Vorkommen
Länder:+8Kontinente:EU
Falter
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Weibchen
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

2.1. Weibchen

2.2. Geschlecht nicht bestimmt

2.3. Genitalien

2.3.1. Weibchen

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Grossulariaceae:] Ribes alpinum (Alpen-Johannisbeere)
  • [Grossulariaceae:] Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere)
  • [Grossulariaceae:] Ribes uva-crispa ? (Stachelbeere ?)
  • [Grossulariaceae:] Ribes sp. (Johannisbeere)

Die Art scheint in Deutschland weitgehend an die Alpen-Johannisbeere gebunden zu sein, an der G. Baisch die Art in den bayerischen Alpen gefunden hat. Insgesamt werden aber auch andere Arten der Gattung Ribes genutzt.

Burmann (1973: 156) meldet aus Österreich: "Die Imagines dieser äußerst lokal vorkommenden Art findet man im Juli an Pflanzenteilen von alpinen Ribes-Arten sitzend. Einzeln sind sie aus den Sträuchern der Futterpflanze der Raupen durch Abklopfen zu erbeuten. Höhenverbreitung in Nordtirol zwischen 1500 und 1700 m. Die Raupen findet man ab Mitte Mai bis Anfang Juni, gerade wenn die ersten Blättchen zur Entwicklung kommen, in Trieben von Ribes nigrum (L.) und anderen Ribes-Arten. Die befallenen Triebe fallen wenig auf. Meist sind mehrere Raupen auf einem Ribes-Strauch."

Friebe (1960: ) hatte auch die Stachelbeere angeführt, nannte dazu aber keine Details.

4. Weitere Informationen

4.1. Synonyme

4.2. Taxonomie

Gaj (1954) stellte fest, dass das von ihm bei Krynica in Polen gefangene Tier zu keiner anderen Yponomeutidae-Art passen wollte und auch keiner der bis dahin beschriebenen Gattungen zuzuordnen war; also beschrieb er Gattung und Art neu als Euhyponomeutoides albithoracellus. Friese (1960: 78) stellte dann aber fest, dass die Art sehr wohl längst beschrieben war, nämlich von Tengström (1848: 111-112) unter dem Namen "Tinea rufella" aus Finnland mit Typenfundorten Oulu (als "Uleåborg") und "Carleby" (Kokkola?).

Diese "Tinea rufella" wurde dann neu mit "Argyresthia rufella" kombiniert, eine Kombination, die Friese (1960) heftig kritisiert und in "Kessleria rufella" umwandelt. Später setzte sich die Meinung von Gaj (1954), dass sein Tier in keinen der bekannten Gattungen gehört, doch durch und es kam zur Neukombination "Euhyponomeutoides rufella" bzw. "Euhyponomeutoides rufellus".

Doch der Name Tinea rufella war 1848 bereits präokopiert, nämlich durch Tinea rufella, Panzer, 1804, einem Taxon, zu dem es bei Panzer (1804: 140) hieß: "TINEA rufella: alis anticis rufis punctis maculisque nigris numerosis, capite thoraceque fulvis. Habitat in sylvaticis. Die rothgeflügelte schwarzpunktirte Schabe." - was damit gemeint war, ist wohl bis heute unklar - aber Tinea rufella Tengström, 1848 wurde dadurch zum jüngeren Homonym und ist als Name nicht verfügbar. Wir stimmen daher Leley (2016) zu, wenn er für das hier gemeinte Taxon wieder den Namen Euhyponomeutoides albithoracellus Gaj, 1954 benutzt.

4.3. Faunistik

Locus typicus nach Gaj (1954: 11): Polen [Woiwodschaft Kleinpolen], Krynica [Krynica-Zdrój].

Für Deutschland gibt es nach schmetterlinge-d.de eine Angabe von 2008 von Rudi Seliger für das Kartenblatt 5606 Üxheim (Nordrhein-Westfalen) und eine anonyme Angabe von Kartenblatt 2335 Langen Brütz (Mecklenburg-Vorpommern), die beide Eingang in die Liste von Gaedike et al. (2017) fanden.

Haslberger et al. (2017: 18) meldeten: "Von dieser seltenen Art lagen uns aus dem Alpenraum bisher nur nicht verifizierbare Angaben vor (Hannemann 1977: 144). Günter Baisch (pers. Mitteilung) konnte nun am 25.4.2007 bei einer Wanderung in den Allgäuer Alpen zahlreiche Raupen eintragen, aus denen die Falter gezüchtet wurden. AVA: Oberallgäu, Oberjoch, 1150 m, ex larva 11.5.2007, Ribes alpium, leg. Baisch. Bestätigung des Vorkommens in den Bayerischen Alpen." Auch diese Meldung ging in schmetterlinge-d.de ein, noch nicht aber der oben gezeigte Falter von 2019 vom Ammergebirge, Bäckenalm von T. Guggemoos.

In allen Kartenblättern mit Nachweisen des Falters ist auch die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) in jeweils allen 4 Quadranten vorhanden - insgesamt ist diese Pflanze in Deutschland aber sehr viel weiter verbreitet als der Falter. Dieser ist möglicherweise aber auch noch stark unterkartiert.

Burmann (1973: 156) meldet die Art erstmals für Österreich: "Nordtirol (Zillertaler Alpen): Vennatal (1500-1700 m) 25.7.34 mehrere ♂♂, 22.5.48 Raupen, e.l. 9.6.-23.6.48 ♂♂ und ♀♀. Die ersten Funde aus Österreich."

Die Art scheint in Skandinavien weiter verbreitet zu sein und dort ganz klar ihren Schwerpunkt zu haben.

Aus Frankreich ist sie nur lokal aus den Alpen bekannt. Laštůvka & Laštůvka (2020: 48) melden sie aber aus den Pyrenäen als neu für Spanien.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.4. Typenmaterial

Gaj (1954: 12) beschrieb die Art nach einem einzigen ♂: “One male specimen was collected at the light of an electric lamp on 14.VI.1950 at Krynica (Poland, 600 m.a.s.l.). The holotype is in my collection.”

4.5. Literatur