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1. Lebendfotos
1.1. Falter
1.2. Fraßspuren und Befallsbild
1.3. Puppe
2. Diagnose
2.1. Geschlecht nicht bestimmt
2.2. Genitalien
2.2.1. Männchen
2.2.2. Weibchen
2.3. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Habitat
3.2. Nahrung der Raupe
- [Vitaceae:] Vitis vinifera (Weinrebe)
- [Vitaceae:] Vitis rotundifolia (Muscadine, Muskat-Rebe)
- [Vitaceae:] Vitis aestivalis
- [Vitaceae:] Vitis amurensis
- [Vitaceae:] Vitis labrusca
- [Vitaceae:] Vitis riparia
- [Vitaceae:] Vitis vulpina [= Vitis cordifolia, Vitis cordifoliella]
- [Vitaceae:] Parthenocissus quinquefolia [= Ampelopsis quinquefolia] (Wilder Wein, Selbstkletternde Jungfernrebe)
- [Vitaceae:] Parthenocissus inserta (Gewöhnliche Jungfernrebe)
- [Vitaceae:] Ampelopsis cordata
- [Vitaceae:] Ampelopsis glandulosa var. brevipedunculata
Zumindest in Europa werden die Minen fast ausschließlich an Vitis vinifera gefunden - dort fallen sie auch am meisten auf. Funde an Parthenocissus sind bisher seltene Ausnahmen.
Eiseman & van Nieukerken (2026: 16-17) trugen zusammen: "Hosts. Ampelopsis cordata Michx., A. glandulosa var. brevipedunculata (Maxim.) Momiy., Parthenocissus inserta (A. Kern.) Fritsch, P. quinquefolia (L.) Planch. (Bodor 2014, as Ampelopsis quinquefolia; Ureche 2016; Trencheva and Trenchev 2018), Vitis aestivalis Michx., V. amurensis Rupr., V. labrusca L., V. riparia Michx. (Ferge 2010; Bodor 2014), V. rotundifolia Michx. (Heppner 2007), V. vinifera L. (Posenato et al. 1997, as “Cabernet” and “Chardonnay”; Lips and Jermini 2013; Szabóky and Takács 2014; Ureche 2016; Trencheva and Trenchev 2018; Simonović and Graora 2019; Stark 2024), V. vulpina L. (Chambers 1874, as “V. cordifoliella”; Frey and Boll 1878, as V. cordifolia); mines consistent with this species found on V. tiliifolia Humb. and Bonpl. ex Schult. in southern Mexico (TeamTzibim 2026). Mines on Parthenocissus are not uncommon in North America, and it is remarkable that this host association was never mentioned in the literature until the past decade when it has been documented in Hungary, Romania, and Bulgaria. Heppner (2007) inexplicably listed Castanea Daubenton, Fagus L., and Quercus L. (Fagaceae) as hosts for Phyllocnistis vitifoliella; we have seen no evidence that any North American Phyllocnistis feeds on these plants, although EvN and C. Doorenweerd have reared a Taiwanese species from Q. spinosa David (BIN BOLD:ACU6227)."
Zur Mine bemerken sie: "Leaf mine. Mines of Phyllocnistis vitifoliella (Fig. 71–77) are always on the upper leaf surface. Initially, they are epidermal and resemble snail trails, just as mines of P. vitegenella do for their entire length. Typically the early mine of P. vitifoliella alternates between the epidermal and parenchymal cells up to three times before transitioning permanently into the parenchyma, so that the otherwise conspicuous mine is interrupted by stretches where it is more difcult to discern. In our preserved mines, the width is 0.2 mm when the mine frst enters the parenchyma, and is 0.7–2.0 mm just before the pupal chamber. Te frass pattern is variable, but it ofen appears as a double line that occupies the middle third of the mine’s width (i.e., the frass line is typically ~0.3 mm wide in the later portion); sometimes it appears as a broad, solid line, nearly or fully as wide as the mine; sometimes it appears as tightly zigzagging arcs that span nearly the full width of the mine, composed of more or less distinct dots, as is common in Stigmella Schrank (Lepidoptera: Nepticulidae); and rarely there are brief stretches where it appears as stripes that alternate from side to side as in Liriomyza mines."
