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Männchen
Weibchen
Kopula
Raupe
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe, Exuvie
Männchen
Weibchen
Männchen
Erstbeschreibung
Habitat
Nachweismethoden
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Männchen

1.2. Weibchen

1.3. Kopula

1.4. Raupe

1.5. Fraßspuren und Befallsbild

1.6. Puppe, Exuvie

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nachweismethoden

Synanthedon vespiformis ist eine weit verbreitete und stellenweise auch häufige Art. Die Raupe lebt an Eiche und dort vorwiegend an beschädigten oder krebsigen Stellen, wo sie oft nur schwer auffindbar ist. Sie wirft im Frühjahr rotbraune Späne aus, die zwischen den Rindenrissen zu suchen sind. Durch vorsichtiges Abheben von Rindenteilen gelangt man schnell zur Raupe, die in einer kleinen Plastikschachtel mit Rindenteilen gut weitergezüchtet werden kann. Viel einfacher ist die Raupe aber in den Stümpfen abgeholzter Eichen aufzufinden, wo sie teilweise zur Massenvermehrung neigt. Dazu muss man in Erfahrung bringen, wo Eichen- oder Mischwaldbestände abgeholzt wurden und wir können dann die Stubben in den darauf folgenden ca. 3 Jahren auf Raupenbefall untersuchen (Habitatbilder 1 und 2). So lange noch saftführende Teile, z.B. durch Stockausschlag, vorhanden sind, werden sie zur Eiablage durch die Weibchen genutzt. Besonders auf dem Sägeschnitt sind die Befallsspuren deutlich erkennbar. Dort hat sich die Rinde vom Holz einige Millimeter gelöst und die Raupe wirft bei Aktivität rotbraunes Genagsel aus diesem Spalt. Sie verpuppt sich in einem ziemlich weichen Kokon, und der Falter schlüpft im Regelfall aus einer Gespinstkappe von ca. 5 mm Querschnitt direkt zwischen Rinde und Holz. Ab Anfang Mai sind diese Kappen aufzufinden; allerdings muss man die größere Verletzbarkeit der Puppe gegenüber der Raupe beim Eintragen in Betracht ziehen. Mit einiger Erfahrung kann man aber auch über den Winter die Raupen einsammeln. Diese sind seit Beginn der kalten Jahreszeit inaktiv und das Genagsel wird durch Regen und Wind weitgehend entfernt.

Bei genauer Betrachtung bleiben aber restliche Spuren nicht verborgen, und durch ganz vorsichtiges Weghebeln der Rinde ist die Raupe schnell freigelegt:

Teilweise hat sie ein leichtes Überwinterungsgespinst angelegt; das ist aber keinesfalls die Regel. Gern finden sich die Raupen auch direkt an der Ansatzstelle des Stockausschlages:

Die Raupe soll einjährig sein, aber bei ungünstigen Futter- oder Witterungsverhältnissen kann sie sicher auch eine zweite Überwinterung machen. Extreme Größenunterschiede bei den Raupen deuten darauf hin (s. Raupenbild). Der Falter hat eine ausgedehnte Flugzeit von Ende Mai bis August. [Frank Rämisch]

3.3. Nahrung der Raupe

  • [Fagaceae:] Quercus robur (Stiel-Eiche)
  • [Fagaceae:] Quercus petraea (Trauben-Eiche)
  • [Fagaceae:] Quercus rubra (Rot-Eiche)
  • [Fagaceae:] Quercus pubescens (Flaum-Eiche)
  • [Fagaceae:] Quercus pyrenaica (Pyrenäen-Eiche)
  • [Fagaceae:] Quercus sp. (Eiche)
  • [Fagaceae:] Fagus sylvatica (Rotbuche)
  • [Fagaceae:] Castanea sativa (Edelkastanie)
  • [Salicaceae:] Populus nigra (Schwarz-Pappel)
  • [Salicaceae:] Populus alba (Silber-Pappel)
  • [Salicaceae:] Salix alba (Silber-Weide)
  • [Salicaceae:] Salix sp. (Weide)
  • [Juglandaceae:] Juglans regia (Walnuss)
  • [Pinaceae:] Abies alba (Weiß-Tanne)
  • [Cupressaceae:] Juniperus communis (Gewöhnlicher Wacholder)
  • [Betulaceae:] Betula sp. (Birke)
  • [Ulmaceae:] Ulmus glabra (Berg-Ulme)
  • [Sapindaceae:] Aesculus sp. (Roßkastanie)
  • [Rosaceae:] Prunus dulcis (Mandelbaum)
  • [Rosaceae:] Prunus padus (Trauben-Kirsche)
  • [Rosaceae:] Malus sp. (Apfelbaum)

