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Falter
Geschlecht nicht bestimmt
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Ähnliche Arten

Gegenüberstellung Pyrausta purpuralis und Pyrausta ostrinalis siehe [hier]

Gegenüberstellung von Merkmalen der Vorderflügeloberseite von Pyrausta purpuralis + Pyrausta ostrinalis einerseits und Pyrausta aurata anderseits sowie Hilfen zur Unterscheidung von Pyrausta purpuralis und Pyrausta ostrinalis von Axel Steiner siehe [hier]

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Lebensweise

Pyrausta ostrinalis fliegt in zwei Generationen. Man kann den Falter um Polster von Sandthymian (Thymus serpyllum) finden, wovon sich - vermutlich - auch die Raupe ernährt. Er ist bei schönem Wetter auch tagsüber unterwegs. [Friedmar Graf]

3.3. Nahrung der Raupe

  • [Lamiaceae:] Thymus praecox subsp. britannicus [= Thymus drucei] (Frühblühender Thymian) [England]
  • [Lamiaceae:] Thymus praecox subsp. polytrichus [= Thymus alpigenus] (Alpen-Thymian, Gebirgs-Thymian) [Alpen]
  • [Lamiaceae:] Thymus alpestris (Voralpen-Thymian) [Alpen]
  • [Lamiaceae:] Thymus serpyllum (Sand-Thymian) [Polen, wahrscheinlich gehört auch eine alte Meldung zu P. purpuralis aus der Pfalz hierher]
  • [Lamiaceae:] Thymus sp. (Thymian) [alte Meldungen zu P. purpuralis dürften alle die damals noch nicht auf Artebene abgetrennte P. ostrinalis betreffen]
  • [Lamiaceae:] Acinos arvensis [= Calamintha acinos, Satureja acinos] (Feld-Steinquendel) [sehr unsicher, die Meldungen gehören vermutlich zu P. aurata oder sind auf die Vermutung von RAGONOT (1879) zurückzuführen]
  • [Lamiaceae:] Clinopodium vulgare [= Calamintha clinopodium, Satureja vulgaris] (Gewöhnlicher Wirbeldost, Gemeiner Wirbeldost) [sehr unsicher, die Meldungen gehören vermutlich zu P. aurata oder sind auf die Vermutung von RAGONOT (1879) zurückzuführen]
  • [Lamiaceae:] Nepeta sp. ??? (Katzenminze ???) [sehr wahrscheinlich falsch, Verwechslung mit P. aurata]
  • [Lamiaceae:] Mentha sp. ??? (Minze ???) [sehr wahrscheinlich falsch, Verwechslung mit P. aurata]
  • [Plantaginaceae:] Plantago media ??? (Mittlerer Wegerich ???) [sehr wahrscheinlich Verwechslung mit P. despicata]]

Slamka (2013) fasste den Unkenntnisstand zur Raupennahrung der Art zusammen: "The larva lives 5-6 and 8-4 in spun leaves of Labiatae (Mentha spp., Nepeta spp.) and Plantago. Pupates in spun leaves." Wie wir dank der Arbeit von Heckford & Beavan (2021) wissen, sind alle Pflanzengattungen dieser Liste falsch: zwei beziehen sich auf P. aurata, eine auf P. despicata. P. ostrinalis lebt an Thymian - und wahrscheinlich ausschließlich an Thymian.

Ragonot (1879: 153) kannte die Raupe noch nicht, aber er bestand darauf, dass es sich bei P. ostrinalis um eine von P. purpuralis getrennte Art handelt, was aber erst viele Jahrzehnte später allgemein anerkannt wurde, und er hatte einen Verdacht: "This has been considered as a variety of purpuralis, L., but the larva does not seem to have been published. Purpuralis has been bred from Mentha arvensis and M. aquatica, but ostrinalis, most abundant on the Cheshire sandhills, must feed on Thymus serpyllum or Calamintha acinos."

Barrett (1904: 166–168) schließt daran an und stellt fest, dass die Raupe von P. ostrinalis anscheinend noch unbekannt ist, dass sie aber an "Clinopodium vulgare L., Thymus serpyllum L., Calamintha acinos, and other labiates" leben soll.

Disqué (1901: 151) hatte zwischenzeitlich aus der Pfalz zu P. purpuralis kurz und knapp geschrieben: "R. 5. an Thymus zwischen den Wurzelblättern." und in der nächsten Zeile "v. ostrinalis Hb. 7., 8. Spärlich, vielleicht eigene Gattung." Heckford & Beavan (2021: 99) fanden zu Disqués Raupenfunden noch eine interessante Spur: "Hasenfuss (1960: 208) also provides a comparatively short larval description under P. purpuralis, apparently based on four blown larvae in the Disqué collection, Zoologische Staatssammlung, München, Germany, collected in 1884 on Thymus serpyllum. As, like Bollmann, he makes no mention of P. ostrinalis it is possible that his description may in fact be of larvae of that species." Disqué hatte um Speyer also nicht nur eine, sondern wahrscheinlich etliche Raupen an Thymian gefunden, und da seine "var. ostrinalis" dort vorkam, dürfte Disqué also tatsächlich schon 1884 Raupen von P. ostrinalis gefunden haben.