(Autor: Erwin Rennwald [überarbeitet am 28. August 2026]
3.3. Parasitoide
4. Weitere Informationen
4.1. Etymologie (Namenserklärung)
Der deutsche Name erklärt sich aus der Lebensweise der Raupe; der Name "Rebenminiermotte" wurde in der älteren Literatur allerdings meist für Holocacista rivillei, eine Vertreter aus der Familie Heliozelidae verwendet, der besser Reben-Erzglanzmotte heißen sollte. Inhaltlich würde er auch zu einem weiteren Vertreter der Heliozelidae passen, die erst 2012 beschriebene Antispila oinophylla.
4.2. Taxonomie
Nach den ersten Funden in Italien (ab 1994), Slowenien (ab 2004) und rasch auch weiteren Ländern Europas war klar, dass die Art mit Weinreben aus Nordamerika eingeschleppt worden war, aber ebenso, dass es sich bei ihr um Phyllocnists vitegenella (Clemens, 1859) handeln müsse. Sämtliche Meldungen aus Europa wurden dieser Art zugeordnet - und Barcoding schien das auch zu bestätigen. Am 28. August 2026 erschien dann die Arbeit von Eiseman & van Nieukerken (2026) mit dem vielsagenden Titel "Global review of Vitaceae-feeding Phyllocnistis Zeller (Lepidoptera: Gracillariidae), with corrected identifcation of the invasive species in Europe and description of a new species from the western USA". Das Ergebnis war eindeutig: Phyllocnists vitegenella (Clemens, 1859) ist eine bona species - doch sie ist bis heute auf Nordamerika beschränkt. Das, was von dort nach Europa verschleppt wurde, ist eine zwar nahe verwandte, aber eben doch andere Art: Phyllocnistis vitifoliella Chambers, 1871. Eigentlich hatte schon Clemens (1862: 134-135) die Unterschiede in den Minen der beiden Arten gut herausgearbeitet, aber er brachte keinen Falter der damals noch unbeschriebenen Art zum Schlupf. Auch Chambers (1871: 206-208) unterschied die beiden Arten in erster Linie nach den Minen und der Farbe der Raupen. Weil auch er Schwierigkeiten hatte, die Falter zu unterscheiden, wurden sie in der Folge zwar nicht formal synonymisiert, aber doch unter dem älteren Namen zusammengeworfen. So kam es, dass auch die Meldungen aus Europa diesem Sammeltopf zugeordnet wurden, obwohl die Minen klar hätten Phyllocnistis vitifoliella Chambers, 1871 zugeordnet werden können. Das führte auch zu falschen Barcodes von "P. vitegenella", die den einmal begangenen Fehler zementierten.
Phyllocnistis vitegenella hat beim Barcode BOLD:AAZ8318, P. vitifoliella BOLD:AAI3014.
(Autor: Erwin Rennwald [28. August 2026])
4.3. Faunistik
Clemens (1859) gibt in seiner Originalbeschreibung der "Phyllocnistis vitegenella" keinen locus typicus der Art an. Der Titel seiner Arbeit und die Zeitschrift, in der sie erschienen ist, lassen darauf schließen, dass die Art aus den USA beschrieben wurde - die Syntypen wurden mit "[USA: Pennsylvania, Easton]" - bezeichnet. [Cabi.org, Stand 2018, abgefragt 9. Januar 2020] umreißt das nordamerikanische Verbreitungsgebiet: "Canada, Ontario, Quebec, USA, Alabama, California, Florida, Kentucky, Maine, Massachusetts, Mississippi, Pennsylvania, Tennessee, Vermont and Wisconsin". Dies gilt aber für das ganze Aggregat, also inklusive P. vitifoliella !
