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Falter
Männchen
Weibchen
Genitalien ♂
Genitalien ♀
Erstbeschreibung
LebendfotosDiagnoseGenitalienBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenAndere KombinationenLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen

2.3.2. Weibchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Asteraceae:] Tanacetum vulgare [= Chrysanthemum vulgare] (Rainfarn)
  • [Asteraceae:] Leucanthemum vulgare ?? [= Chrysanthemum leucanthemum ??] (Margerite ??)
  • [Asteraceae:] Achillea millefolium ?? (Gewöhnliche Schafgarbe ??)

Kennel (1921: 629) schrieb nur ganz kurz und ohne Raupenbeschreibung: "Die Raupe lebt bis Mai in Wurzeln von Tanacetum" - eine verlässliche Primärangabe ist das sicher nicht. Als wahrscheinliche Primärangabe zu werten ist aber die Notiz von Sauber (1904: 25) aus der Umgebung von Hamburg: "Agilana Tgstr. Ende Juni, Juli; Borstel, Lockstedt, Wilstorf; Raupe wie vorige in Rainfarn." Doch hier bleibt erst einmal eine gewisse Bestimmungs-Unsicherheit.

Schütze (1931) berichtete sehr überzeugt und sehr überzeugend: "Raupe Mai bis Juni [...] im oberen Stängelteile. Chrysanthemum leucanthemum [Leucanthemum vulgare agg.] in und unter der wenig entwickelten Blütenknospe, letztere wenig befressend, dann den Stiel aushöhlend. Die bewohnte bzw. durchfressene Knospe ist etwas geneigt, die zwei oder drei Deckblättchen unter ihr gekrümmt und knorpelartig verdickt. Verwandlung in einem Erdkokon. In ähnlicher Weise lebt an dieser Pflanze eine Cnephasia-Raupe, die aber niemals in den Stängel geht. Ich halte meine mehr als hundertfach wiederholte Beobachtung für richtig, trotz aller gegenteiliger Angaben, nach welchen die Raupe in der Wurzel von Chrysanthemum vulgare (Tanacetum) leben soll. Auch spricht für meine Ansicht Kennels Abbildung, mit der die gezogenen Falter genau übereinstimmen (Schütze)." Wie sich erst bei der Überprüfung der Belege durch Friedmar Graf [Forumsbeitrag 23. November 2019] herausstellte, gehören die Belegtiere von K.-T. Schütze aber tatsächlich gar nicht zu D. agilana, sondern zu Dichrorampha consortana!

Ob Razowski (2001: 102) diese Arbeit nicht kannte oder schon wusste, dass hier Schütze ein Fehler unterlaufen war, ist mir unklar; jedenfalls schreibt er: "Wu[rzel]; Tanacetum, Chrysanthemum leucanthemum (Asteraceae)." Woher diese Angaben stammen und wie gut sie belegt sind, ist mir ebenfalls unklar. Gerade die Fehlinterpretation durch Schütze mahnt hier sehr zur Vorsicht.

Sobczyk et al. (2019: 446) schreiben dazu: "Die Angaben (Schütze 1901, 1930, 1931) zu D. agilana beziehen sich ganz oder teilweise auf D. consortana. Die einzigen Belegexemplare Schützes (2M, 2W e.l. (ex Chrysanthemum leuc.), 1928, Soritz, SMNG), stellten sich als D. consortana heraus. Dadurch erscheint der von Schütze (1931) als falsch interpretierte Hinweis, dass die Raupen sich in Rainfarn (Tanacetum vulgare) entwickeln, korrekt zu sein." - Was aber noch zu beweisen war. jetzt aber erst noch zu beweisen war ...

Muus (2026: 421) lieferte diesen Beweis durch eine eigene Zucht dieser Art: "R: Juli-mei. De rups leeeft vermoedelijk eerst in de bloeiwijze en deelt dan af naar de wortelstok. Gedurende de winter en in het vorjaar leeft de rups in de wortelstok. Verpopping in een zijdeachtige cocon in een holte in de wortelstok. W: Boerenwormkruid (Tanacetum vulgare). Mogelijk af en toe ook duizenblad (Achillea millefolium)." Als Quelle für die Schafgarbe nennt er J. Scheffers und Disqué (1907). hatte knapp geschrieben: "Agilana Tgstr. 6 . R. 4. 5 in Achilleawurzeln." Ob Letzteres als Primärangabe zu verstehen ist, ist eher fraglich - und ob die Tiere richtig bestimmt waren, erst Recht. Die vorsichtige Formulierung "Mogelijk" [möglicherweise] war hier also angebracht.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Literatur

  • Disqué, H. (1907): Verzeichnis der in der Pfalz vorkommenden Kleinschmetterlinge. — Mitteilungen der Pollichia, eines Naturwissenschaftlichen Vereins der Rheinpfalz, 63 (22): 29-101.[PDF auf zobodat.at]
  • Kennel, J. (1908-1921): Die Palaearktischen Tortriciden. Eine monographische Darstellung mit 24 Tafeln im Farbendruck, einer Stammtafel und mehreren Abbildungen im Text. — Zoologica 21 (54): 1-546, 729-742, Stammtafel, Taf. I-XXIV. Stuttgart. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
  • Muus, T. (2026): Handboek Motten: Alle Microvlinders van Nederland en België. [Deel 1 & Deel 2]. — 788 S.; Utrecht (KNNV Uitgeverij).
  • Razowski, J. (2001): Die Tortriciden (Lepidoptera, Tortricidae) Mitteleuropas. Bestimmung - Verbreitung - Flugstandort - Lebensweise der Raupen. — 319 S.; Bratislava.
  • SCHÜTZE (1931): 186-187
  • Sauber, A. (1904): Die Kleinschmetterlinge Hamburgs und der Umgegend. — Verhandlungen des Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung zu Hamburg 12: 1-60. [PDF auf zobodat.at]
  • Sobczyk, T., Stöckel, D., Graf, F., Jornitz, H. & T. Karisch (2019): Die Schmetterlingsfauna (Lepidoptera) der Oberlausitz. Teil 6: Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) 2. Teil. Scythropiidae, Yponomeutidae (Gespinstmotten), Argyresthiidae (Knospenmotten), Plutellidae (Schleier- und Halbmotten), Glyphipterigidae (Rundstirnmotten, Wippmotten), Ypsolophidae, Praydidae, Heliodinidae, Bedelliidae, Lyonetiidae (Langhorn-Blattminiermotten), Elachistidae (Ethmiinae, Depressariinae - Flachleibmotten, Elachistinae - Grasminiermotten, Parametriotinae), Scythrididae (Ziermotten), Chimabachidae, Oecophoridae (Faulholzmotten), Stathmopodidae, Coleophoridae (Sackträgermotten), Choreutidae (Spreizflügelfalter), Urodidae, Schreckensteiniidae, Epermeniidae (Zahnflügelfalter), Tortricidae (Wickler). – Beiträge zur Insektenfauna Sachsens Band 22. – Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 24, 496 Seiten, 2 Karten. ISSN 0232-5535.
  • Erstbeschreibung: Tengström, J. M. J. (1848): Bidrag till Finlands fjäril-fauna. — Notiser ur Sällskapets pro fauna & flora fennica förhandlingar 1: 69-164. Helsingfors (A. W. Gröndahl).