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Falter
Kopula
Eiablage
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Puppe
Ei
Falter Geschlecht nicht bestimmt
Puppe
Genitalien ♀
Erstbeschreibung
In Opinion 263 der ICZN aus Linnaeus (1758) ausgewählte Referenz
Beschreibung von John Curtis als Papilio podalirius
Habitat
Lebensweise
Prädatoren
Parasitoide
LebendfotosDiagnoseFalterÄhnliche ArtenGenitalienMännchenBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)Andere KombinationenSynonymeNomenklaturVerbreitungLiteraturInformationen auf anderen Websites (externe Links)

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Kopula

1.3. Eiablage

1.4. Ausgewachsene Raupe

1.5. Jüngere Raupenstadien

1.6. Puppe

1.7. Ei

2. Diagnose

2.1. Falter

Der Segelfalter (Iphiclides podalirius) ist nahezu unverwechselbar. Allenfalls kann er bei flüchtiger Betrachtung mit einem Schwalbenschwanz (Papilio machaon) verwechselt werden, wie dies schon dem Vater der wissenschaftlichen Nomenklatur, Linnaeus (1758: 463) passierte, als er in der Erstbeschreibung von Papilio machaon zwei Abbildungen von Iphiclides podalirius in Merian (1730): [pl. XCIV], [pl. CLXIII] [Links führen zu Digitalisat auf archive.org]) referenzierte. P. machaon hat aber in der Regel eine viel kräftiger gelbe Grundfarbe und ihm fehlen die durchgehenden schwarzen Streifen auf Vorder- und Hinterflügeln. Im Streifenmuster ähnlich ist vor allem P. alexanor aus dem Mittelmeerraum, aber auch dieser hat eine viel kräftiger gelbe Grundfarbe.

I. feisthamelii schließlich hat eine noch hellere Grundfarbe und kräftigere schwarze Zeichnungselemente auf der Flügel-Oberseite. Er fliegt, soweit bislang bekannt, nirgendwo mit I. podalirius zusammen.

(Autor: Jürgen Hensle, mit Ergänzung von Jürgen Rodeland)

2.1.1. Geschlecht nicht bestimmt

2.2. Puppe

2.3. Ähnliche Arten

2.4. Genitalien

2.4.1. Männchen

2.4.2. Weibchen

2.5. Erstbeschreibung

2.6. In Opinion 263 der ICZN aus Linnaeus (1758) ausgewählte Referenz

2.7. Beschreibung von John Curtis als Papilio podalirius

3. Biologie

3.1. Habitat

Der Segelfalter (I. podalirius) ist eine Art trocken-warmer offener Hänge.

3.2. Lebensweise

Die Raupe lebt in Mitteleuropa hauptsächlich an Schlehen (Prunus spinosa) und an Felsenkirsche (Prunus mahaleb). Je kühler die örtlichen Verhältnisse, an desto kleineren Büschen entwickelt sie sich. Denn knapp über dem Erdboden ist es, bedingt durch die Reflexion, am wärmsten. In den warmen Sommern der letzten Jahren wurde aber auch in Mitteleuropa verstärkt beobachtet, dass die Eiablage, wie in Südeuropa allgemein üblich, auch an Obstbäumen wie Zwetschgen (Prunus domestica) oder Pfirsich (Prunus persica), z. T. in mehreren Metern Höhe stattfinden kann. Möglicherweise ist diese Verhaltensänderung Grund für die seit einigen Jahren zu beobachtende Wiederausbreitung der Art in West- und Mitteleuropa, denn Obstbäume gibt es viel zahlreicher und verbreiteter als Krüppelschlehen.

Ähnlich dem Schwalbenschwanz, sucht der Segelfalter zur Paarung gerne Hügelkuppen auf, wo der Falter dann auch einmal in etwas größerer Anzahl angetroffen werden kann.

Während I. podalirius in den wärmsten Lagen des Mittelmeerraumes von März bis Oktober in vier, evtl sogar fünf Generationen fliegt, beschränkt sich seine Flugzeit im westlichen Mitteleuropa auf die Monate April bis Juni und Juli/August. Die 2. Generation tritt hierbei nicht überall auf und ist auch nicht immer vollständig. Am südlichen Alpenrand, gebietsweise in den Zentralalpen und generell im östlichen Mitteleuropa kommt hingegen auch noch eine partielle 3. Generation vor, die, je nach den lokalen klimatischen Verhältnissen, im August oder September fliegt. Die Puppe, die von der letzten Generation abstammt, überwintert.