P. vitifoliella teilt sein amerikanisches Verbreitungsgebiet weitgehend mit dem von P. vitegenella - Typenlokalität ist hier "[USA: Kentucky, Covington / Wisconsin]".
Wie Eiseman & van Nieukerken (2026) klarlegten, gehören alle aus Europa gemeldeten "P. vitegenella" in Wirklichkeit zu P. vitifoliella ! Die folgenden Lepiforums-Zeilen zu jener Art konnten am 28. August 2026 also einfach zu P. vitifoliella verschoben werden.
Die Art ist aktuell (Stand 9. Januar 2020) in Europa bekannt aus Italien (seit 1994), Slowenien (seit 2004) der Schweiz (seit 2009), Rumänien (seit 2013), Ungarn (seit 2014), Bulgarien (seit 2018), Slowakei (2020 [Forumsbeitrag 2020 von Roland Štefanovič]) und Österreich (seit 2019). Eine weitere Ausbreitung dieses Neozoons ist zu erwarten.
Nach Marchesini, Posenato & Sancassani (2000) wurde die Art 1995 erstmals in Europa nachgewiesen: Weinberge in Italien.
Nach einem Hinweis von Simon Hänni am 10. Februar 2010 [Forum] war diese Art in die Schweizer Lepidopterenfauna aufzunehmen.
Der Hinweis betraf eine offizielle Meldung der schweizerischen Eidgenossenschaft [schweizerische Eidgenossenschaft, 9. Februar 2010] . Darin heißt es: "Die aus Nordamerika stammende Rebenminiermotte Phyllocnistis vitegenella hat unsere Grenzen überschritten und ist 2009 in den Tessiner Rebbergen des Mendrisiotto beobachtet worden. Es handelt sich um einen Kleinfalter, dessen Raupen Miniergänge in den Blättern bohren. Der Schädling ist wahrscheinlich von Italien her in unsere Regionen eingewandert. In Europa wurde er zum ersten Mal 1994 in Venetien (Italien) gemeldet. Er kommt heute in verschiedenen Gegenden Nordostitaliens vor. 2004 wurde er in Slowenien und 2008 in Süditalien (Apulien) nachgewiesen. Die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW wird die Entwicklung des Schädlings verfolgen, um seine eigentliche Schädlichkeit im Tessiner Umfeld zu ermitteln." Ein Dateianhang weist zum Foto eines Rebenblattes mit diversen Minen der Raupe.
Dieser Artikel von Jermini (2010) wurde neu verlinkt [JERMINI, 9. Februar 2010], blieb aber ansonsten unverändert erhalten. Bei Cara & Jermini (2011) [PDF auf revuevitiarbohorti.ch] ist dann Näheres zu erfahren: "En Suisse, les dégâts de P. vitegenella ont été observés pour la première fois en 2009 au Tessin, dans plusieurs communes du Mendrisiotto, ce qui laisse supposer que l’insecte était déjà présent depuis quelques années."
Einen recht informativen Artikel gab es dazu auch in der Tessiner Zeitung [Tessiner Zeitung]
Ganz aktuelle Daten (also 2018 oder 2019) zur Situation der Art in der Schweiz sind mir nicht bekannt. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass die wirtschaftlichen Schäden minimal sind und daher kaum beachtet werden. Jedenfalls könnte man das aus dem Vortrag von [LIPS & JERMINI am 15. Oktober 2013 in Ascona] ableiten.
Danach wurde die Art auch in Ungarn nachgewiesen, und zwar 2014 an 7 Stellen in Budapest und einer Stelle im Arboretum von Gödöllô (Szabóky & Takács (2014), Szabóky (2014)).
