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Männchen
Genitalien ♂
Erstbeschreibung
LebendfotosFalterDiagnoseGenitalienBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenTaxonomie und FaunistikLiteratur

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Genitalien

2.2.1. Männchen

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

Noch unbekannt! Bisher scheint es noch keinen Anhaltspunkt zu geben.

4. Weitere Informationen

4.1. Taxonomie und Faunistik

Könnte es sein, dass eine im "Verzeichniss der im Jahre 1858 in Sicilien gesammelten Schmetterlinge" neu beschriebene Art gar nicht auf Sizilien vorkommt ? Klar. Aber wenn die Beschreibung der neuen Art dann auch noch mit "Im Juni bei Partinico einige an einem Ackerrande gefangen" beginnt? Dann wird es schon heikler. Aber im Falle von C. laticostella muss die Antwort wohl "ja" heißen. Der zweite Satz in der Artbeschreibung von Mann (1859: 175) beginnt mit: "Diese Art, die ich auch bei Brussa sammelte,". Das Problem: nach gegenwärtiger Kenntnis gehören die äußerlich sehr ähnlichen Tiere von Sizilien und der Türkei zu zwei nicht näher verwandten Arten (unterschiedliche Gruppen im System von Toll) der Gattung. Und der Lectotypus ist ohne Fundortetikett.

Baldizzone (1981: 7-8) setzte sich detailliert mit der Problematik auseinander. Er begann mit "Locus typicus: Sicilia, Partinico.", stellte dann aber fest: "Lectotypus ♂ (PG 5114 Bent W. RASMUSSEN = 5913 Mus. Vind.) porta i seguenti cartellini: 1) "Type 1859 W. M.", 2) "latiorella Mn, ? = albicostella Dup.". Esso è conservato presso il Naturhistorisches Museum Wien. I cartellini non permettono di stabilire se si tratta dell' esemplare di Partinico (Sicilia) citato da MANN nella sua descrizione come primo ad essere raccolto, ♀ di uno di Brussa." Es gibt also einen Lectotypus, dessen Etiketten nicht verraten, ob der Fundort Partinico oder Brussa ist. Baldizzone (1981: 7-8) untersuchte Tiere von Mann aus Brussa und stellte dabei fest, dass Toll (1962) das weibliche Genital richtig abbildete, bei den Männchen aber eine falsche C. laticostella abbildete, die Toll (1943: 89) zudem schon als "Coleophora marianii" beschrieben hatte. Damit ergibt sich für C. laticostella: "Distribuzione: La specie, la cui biológia è sconosciuta, è citata di Sicilia, Bitinia, Palestina, Ponto. Personalmente ritengo sicuro solo la località di Brussa." [Verbreitung: Die Art, deren Biologie unbekannt ist, wird aus Sizilien, Bithynien, Palästina und Pontus genannt. Ich persönlich halte nur den Standort von Brussa für sicher.] Daran scheint sich nichts mehr geändert zu haben, denn bei Baldizzone et al. (2006: 74) heißt es zu C. laticostella: "Baldizzone (1981c: 7) clarified the confusion about the identification and distribution of this species. Distribution. Palearctic: Turkey." Mit dem Lectotypus vergleichbare Genitalien wurden bisher nur in der Türkei gefunden, nicht aber auf Sizilien. Es ist damit sehr wahrscheinlich, das der Lectotypus aus "Brussa" stammt.

"Coleophora marianii" - die "falsche albicostella" - gilt mittlerweile als Synonym von Coleophora fretella, eine schon sehr lange - und auch vor C. albicostella beschriebene Art mit locus typicus beim Leuchtturm von Messina auf Sizilien ... C. fretella kommt auch in der Türkei vor, C. albicostella hingegen anscheinend nur in der Türkei und eben nicht auf Sizilien.

Kosorín (2026: 137) kann nicht nur über einen Wiederfund der seit Jahrzehnten verschollenen Art berichten, sondern dieser Fund gelang erstmals in Europa: "One male specimen of Coleophora laticostella (Fig. 1) was caught by Ivan Richter on April 27, 2022, at a mountainous site near the village of Kirki, located 27 km northwest of Alexandroupoli, in the northeastern region of Greece in the Thrace region. The elevation of the site is approximately 200 m." Der neue Fundort liegt knapp 350 km westnordwestlich von Brussa, ebenfalls in Hügellage nicht weit entfernt vom Meer. Die Bedingungen für die Art könnten hier durchaus ähnlich sein.

Die Meldungen von Brussa in der Türkei sind mittlerweile alt. Kosorín (2026: 138) teilte dazu mit: "Baldizzone (2026, pers. comm.) states that no other specimens has been seen in the last 45 years since the revision of Toll's material." Der neue Fund im Osten Griechenlands beweist, dass die Art noch nicht ausgestorben ist. Jetzt gilt es, erst einmal ihre Biologie zu klären. Kosorín (2026: 138) zeigt Fotos von Belegfalter und männlichem Genital - was sicher hilfreich für die weitere Suche nach der für Europa neuen Art ist.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.2. Literatur

  • Baldizzone, G. (1981): Contribuzioni alia conoscenza dei Coleophoridae. XXIV. Le specie descritte da W. Krone, J. Mann, K. Prohaska, H. Zerny. — Folia entomologica hungarica 42 [n.s. 34] (1): 5-21. [PDF auf publication.nhmus.hu]
  • Baldizzone, G. van der Wolf, H. & J.-F. Landry (2006): World Catalogue of Insects 8. Coleophoridae, Coleophorinae (Lepidoptera). 1-215. Apollo Books (Stenstrup).
  • Kosorín, F. (2026): Coleophora laticostella Mann, 1859 a new moth species for Europe from Eastern Greece (Lepidoptera: Coleophoridae). — Entomofauna carpathica, 38 (1): 137-139. [PDF auf entomospol.sk]
  • Erstbeschreibung: Mann, J. (1859): Verzeichniss der im Jahre 1858 in Sicilien gesammelten Schmetterlinge. — Wiener Entomologische Monatschrift 3: 78-96, 97-106, 161-178, pl. 1.
  • Toll, S. (1943): Coleophora marianii spec. nova. — Mitteilungen der Deutschen Entomologischen Gesellschaft, 11: 89-90. [Sekundärzitat]
  • Toll, S. (1962): Materialien zur Kenntnis der paläarktischen Arten der Familie Coleophoridae (Lepidoptera). — Acta zoologica cracoviensia, 7: 577-719; 133 pl. [PDF auf isez.pan.krakow.pl]