Mit dem Hintergrundwissen von Heckford & Beavan (2021) ist jetzt jedenfalls nahezu sicher davon auszugehen, dass sich Disqués Raupenfunde auf eben jene Varietät bezogen haben müssten, die jetzt längst als eigene Art, Pyrausta ostrinalis, anerkannt ist. Noch sicherer gilt das auch für alle älteren (und bis heute wiederholten) englischen Angaben zu Thymus praecox subsp. britannicus [= Thymus drucei], an dem Heckford & Beavan (2021) ausschließlich Raupen von P. ostrinalis fanden.

Benander (1964: 270) - zitiert nach Heckford & Beavan (2021: 100) - lieferte als Erster eine Raupenbeschreibung von P. ostrinalis. Und auch er fand seine Raupe unter Thymus.

Nach Heckford & Beavan (2021) zeigt Buszko (2020: 38-40) Fotos der Raupen von P. purpuralis, P. ostrinalis und P. aurata, wobei P. ostrinalis nur mit Thymus serpyllum in Verbindung gebracht wird.

Schmid (2019: 776) meldet aus den Alpen: "In der montanen und alpinen Stufe sind der Alpen-Thymian (Thymus alpigenus) und der Voralpen-Thymian (Thymus alpestris) (1) Raupennährpflanzen, laut Literatur aber auch andere Lamiaceen (Slamka 2013)."

Raupen-Abbildungen sind kaum zu finden. Eine Ausnahme stellt die Seite von Krzysztof Jonko [Motyle Europy] dar, auf der ein Raupen-Foto von Jarosław Buszko aus Polen an Thymian gezeigt wird; als Raupennahrungspflanze wird dort auch lediglich Thymus genannt.

Schon Goater (1986) hatte konstatiert: "The early stages have yet to be worked out". Mittlerweile wissen wir wesentlich mehr - doch Restunsicherheiten verbleiben noch immer. Und bis die alten Fehler in der Literatur und im Internet ausgemerzt sind, dürfen wir wohl noch lange warten.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Literatur

  • Barrett, C. G. (1904): The Lepidoptera of the British Islands 9 Heterocera. Geometrina—Pyralidina: 1-454. pl. 377-424. London (Lovell Reeve and Co. Limited).
  • Benander, P. (1964): Notes on Larvae of Swedish Micro-Lepidoptera. 1. — Opuscula Entomologica, Lund, 29: 266–272. [Sekundärzitat nach Heckford & Beavan (2021)]
  • Buszko, J. (2020): Crambidae i Thyrididae Polski. Crambidae and Thyrididae of Poland. — Koliber, Nowy Sącz. [Sekundärzitat nach Heckford & Beavan (2021)]
  • Disqué, H. (1901): Verzeichniss der in der Umgegend von Speyer vorkommenden Kleinschmetterlinge. — Deutsche Entomologische Zeitschrift, Iris, 14: 149-176. [PDF auf zobodat.at]
  • Goater, B. (1986): British Pyralid Moths. A guide to their identification. — 1-175 + 8 colour plates (Colchester: Harley Books).
  • Heckford, R.J. & S.D. Beavan (2021) mit Titel "On the biology of Pyrausta purpuralis (Linnaeus, 1758) and its comparison with Pyrausta ostrinalis (Hübner, 1793) and Pyrausta aurata (Scopoli, 1763) (Lepidoptera: Pyralidae). — Entomologist's Gazette, 72: 85-118.
  • Erstbeschreibung (Abbildung): Hübner, J. [1796-1833]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 6: pl. 1-32.
  • Erstbeschreibung (Text): Hübner, J. (1796): Der Sammlung europäischer Schmetterlinge sechste Horde. Die Zünsler; nach der Natur geordnet, beschrieben und vorgestellt: [i-x], 1-30, [31-34]. Augsburg (von dem Verfaßer).
  • Ragonot, E.L. (1879): Notes on unknown or little-known larvae of Micro-Lepidoptera. — The Entomologist’s Monthly Magazine, 16: 152–155.
  • Schmid, J. (2019): Kleinschmetterlinge der Alpen : Verbreitung : Lebensraum : Biologie. - 800 S.; Bern (Haupt-Verlag).
  • Slamka, F. (1995): Die Zünslerfalter (Pyraloidea) Mitteleuropas. Bestimmen – Verbreitung – Fluggebiet – Lebensweise der Raupen. – 112 S.; Poprad-Tatry (Verlag Prunella).
  • Slamka, F. (2013): Pyraloidea of Europe (Lepidoptera). Volume 3. Pyraustinae & Spilomelinae. Identification - Distribution - Habitat - Biology. — 357 S., 133 Taf. mit Genitalabb., 31 Farbtaf. mit fast 1100 Bildern – Bratislava (Eigenverlag František Slamka).