2016 wurde die Art auch an mehreren Stellen im südlichen Rumänien gefunden: Chireceanu et al. (2017: 464) berichten aus dem südlichen Rumänien: "For Romania, the first detection of the pest was on grapevine in Moldova region in 2013 (Ureche, 2016)." Sie selbst beobachteten: "In our study conducted in the Southern Romania in 2016, we obtained P. vitegenella adults from mined leaves sampled from the grapevine rootstocks in a field previously planted with vine plants for research proposes within framework of the RIDPP Bucharest, and also from mined leaves sampled from two plots of hybrid grapevines in house gardens (Naipu village, Giurgiu County). In addition, we gathered P. vitegenella adults from leaves with mines collected from wild vines found in spontaneous flora around some vineyards in Vrancea County, on which we investigated in 2016 with regard to the presence of the American grapevine leafhopper Scaphoideus titanus. We have not discovered any sign of the attack of P. vitegenella on vine plants in the noble vineyards that we have monitored."
2018 wurde die Art auch in Bulgarien entdeckt: "Mines in grapevine leaves were observed in July 2018 in a private vineyard located in the northwestern part of the country (village Butan)." Trencheva & Trenchev (2018: 265-266) schreiben weiter dazu: "Probably the species entered Bulgaria from Romania, where it has been detected since 2013. Several mines made by Phyllocnistis vitegenella were observed in each affected leaf (Figures 1 and 2). Although it is a monophagus species and has a restricted host range, occurring on Vitis spp., we found also several leaves with mines on Parthenocissus quinquefolia (Vitaceae) in the same private vineyard (Figure 3a and b)."
Horst Pichler fing am 10. September 2019 einen Falter in einem Garten in Graz, St. Peter, ca. 380 m, in der Steiermark in Österreich (siehe oben, Lebendfotos 4-5), der sich durch Barcoding als Ph. vitegenella erwies. Am 29. Juni 2020 gelangen in diesem Garten dann Minenfunde von Phyllocnistis vitegenella an Vitis vinifera (Fotos siehe oben). Es ist davon auszugehen, dass sich die Art längst auch an anderen Stellen im östlichen Österreich an Rebblättern in Gärten und (verwilderten) Weinbergen entwickelt und nur nicht beachtet wurde, weil sie keine nennenswerten Schäden anrichtet. Man sollte hier endlich einmal nach Minen suchen ...
(Autoren: Erwin Rennwald & Jürgen Rodeland, aktualisiert Annette von Scholley-Pfab im Februar 2021)
Willi Wiewel lieferte mit seinem [Forenbeitrag vom 10. November 2024] den ersten Hinweis auf ein Vorkommen der Art in Deutschland: "Am 9.11.2024, 11:10 Uhr, fand ich Minen im Weinlaub an Weinreben, die in Kübeln innerhalb des bewohnten Gebietes in der Gemeinde Ruppertsberg im Kreis Bad Dürkheim standen. Der Eigentümer der Pflanzkübel versicherte mir, die Kübel vor Jahren selbst bepflanzt zu haben. Seitdem stünden sie unbewegt an der selben Stelle. Auch habe er die Pflanzen mit keinem Spritzmittel behandelt. An den Weinreben habe ich mindestens 10 Minen feststellen können. Kann bestätigt werden, dass die Minen zu der genannten Art gehören?" Die Minenbilder waren eindeutig. Willi Wiewel konnte im Juni 2025 an gleicher Stelle wieder 2 Minen finden und Tage später auch eine Mine an Weinrebe im Nachbarort Deidesheim. Eine gemeinsame Suche von ihm und Erwin Rennwald am 26. Juni 2025 in Ruppertsberg zeigte, dass nicht nur an den Reben auf diesem Grundstück, sondern auch im Umfeld mehrerer hundert Meter einzelne Minen, z.T. mit Puppen, in Reben an Zäunen und Mauern in Hausgärten zu finden waren. Hatte ich daraufhin damit gerechnet, die Art jetzt auch an weiteren Reben in den Ortschaften in und um Neustadt an der Weinstraße und Landau zu finden, blieb meine Suche (zumindest an diesem Tag) vergeblich. Die Art scheint auch in Deutschland - wie zuvor schon in Österreich und der Schweiz - angekommen zu sein. Doch eine flächenmäßige Ausbreitung in den geeignet erscheinenden Raum steht noch aus. Klar ist im Moment nur, dass die Suche in den gespritzten Rebparzellen auch am Ortsrand von Ruppertsberg, kaum 100 m entfernt vom nächsten Vorkommen im Ort, ergebnislos blieb - sind es die vielen Spritzmittel, die hier eine Ansiedlung verhindern ? Es ist wenig wahrscheinlich, dass es die Art in Deutschland nur an diesen zwei Orten in der Pfalz zwischen Neustadt an der Weinstraße und Bad Dürkheim gibt. Weitere Fundmeldungen aus den Weinbaugegenden Deutschlands - und fast sicher auch Frankreichs - werden erwartet.