(Autor: Jürgen Hensle)

3.3. Prädatoren

3.4. Parasitoide

3.5. Nahrung der Raupe

  • [Rosaceae:] Prunus spinosa (Schlehe)
  • [Rosaceae:] Prunus mahaleb (Felsen-Kirsche, Felsenkirsche)
  • [Rosaceae:] Prunus serotina (Späte Trauben-Kirsche, Späte Traubenkirsche)
  • [Rosaceae:] Prunus persica [= Persica sp.] (Pfirsich)
  • [Rosaceae:] Prunus armeniaca [= Armeniaca vulgaris] (Kultur-Aprikose, Marille)
  • [Rosaceae:] Prunus dulcis [= Prunus amygdalus, Amygdalus communis] (Mandelbaum)
  • [Rosaceae:] Prunus domestica (Kultur-Pflaume, Zwetschge, Zwetsche)
  • [Rosaceae:] Prunus insititia (Pflaume)
  • [Rosaceae:] Prunus persica (Pfirsich)
  • [Rosaceae:] Prunus cerasus (Sauerkirsche)
  • [Rosaceae:] Prunus avium (Süß-Kirsche)
  • [Rosaceae:] Prunus cerasifera (Kirschpflaume)
  • [Rosaceae:] Prunus cocomilia (Italienische Pflaume, Cocomilia-Pflaume)
  • [Rosaceae:] Prunus padus ? (Gewöhnliche Trauben-Kirsche ?)
  • [Rosaceae:] Cotoneaster integerrimus [= Cotoneaster integerrima] (Gewöhnliche Zwergmispel, Gewöhnliche Steinmispel)
  • [Rosaceae:] Cotoneaster tomentosus tomentosus [= Cotoneaster nebrodensis] (Filz-Zwergmispel, Filz-Steinmispel)
  • [Rosaceae:] Cotoneaster horizontalis (Fächer-Zwergmispel)
  • [Rosaceae:] Cotoneaster sp. (Zwergmispel)
  • [Rosaceae:] Pyrus spinosa [= Pyrus amygdaliformis] (Mandel-Birne, Mandelblättrige Birne)
  • [Rosaceae:] Pyrus communis (Garten-Birne)
  • [Rosaceae:] Pyrus pyraster (Wild-Birne)
  • [Rosaceae:] Pyrus cordata [= Pyrus pyraster ssp. cordata] (Herzblättriger Birnbaum, Herzblättrige Birne)
  • [Rosaceae:] Amelanchier ovalis (Gewöhnliche Felsenbirne)
  • [Rosaceae:] Crataegus x macrocarpa (Großfrüchtiger Weißdorn)
  • [Rosaceae:] Crataegus monogyna agg. (Eingriffeliger Weißdorn)
  • [Rosaceae:] Crataegus laevigata [= Crataegus oxyacantha] (Zweigriffeliger Weißdorn)
  • [Rosaceae:] Crataegus sp. (Weißdorn)
  • [Rosaceae:] Sorbus aucuparia (Eberesche)
  • [Rosaceae:] Sorbus sp.
  • [Rosaceae:] Malus domestica (Kultur-Apfel)

Die Eiablage des Segelfalters erfolgt an einer Vielzahl an Gehölzen aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). In Mitteleuropa spielen niedrig wachsende Schlehenbüsche ("Krüppelschlehen") an besonders heißen Stellen noch immer die Hauptrolle, wo vorhanden werden an solchen Stellen aber auch Felsen-Kirschen (Prunus mahaleb), seltener Zwergmispeln (Cotoneaster integerrimus und C. tomentosus), Wild-Birnen (Pyrus pyraster) und kleine Wildlinge der Garten-Birne (Pyrus communis), noch seltener Felsenbirnen (Amelanchier ovalis) genutzt. In Brandenburg und Umgebung werden mittlerweile die meisten Eier und Raupen an niedrigen, verwilderten Späten Traubenkirschen (Prunus serotina) gefunden - die Art hat sich dort mit dieser neophytischen Pflanze stark ausgebreitet. Von dort gibt es durch Richert & Brauner (2018) aber auch Angaben zu weiteren Gehölzen, konkret Cotoneaster horizontalis (Hartmut Reinhold), Crataegus sp. (Hartmut Reinhold), Prunus avium (Jörg Gelbrecht), Prunus cerasifera (Jörg Gelbrecht), Prunus domestica, Prunus mahaleb, Prunus persica und Prunus spinosa.

