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Falter
Raupe
Ei
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Raupennahrungspflanzen
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Raupe

1.3. Ei

2. Diagnose

2.1. Weibchen

2.2. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Raupennahrungspflanzen

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

„Alpes die Alpen, colo bewohne.“

Spuler 1 (1908: 116L)

4.2. Abweichende Schreibweisen

  • Malacosoma alpicolum [nur scheinbar nach Artikel 32.1. des International Code for Zoological Nomenclature korrekte Schreibweise mit Übereinstimmung des grammatikalischen Geschlechts von Gattungs-Substantiv und Art-Adjektiv oder -Partizip (Gender Agreement des ICZN); nach Hinweis von Zdenek Laštůvka tatsächlich aber inkorrekte Schreibweise nach Artikel 33.3. des International Code for Zoological Nomenclature; Begründung: der Name „alpicola“ ist kein Adjektiv (=„Alpenbewohner“) und kann daher nicht im Sinne von Artikel 32.1. des ICZN geändert werden.]

4.3. Andere Kombinationen

4.4. Synonyme

4.5. Unterarten

4.6. Verbreitung

Das Vorkommen von Malacosoma alpicola im Schweizer Jura ist eine eigenartige Geschichte. Für das 20. Jahrhundert werden in der Literatur ein knappes halbes Dutzend Funde vor allem aus dem Waadtländer Jura und dem angrenzenden französischen Jura bei Genf genannt. Mehrmals wurden diese Funde zudem Malacosoma franconica zugeordnet, was wohl sicher falsch ist. Aus dem Chasseralgebiet gibt es zwei in der Literatur publizierte Nachweise aus der Zeit zwischen 1911 und 1928. Bei einer intensiv durchgeführten Bestandsaufnahme der Macrolepidopteren in den Jahren 1981-1987 (Rezbanyai-Reser & Bryner) konnte die Art nicht gefunden werden, so dass die alten Hinweise ernsthaft angezweifelt worden sind.

Im Jahre 2001 wurde am Chasseral auf einer Höhe von rund 1450 m ganz unverhofft ein Raupennest entdeckt (Ph. Dubey). Die Zahl der Beobachtungen nahm in den folgenden Jahren rasant zu. Seither kommen Beobachtungen nun aus vielen Teilen des Schweizer Jura oberhalb rund 900 m. Am Chasseral ist die Art seit 2004 überaus häufig. Raupen können jedes Jahr zu vielen Hunderten gefunden werden, in der Jugend als auffällige Gespinste in Raupennestern, erwachsen als Einzeltiere überall in der niedrigen Vegetation der Alpweiden. Auf einem viel begangenen und mit Mountain-Bikes befahrenen Wanderweg konnte ich heute auf einer Strecke von rund 300 Metern über 50 Raupen zählen, welche den Weg überquerten, viele davon zertrampelt oder überfahren. Was zu dieser rasanten (Wieder-)Besiedelung des Jura geführt hat, ist meines Wissens noch unerforscht geblieben. (Rudolf Bryner, 24. Juni 2012) [Forum]

4.7. Publikationsdatum der Erstbeschreibung

Hinsichtlich der Publikationsdaten der Arbeiten in den „Trudy Russkogo Entomologicheskogo Obshchestva“ und den „Horae Societatis Entomologicae Rossicae“ der Jahre 1861-1932 folgen wir Kerzhner (2004), der die Datierungen der Papierhüllen der einzelnen Hefte auswertete, welche in nur wenigen Bibliotheken beim Binden der Jahrgänge nicht entfernt wurden. Demnach wurde Band 7 der „Horae“ in folgenden Lieferungen herausgegeben: Heft 1 (Seiten 3-66) am 2. April 1870, Doppelheft 2-3 (Seiten 67-282 und 305-320) im September 1870, Heft 4 (Seiten 283-304 und 321-408) am 1. Juli 1871.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.8. Literatur

  • Jost, B., Schmid, J. & H.-P. Wymann (2000): Malacosoma alpicola. — In: Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz (Hrsg.) (2000): Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Arten, Gefährdung, Schutz. Schweiz und angrenzende Gebiete. Band 3: 292-295. Egg (Fotorotar AG).
  • Kerzhner, I. M. (2004): Publikationsdaten der “Trudy Russkogo Entomologicheskogo Obshchestva” und “Horae Societatis Entomologicae Rossicae”, 1861-1932. Autorisierte Übersetzung von K. Standfuss. — Entomofauna 25 (14): 237-248. [PDF auf zobodat.at]
  • Erstbeschreibung: Staudinger, O. (1870-1871): Beitrag zur Lepidopterenfauna Griechenlands. — Horae societatis entomologicae rossicae 7: 3-304, pl. I-III. St. Pétersbourg (V. Bésobrasoff & Comp.).