Und sie kamen schneller als erwartet. Darauf aufmerksam gemacht, dass es die Art doch auch an den Reben im Hof des Naturkundemuseums in Bad Dürkheim geben könnte, antwortete Katharina Schneeberg am 27. Juni 2025 per e-Mail mit Bildern: "oh ja, die sind an den Reben im Museumsgarten zu finden." Als von Seiten der Pollichia darauf hingewiesen wurde, dass die Pfalz einen neuen Kleinschmetterling hat, kam von Seiten des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz, Weinbauberatung, nur die lapidare Antwort: "ich würde eher sagen, ein neuer Schädling. Bekanntermaßen schon im letzten Jahr im Raum Dackenheim nähe Golfplatz im August verstärkt aufgetreten. Auf den WBT 2025 wurde berichtet und auf der Rebschutzreferententagung 2024". Kommentiert wurden die mitgelieferten Bilder mit "10.9.24 aus Dackenheim [...]. Die Schäden waren beträchtlich." Auf den Bildern von Dackenheim waren tatsächlich etliche Minen in Rebblättern am Beginn einer Rebzeile zu sehen, worin dabei der "Schaden" hätte bestehen können, wurde allerdings nicht erläutert. Klar war damit nur, dass Willi Wiewels Fund doch nicht der erste in Rheinland-Pfalz war, aber der erste, der auch publik gemacht wurde! Möglicherweise war Dackenheim - ca. 13,5 km nördlich von Ruppertsberg und 7,5 km nordöstlich des Pfalzmuseums für Naturkunde in Bad Dürkheim - also das Zentrum der Einschleppung der Art nach Deutschland. Von Behördenseite werden wir sicher nie erfahren, von woher und wie die Art dort eingeschleppt worden sein könnte. Dabei könnte man mit dieser Art doch relativ entspannt umgehen: Sie hat in den zwei Jahrzehnten, seit sie hier ist, in keinem der europäischen Weinbaugebiete zu ernsthaften wirtschaftlichen Schäden geführt. Selbst stark minenbesetzte Blätter dürften noch mehr als 90 % ihrer normalen Photosyntheserate erreichen, und wenn doch einmal ein Blatt verfrüht abfällt, dann fällt das hier sicher nicht ins Gewicht, sonst dürften die Winzer ja auch nicht einen großen Teil des Weinlaubs selbst herausschneiden, damit die Reben mehr Licht bekommen. Selbst die [EPPO] stellte in ihrem "Reporting Service no. 02 - 2012" fest: "For the moment, no economic damage has been reported in European vineyards. Studies carried out in Italy, and preliminary observations made in Switzerland showed that several native species of parasitoids are able to develop on this newly introduced species and probably contribute to limit its populations."
Jetzt heißt es für die Lepidopterologen erst einmal, herauszufinden, wie es denn nördlich von Dackenheim mit der Art aussieht. Und natürlich, ob es noch irgendwo in Deutschland (oder auch Frankreich) weitere Vorkommenspunkte gibt. In Rheinstetten scheint die Art jedenfalls noch nicht angekommen zu sein.