Die Art lebt als Raupe ganz überwiegend an Eichen, wobei leider häufig keine genaue Eichen-Art notiert wurde. Bartsch et al. (1997) berichten aus Baden-Württemberg über konkrete Raupenfunde an Quercus robur, Q. petraea und Q. rubra. Aus der Schweiz werden dazu noch Funde an Q. pubescens angeführt (Whitebread et al. (2000)), aus Spanien an Q. pyrenaica (Laštůvka & Laštůvka (2014)). Die Fundstellen der Raupen an den Eichen befinden sich meist in Stammverletzungen, aber auch in Stammhöhlungen, Krebsknollen und Stümpfen.

Wie bei allen Glasflügler-Arten ist es schwierig, Angaben zu Pflanzen anderer Gattungen zu bewerten, insbesondere wenn es an jenen weitere, z.T. spezialisierte Glasflügler-Arten gibt. Doch hier gibt es tatsächlich eine Reihe gut abgesicherter Beobachtungen, die überwiegend von Bartsch et al. (1997: 135) zusammengestellt wurden: Fagus sylvatica (u.a. Nachweis des Autors in Baden-Württemberg), Castanea sativa (diverse gut begründete Literaturmeldungen), Populus nigra (Raupenfund R. Bläsius mit erfolgreicher Zucht zum Falter in Baden-Württemberg), Populus alba (Nachweis D. Bartsch), Salix alba (Nachweis E. Bettag, K. Spatenka in der Pfalz), Salix sp.

Und auch die Reihe von Einzelnachweisen von Raupen an Arten anderer Pflanzenfamilien dürfte im Wesentlichen stimmen. Den Schlüssel zum Verständnis gibt hier Allen (1975) mit seiner jahrelangen Verfolgung einer kleinen Kolonie der Art an Ulmus glabra-Bäumen einer Allee in London. Entscheidend für die Besiedlung war hier nicht so sehr die Baum-Art, sondern ganz offensichtlich das Vorhandensein großer Krebsknollen mit Verletzungsstellen.

Zu Juglans regia lieferte Zukowsky (1910: 5) eine kurze Notiz: "In Nr. 44 dieser Zeitschrift vom 29. Januar 1910 berichtete Herr Fuchs in Straßburg über die Beobachtung einer frisch geschlüpften Sesie an einem Nußbaume und über das Auffinden leerer Puppenhülsen und sprach dabei die Vermutung aus, daß es sich in diesem Falle vielleicht um eine neue Sesia-Art handele. Wenn Herrn Fuchs, wie er hofft, das Auffinden der Raupe gelingt, so wird die vermutete neue Art wahrscheinlich als Sesia vespiformis L. sich erweisen, welche nicht nur unter Eichenrinde lebt, sondern auch unter der Rinde von Buche, Kastanie und sogar Walnuß vorkommt. Im Harz und in Thüringen fand ich, durch Zufall aufmerksam geworden, Sesia vespiformis L. mehrfach unter Walnußrinde [...]".

Die Angabe von Pratt (1977: 30) zu Birken-Stümpfen überrascht sehr: "After visiting three different localities in Sussex during 1976 for the purpose of collecting Sesiid larvae from birch Stumps, all the resulting pupae yielded moths of A. vespiformis. Although vespiformis was also bred from oak bark, this species seems to have replaced A. culiciformis L. as the main lepidopterous wood-boring inhabitant of birch stumps in the area visited." Trotz etwas mulmigem Gefühl, scheint es hier wenig Raum für Zweifel zu geben.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

Vespa Wespe.“

Spuler 2 (1910: 310R)

asiliformis: „Asilus, Raubfliege.“

Spuler 2 (1910: 310R)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Publikationsdatum der Erstbeschreibung

Argumentation für 1761 und Literaturangaben dazu: Siehe unter Acleris schalleriana.

4.5. Literatur

4.6. Informationen auf anderen Websites (externe Links)