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1. Lebendfotos
1.1. Falter
1.2. Kopula
1.3. Raupe
1.4. Raupe der ssp. kirghisica
1.5. Puppe
1.6. Ei
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Weibchen
2.3. Erstbeschreibung
2.4. Beschreibung von John Curtis als Clisiocampa castrensis
3. Biologie
3.1. Habitat
3.2. Nahrung der Raupe
- [Euphorbiaceae:] Euphorbia cyparissias (Zypressen-Wolfsmilch) [insgesamt wichtigste Raupennahrungspflanze]
- [Rosaceae:] Sanguisorba minor (Kleiner Wiesenknopf)
- [Rosaceae:] Rubus idaeus (Himbeere)
- [Rosaceae:] Rubus fruticosus (Brombeere)
- [Rosaceae:] Fragaria cf. viridis (Hügel-Erdbeere)
- [Rosaceae:] Prunus spinosa (Schlehe)
- [Rosaceae:] Crataegus sp. (Weißdorn)
- [Asteraceae:] Centaurea jacea (Wiesen-Flockenblume)
- [Asteraceae:] Centaurea scabiosa (Skabiosen-Flockenblume)
- [Asteraceae:] Artemisia maritima [= Seriphidium maritimum] (Strand-Beifuß)
- [Asteraceae:] Artemisia vulgaris (Gewöhnlicher Beifuß)
- [Asteraceae:] Tanacetum vulgare [= Chrysanthemum vulgare] (Rainfarn)
- [Fabaceae:] Onobrychis viciifolia (Futter-Esparsette, Saat-Esparsette)
- [Fabaceae:] Trifolium pratense (Rot-Klee, Roter Wiesen-Klee)
- [Fabaceae:] Vicia cracca (Vogel-Wicke)
- [Fabaceae:] Lotus maritimus [= Tetragonolobus maritimus, Lotus siliquosus, Tetragonolobus siliquosus] (Gelbe Spargelerbse)
- [Plumbaginaceae:] Limonium vulgare (Gewöhnlicher Strandflieder)
- [Ericaceae:] Calluna vulgaris (Heidekraut)
- [Plantaginaceae:] Plantago media (Mittlerer Wegerich)
- [Apiaceae:] Anthriscus sylvestris (Wiesen-Kerbel)
- [Fagaceae:] Quercus sp. ??(Eiche ??)
Die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) ist nicht nur die meistgenannte "Futterpflanze" der Raupe von M. castrensis, sondern sicher auch eine der wichtigsten Freiland-Raupennahrungspflanzen, sehr wahrscheinlich die wichtigste überhaupt. Doch M. castrensis ist keineswegs ganz an diese Pflanze gebunden, sondern in der Summe recht polyphag. Es ist aber Vorsicht angebracht - nicht jede Pflanze, auf der eine Raupe sitzt, ist auch deren Raupennahrungspflanze!
Hornemann (1985: 186) berichtete: "Am 10., 12. und 14. Juli 1984 konnte ich im mittleren Jonastal (Arnstadt) insgesamt 9 Raupen an Wiesenstorchschnabel (Geranium pratense) und 16 Raupen an Himbeere (Rubus idaeus) fressend beobachten. Nicht eine einzige Raupe wurde dagegen an Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias) gefunden. Während Geranium pratense selten als Futterpflanze aufgeführt wird, konnte ich Rubus idaeus nirgends in mir bekannter Literatur [...] finden." Die ausführlichste Liste ist die von Ebert (1994: 38-39) für Baden-Württemberg. Auch dort wird Euphorbia cyparissias als am häufigsten beobachtete Nahrungspflanze genannt, dazu aber auch Sanguisorba minor (mehrfach), Crataegus sp., Rubus fruticosus, Fragaria cf. viridis, Prunus spinosa, Trifolium pratense, Tetragonolobus maritimus, Onobrychis viciifolia, Vicia cracca, Anthriscus sylvestris, Plantago media, Achillea millefolium, Artemisia vulgaris, Centaurea jacea (mehrfach), Centaurea scabiosa." Er zitiert Herrmann (1972) mit dessen Beobachtungen von der Baar: "Nach der morgendlichen Erwärmung wandern die Raupen auf selbstgesponnenen Wegen an die Freßplätze. Die erste Nahrung sind Grasarten. Erst später gehen sie auf andere Pflanzenarten über, vor allem an Zypressenwolfsmilch [...] aber auch an Spargelerbse ... Esparsette ... Rotklee .. und auch an niedrigen Eichenschößlingen wurden die Raupen schon gefunden." Ob tatsächlich Gräser befressen werden, halte ich für nicht gesichert - konkrete Grasarten wurden auch nie genannt. Bei den Eichenbüschen könnte es sich um reine Sitzpflanzen handeln - vielleicht auch schon um den Platz der späteren Verpuppung. Stefan Hafner hatte eine Raupe fressend an Achillea millefolium gefunden - in der Zucht fraß sie dann erst einmal Euphorbia cyparissias weg, bevor sie sich wieder mit Achillea begnügte.
Auf [ukmoths.org.uk] wird als Nahrung in Salzwiesen Artemisia maritima und Limonium vulgare genannt.
Die Liste ist sicher noch unvollständig - die Art ist aber keineswegs ein "Allesfresser".
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Etymologie (Namenserklärung)
„castrum Lager, wegen des Nests der Raupe.“
4.2. Abweichende Schreibweisen
- Malacosoma castrense [so auf (funet.fi)]
4.3. Andere Kombinationen
- Phalaena castrensis Linnaeus, 1758 [Originalkombination]
4.4. Synonyme
- Malacosoma halphila Stauder, 1915
4.5. Unterarten
- Malacosoma castrensis kirghisicum (Staudinger, 1879)
- Malacosoma castrensis thomalae Gaede, 1932
4.6. Nomenklatur
In der Urbeschreibung wurde der Name als castrensis geschrieben. Die aktuell gültige Schreibweise castrense entstand aus der Anpassung an den aktuellen, grammatikalisch sächlichen Gattungsnamen Malacosoma (siehe Fauna Europaea). Es gibt Bestrebungen, den ursprünglichen Namen (also castrensis) zu bewahren (so im Lepiforum); dies ist aber [noch] nicht im Code so erlaubt [Wolfgang A. Nässig].
4.7. Literatur
- Curtis, J. (1823-1840): British Entomology; Being Illustrations and Descriptions of the Genera of Insects Found in Great Britain and Ireland: Containing Coloured Figures from Nature of the Most Rare and Beautiful Species, and in Many Instances of the Plants upon which they are Found. Vol V. Lepidoptera, Part I. — [Not paginated]. London (E. Ellis & Co.).
- Ebert (1994b) (= Ebert 4), 35-40.
- Hornemann, A. (1985): Unbekannte Futterpflanzen einiger Macrolepidopterenraupen. — Entomologische Nachrichten und Berichte, 29 (4): 186-187. [PDF auf s-nb.de]
- Jost, B., Schmid, J. & H.-P. Wymann (2000): Malacosoma castrensis. — In: Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz (Hrsg.) (2000): Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Gefährdung, Schutz. Schweiz und angrenzende Gebiete. Band 3: 288-291. Egg (Fotorotar AG).
- Erstbeschreibung: Linnaeus, C. (1758): Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. 1-824. Holmiae (Laurentius Salvius).







































































