Die (partielle) 2. Generation der Falter legt hier bei hohen Lufttemperaturen teilweise auch an höherwüchsigen Gehölzen der Gattung Prunus ab, also an Pfirsich, Zwetschge, Pflaume und Sauerkirsche. In Südeuropa geht die Bindung an bodennahe Eiablage fast ganz verloren, und Eiablagen in mehreren Metern Höhe an Felsen-Kirsche, Pfirsich, Mandel oder Aprikosen spielen eine größere Rolle. Weißdorn-Arten (Crataegus spp.) und die Eberesche (Sorbus aucuparia scheinen hingegen nur selten bzw. lokal eine Nebenrolle zu spielen. Lorković (2009: 26) erwähnt Crataegus oxaycantha für Kroatien.

Ob es zu dem von Tolman & Lewington (1997) gelisteten Kulter-Apfel eine Primärquelle gibt, die sich tatsächlich auf I. podalirius und nicht auf I. festhamelii bezieht, war mir zunächst unklar, Lafranchis (2019) nennt sich dann aber selbst als Beobachter; die Pflanze spielt sicher eine ganz untergeordnete Rolle. Die von Stefanescu et al. (2006) getätigten Ausnahme-Eiablagen an Cotoneaster franchetii und Spiraea cantoniensis stammen aus der Umgebung von Barcelona und betreffen daher nicht den im Titel der Arbeit genannten Iphiclides podalirius sondern I. feisthamelii.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„Name eines griechischen Arztes im trojanischen Krieg.“

Spuler 1 (1908: 2L)

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Nomenklatur

Opinion 263 der ICZN wählt aus den drei Literatur-Referenzen in Linnaeus (1758: Fußnote auf 463) die erste = Ray (1710) als "lectotype" aus. Hiermit wird Livorno in der Toskana, Italien, Typuslokalität. Die Namen podalirius Linnaeus, 1758 und feisthamelii Duponchel, 1832 werden unter den Nummern 77 bzw. 78 in die "Official List of Specific Names in Zoology" aufgenommen.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.5. Verbreitung

I. podalirius tritt von Westfrankreich bis Westchina in klimatisch begünstigten Gebieten auf. Die Nordgrenze seiner Verbreitung verläuft durch Mitteleuropa. Hier fliegt er in der Schweiz in den warmen Alpentälern des Wallis, des Engadins, des Tessins und am Calanda, ebenso wie im Schweizer Jura. In Österreich finden wir ihn im Tiroler Inntal, in Kärnten und am südöstlichen Alpenrand. In Deutschland kommt er hauptsächlich an der Mosel, am Mittelrhein, im Main- und Taubertal, im Fränkischen Jura, an der Unstrut, im Elbsandsteingebirge und der Lausitz vor, breitete sich in den letzten Jahren aber auch im östlichen Brandenburg bis nördlich von Berlin aus. Etwas verbreiteter ist er in Nordfrankreich, erreicht entlang der Maas auch den Süden Belgiens. Wesentlich häufiger ist er im Mittelmeerraum. In Portugal, Spanien, den französischen Ostpyrenäen und Nordwestafrika wird er durch den ähnlichen I. feisthamelii ersetzt. Dieser wird manchmal auch nur als Subspezies von I. podalirius angesehen.

