa regelmäßig genutzt]
  • [Fagaceae:] Quercus frainetto (= Q. conferta) (Ungarische Eiche, Italienische Eiche) [in Südosteuropa gelegentlich mit als Nahrungspflanze genannt]
  • [Fagaceae:] Quercus trojana (=Q. macedonica) (Mazedonische Eiche) [in Südosteuropa gelegentlich mit als Nahrungspflanze genannt]
  • [Fagaceae:] Quercus dalechampii (Dalechampis Eiche) [Karpaten]
  • [Fagaceae:] Quercus rubra (Rot-Eiche) [Die Rot-Eiche wird in der Literatur und im Internet immer wieder als Nahrungspflanze der Art genannt; der Verfasser dieser Zeilen kennt aber diverse Vorkommen, in denen besetzte Stiel-Eichen neben unbesetzten Rot-Eichen stehen, so dass der Rot-Eiche allenfalls eine ganz untergeordnete Bedeutung als Raupennahrung zukommen dürfte]

Die Raupe dieser Art lebt fast immer ausschließlich an Eichen (Quercus spp.), von deren Blättern sie sich ernährt. Hartblättrige Eichen wie die Stein-Eiche (Quercus ilex) scheinen nicht befressen zu werden; die häufig oder zumindest öfters im mitteleuropäischen Verbreitungsgebiet des Eichen-Prozessionsspinners gepflanzten nordamerikanischen Eichen Rot-Eiche (Quercus rubra) und Sumpf-Eiche (Quercus palustris) scheinen nur ausnahmsweise (oder gar nicht?) genutzt zu werden. Quercus dalechampii (Dalechampis Eiche) wurde von Kulfan et al. (2013) als Raupennahrung aus den Karpaten angeführt. In botanischen Gärten können noch andere Eichen aus fremden Ländern besiedelt werden, als die oben erwähnten. So werden aus Richmond, Royal Botanic Gardens Kew (Großbritannien) auch Raupennachweise an Quercus acutissima, Quercus alba, Quercus brantii, Quercus castaneifolia, Quercus ellipsoidalis, Quercus hartwissiana, Quercus macranthera, Quercus mongolica, Quercus prinus, Quercus variabilis und interessanterweise auch der Kreuzung Quercus x turneri, einem Hybriden zwischen der Stein-Eiche und der Stiel-Eiche genannt (Townsend 2009). Fraß an Nicht-Eichen unter den Fagaceae sind sehr seltene Ausnahmen im Zuge von Massenvermehrungen, Angaben zu Fraß an noch anderen Pflanzen, etwa der Robinie, erscheinen selbst dann zweifelhaft.

(Autor: Erwin Rennwald)

10.3. Hautreaktion

11. Weitere Informationen

11.1. Etymologie (Namenserklärung)

Der Gattungsname beruht auf θαυματοποιός [thaumatopoios] (griech.) wunderwirkend, enthält aber einen Schreibfehler und müßte eigentlich Thaumatopoea lauten. Nach dem ICZN (vgl. Glossar) sind nachträgliche Änderungen falsch buchstabierter Namen aber in den meisten Fällen nicht möglich. Der Name bezieht sich auf das bemerkenswerte Sozialverhalten der Raupen.

Processio (lat.) ein Marsch, eine Prozession, bezieht sich ebenfalls auf das Larvalverhalten.

(Autor: Axel Steiner)

„processio, das Ausrücken eines Heeres, wegen der Lebensweise der Raupe.“

Spuler 1 (1908: 104L)

11.2. Andere Kombinationen

11.3. Synonyme

11.4. Unterarten

11.5. Literatur

  • Bryner, R. (2000): Thaumetopoea processionea. — In: Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz (Hrsg.) (2000): Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Gefährdung, Schutz. Schweiz und angrenzende Gebiete. Band 3: 518-521. Egg (Fotorotar AG).
  • Lyrische Verarbeitung: Dohrn, C. A. (1865): Neujahrs-Scabiose. Yucca gloriosa Francofurti, eine Entomologische wahre Raup- und Mordgeschichte. — Entomologische Zeitung 26 (1-3): 3-6. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]. Dank an Robert Trusch für den Hinweis auf dieses Gedicht.
  • Kulfan, M., Holecová, M. & P. Beracko (2013): Dalechampii oak (Quercus dalechampii Ten.), an important host plant for folivorous lepidoptera larvae. - Animal Biodiversity and Conservation 36 (1): 13–31.
  • Erstbeschreibung: Linnaeus, C. (1758): Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. 1-824. Holmiae (Laurentius Salvius).
  • Nicolai, A. H. (1833): Die Wander- oder Prozessions-Raupe (Bombyx processionea) in naturhistorisch-landespolizeilich und medicinischer Hinsicht geschildert: 1-40, 1 pl. Berlin (C. Hirschwald). [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
  • Townsend, M.C. (2009): Report on survey and control of Oak Processionary Moth Thaumetopoea processionea (Linnaeus) (Lepidoptera: Thaumetopoeidae) (OPM) in London in 2008 (report to Forestry Commission. [PDF-Version auf forestry.gov.uk]