Europarechtlich streng geschützt: Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH), Anhang IV (streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse)
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Falter
Eiablage
Raupe
Jüngere Raupenstadien
Puppe
Ei
Männchen
Männchen
Erstbeschreibung
Nahrung der Raupe
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Eiablage

1.3. Raupe

1.4. Jüngere Raupenstadien

1.5. Puppe

1.6. Ei

2. Diagnose

2.1. Falter

Papilio alexanor kann nur im Flug mit P. machaon verwechselt werden. Bei näherer Betrachtung erkennt man sofort, dass er anstatt schwarzer Flecken Streifen auf den Flügeln trägt und ihm die dunkle Aderbestäubung fehlt. Er ähnelt in diesem Merkmal hinwiederum dem Segelfalter I. podalirius, von dem er sich aber durch die viel intensiver gelbe Grundfarbe sofort unterscheiden lässt.

2.1.1. Ssp. orientalis Romanoff, 1884
2.1.1.1. Männchen
2.1.2. Ssp. hazarajatica Wyatt, 1961
2.1.2.1. Männchen
2.1.3. Raupe

Die erwachsene Raupe ähnelt der von P. machaon. Ihre Grundfarbe ist jedoch heller, fast weiß und die orangen Punkte sind durch kurze ockergelbe Streifen ersetzt.

2.1.4. Ähnliche Arten
2.1.5. Erstbeschreibung

23 Jahre später hierzu erschienene Abbildung

3. Biologie

3.1. Lebensweise

In Asien ist Papilio alexanor ein Steppenbewohner. In Europa sind es ganz ähnliche kleinräumige Vorkommensorte, die oftmals durch menschliches Wirken entstanden sind: Locker bewachsene Straßenböschungen und Erosionsflächen aller Art. Aber auch steile Berghänge, die naturgemäß nur sehr spärlich mit niederen Pflanzen bewachsen sind. Der Lebensraum von Papilio alexanor liegt meist unterhalb 1000 m, vereinzelt kann der Falter an günstigen Stellen aber bis auf 1700 m steigen.

Nahrungspflanzen der Raupen sind gelbblühende hochwüchsige Doldenblütler (Apiaceae). In Asien und Griechenland beispielsweise Rutenkraut-Arten (Ferula -spp.) aber auch Opopanax hispidus und Heptaptera anisoptera. In Frankreich und Italien leben die Raupen an Ptychotis saxifraga. Die Raupe frisst ausschließlich Blüten und unreife Früchte der Nahrungspflanze. Und da die Raupennährpflanzen nur im Frühjahr und Frühsommer blühen, bildet die Art auch nur eine Generation aus, die von Mai bis Juli fliegt. Die Puppe überwintert. Sie kann bei extremer Trockenheit mehrere Jahre lang ausharren, ehe der Falter schlüpft. Auch dies ist eine Anpassung an die spezielle Nahrung der Raupen, denn in sehr trockenen Jahren blühen ihre Nahrungspflanzen nicht.

(Autor: Jürgen Hensle)

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Apiaceae:] Ptychotis saxifraga [wichtigste Eiablagepflanze in Frankreich und Italien]
  • [Apiaceae:] Opopanax hispidus [wichtige (wichtigste?) Eiablagepflanze in Griechenland]
  • [Apiaceae:] Opopanax chironium [Funde fressender Raupen von Russell & Pateman (2018)]
  • [Apiaceae:] Scaligeria napiformis [= Scaligeria cretica] [Raupenfund von Walter Schön in Griechenland [Forum]]
  • [Apiaceae:] Heptaptera anisoptera
  • [Apiaceae:] Ferula communis (Riesenfenchel)

(Autoren: Erwin Rennwald und Jürgen Rodeland)

3.3. Habitat

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„Heldenname, von άλέξω ich wehre ab und άνήρ der Mann.“

Spuler 1 (1908: 2L)

4.2. Unterarten

4.3. Verbreitung

Papilio alexanor hat ein stark zersplittertes Verbreitungsgebiet. Das westlichste Teilgebiet liegt in der Provençe und im angrenzenden Italien, dort im südlichen Piemont und im westlichen Ligurien, angesiedelt auch sehr lokal im Oberwallis. Die nächste Gruppe lebte in Süditalien, in Kalabrien und Ostsizilien, ist dort aber mittlerweile ausgestorben. Eine weitere fliegt von Süddalmatien bis Mazedonien und Südgriechenland. Das mit Abstand größte Teilgebiet aber ist das östliche. Dieses beginnt auf den griechischen Ägäisinseln Lesbos und Samos und reicht über die Türkei einerseits bis Afghanistan und ins westliche Zentralasien, andererseits entlang der Küste des östlichen Mittelmeers bis Israel und Jordanien.

(Autor: Jürgen Hensle)

4.4. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den Angaben von Heppner (1981). Wiemers et al. (2018) nennen - ohne Kommentar - "1800" als Jahr der Erstbeschreibung, also das Jahr in dem die Abbildung erschien. Warum ihnen der Text von 1777 nicht als Beschreibung reicht, verraten sie nicht.

(Autoren: Erwin Rennwald und Jürgen Rodeland)

4.5. Literatur