(Autor: Jürgen Hensle)

4.6. Literatur

  • Curtis, J. (1823-1840): British Entomology; Being Illustrations and Descriptions of the Genera of Insects Found in Great Britain and Ireland: Containing Coloured Figures from Nature of the Most Rare and Beautiful Species, and in Many Instances of the Plants upon which they are Found. Vol V. Lepidoptera, Part I. — [Not paginated]. London (E. Ellis & Co.).
  • Ebert & Rennwald (1991a) (= Ebert 1), 222-230.
  • Eitschberger, U. (1993): Zur Artverschiedenheit der europäischen Iphiclides-Arten (Lepidoptera, Papilionidae). — Atalanta 24: 9-13. [PDF auf zobodat.at]
  • Garling, B. (1963): Zum Vorkommen des Segelfalters in der Nordwest-Eifel. — Entomologische Zeitschrift 73 (16): 187. Ex libris Jürgen Rodeland.
  • Geier, T. & K. Schurian (2014): Bemerkungen zur Larvalökologie des Segelfalters (Iphiclides podalirius), insbesondere zu regionalen Nahrungspflanzenpräferenzen und zum „Wackelgang“ älterer Raupen (Lepidoptera: Papilionidae). — Nachrichten des entomologischen Vereins Apollo, Neue Folge 34 (4): 201-209. [PDF auf zobodat.at]
  • ten Hagen, W. (1998): Tagfalterbeobachtungen in Syrien und Jordanien (3. Beitrag) (Lepidoptera: Hesperioidea, Papilionoidea). — Nachrichten des entomologischen Vereins Apollo, Neue Folge 19 (3/4): 247-268. [PDF auf zobodat.at]
  • Hemming, F. [ed.] (1954): Opinion 263. — Opinions and Declarations Rendered by the International Commission on Zoological Nomenclature 5 (24): 329-342. London.
  • Lafranchis, T. (2019): Notes on the biology of some butterflies in Greece (Lepidoptera: Papilionoidea). — Entomologist's Gazette, 70 (2): 113–134. https://doi.org/10.31184/G00138894.702.1710. [Sekundärzitat]
  • Erstbeschreibung: Linnaeus, C. (1758): Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. 1-824. Holmiae (Laurentius Salvius).
  • Lorković, Z. (2009): Fauna Rhopalocera Hrvatske s osobitim obziromna faunu Plitvičkih Jezera. — Entomologia Croatica, 13 (1): 15–78. [PDF auf hrcak.srce.hr]
  • Ray, J. (1710): Historia insectorum. i-xv, 1-400. Londini (A. & J. Churchill).
  • Richert, A. & O. Brauner (2018): Nektarpflanzen und andere Nahrungsquellen sowie Raupennahrungspflanzen der Tagfalter von Brandenburg und Berlin (Lepidoptera: Rhopalocera et Hesperiidae). — Märkische Entomologische Nachrichten, 20 (2): 155–240. [zum PDF-Download auf researchgate.net]
  • Schweizerischer Bund Für Naturschutz [Hrsg.] (1987): Tagfalter und ihre Lebensräume. Arten – Gefährdung – Schutz. — XI + 516 S. (hier 134-135), Egg/ZH (Fotorotar AG).
  • Stefanescu, C., Jubany, J. & J. Dantart (2006): Egg–laying by the butterfly Iphiclides podalirius (Lepidoptera, Papilionidae) on alien plants: a broadening of host range or oviposition mistake? Animal Biodiversity and Conservation, 29.1: 83–90. [zum PDF-Download auf researchgate.net]
  • Steiner, R., G. Hermann & J. Settele (2007): Ökologie einer aussterbenden Population des Segelfalters Iphiclides podalirius (Linnaeus, 1758) - Ecology of an Almost Extinct Population of the Scarce Swallowtail Iphiclides podalirius (Linnaeus, 1758). 171 S. Sofia/Moskau (Pensoft).
  • Weidemann, H. J. (1982): Zum Verhalten nordbayerischer Populationen des Segelfalters (Iphiclides podalirius), unter besonderer Berücksichtigung des Eiablageverhaltens schwalbenschwanzartiger Falter. — Entomologische Zeitschrift 92 (6): 65-76. Ex libris Jürgen Rodeland.
  • Weyh, R. (1981): Beiträge zur Biologie des Segelfalters Iphiclides podalirius L., unter besonderer Berücksichtigung der ersten Stände (Lep.: Papilionidae). — Entomologische Zeitschrift 91 (21): 233-239. Ex libris Jürgen Rodeland.

4.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)