In den USA geht man übrigens davon aus, dass die Art ursprünglich in dessen Osten vorkam, doch es gibt so viele Nachweise auch weiter westlich bis einschließlich der Westküste, dass man dort davon ausgeht, dass die Art immer wieder woanders eingeschleppt wurde und sich dann regional etabliert hat. Auch dort scheint die Art noch nicht überall aufzutreten, wo sie leben könnte. In Kanada ist sie auf den Südosten (Provinzen Quebec und Ontario) beschränkt. Doch wann kommen die ersten Meldungen aus anderen Weltregionen, z.B. aus Südafrika ?
(Ergänzung durch Autor: Erwin Rennwald, 26. und 28. Juni 2025, sowie 28. August 2026)
4.4. Literatur
- Cara & Jermini (2011): La mineuse américaine Phyllocnistis vitegenella, un nouveau ravageur de la vigne au Tessin. — Revue suisse Viticulture, Arboriculture, Horticulture, 43: 224-230. [PDF auf revuevitiarbohorti.ch]
- Erstbeschreibung: Chambers, (1871): Micro-Lepidoptera. — The Canadian Entomologist, 3 (11): 205-209. [S. 206, Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- Chireceanu, C., Teodoru, A. & A. Chiriloaie (2017): New invasive insect pests recently reported in southern Romania. — Institute of Plant Protection Research and Development, Bucharest, Romania. Scientific Papers. Series B, Horticulture, 61: 461-467. [zur Arbeit und PDF-Download auf researchgate.net]
- Clemens, B. (1859): Contributions to American Lepidopterology. No. 2. — Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia 11: 317-328.
- Clemens, B. (1862): New American micro-lepidoptera. — Proceedings of the Entomological Society of Philadelphia, 1 (5): 131–137. [S. 135, Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- Marchesini, E., Posenato, G. & G. P. Sancassani (2000): Parassitoidi indigeni della minatrice americana della vite. — L'Informatore Agrario 10: 93-96 [www.agrea.it, mit Link zu PDF].
- Eiseman, C.S. & E.J. van Nieukerken (2026): Global review of Vitaceae-feeding Phyllocnistis Zeller (Lepidoptera: Gracillariidae), with corrected identification of the invasive species in Europe and description of a new species from the western USA. — Insecta Mundi, 1202: 1–62. https://doi.org/10.64338/im.1202.qu5s8 [zum open-access-Artikel mit PDF-Download auf centerforsystematicentomology.org]
- Szabóky, C. & A. Takács (2014): The first occurrence of American grape leaf miner (Phyllocnistis vitegenella Clemens, 1859 - Gracillariidae) on grapevine (Vitis vinifera) in Hungary. — Növényvédelem, 50(10): 467-469. [zur Arbeit und PDF-Download auf researchgate.net]
- Szabóky, C. (2014): New data to the Microlepidoptera fauna of Hungary, part XVI (Lepidoptera: Autostichidae, Coleophoridae, Gelechiidae, Gracillariidae, Pyralidae, Tortricidae). — Folia Entomologica Hungarica Rovartani Közlemények, 75: 173-182. [PDF auf mtak.hu]
- Trencheva, K. & G. Trenchev (2018): The first occurrence of American grape leaf miner (Phyllocnistis vitegenella Clemens, 1859 - Gracillariidae) on grapevine (Vitis vinifera) in Hungary. — Academia Journal of Agricultural Research 6(7): 264-267. [zur Arbeit und PDF-Download auf researchgate.net]
- Stark, W. (2024): Neunachweise von Lepidoptera (Schmetterlinge) für Mitteleuropa, Österreich und Niederösterreich. Weitere Ergebnisse der Initiative „Leuchtturmprojekt Schmetterlinge Niederösterreich“. – Naturkundliche Mitteilungen aus den Landessammlungen Niederösterreich, 33: 19 - 25.
- Ureche, C. (2016): First record of a new alien invasive species in Romania: Phyllocnistis vitegenella Clemens (Lepidoptera: Gracillariidae). — Acta Oecologica Carpatica, 9: 133-138. [zur Arbeit und PDF-Download auf researchgate.net]






































