1. Lebendfotos
1.1. Falter
Siehe Kommentar unter „Weitere Informationen“
1.2. Raupe, Raupensack
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Weibchen
2.3. Genitalien
2.3.1. Männchen
2.3.2. Weibchen
2.4. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Nahrung der Raupe
- [Fabaceae:] Medicago sativa (Saat-Luzerne)
- [Fabaceae:] Medicago sp. (Luzerne, Sichelklee)
- [Fabaceae:] Coronilla sp. ? (Kronwicke ?)
Die Raupen werden in der Regel an Luzerne gefunden. Baldizzone (2019: 275-276) schreibt: "Piante alimentari: Medicago sativa (Fabaceae), ma è segnalata anche la Coronilla sp. (Fabaceae) (Anikin et al., 1999)." Tatsächlich schreiben Anikin et al. (1999: 302) und Anikin et al. (2017: 112) einfach: "L: Medicago, Coronilla." Die Angaben sind nicht als eigene Nachweise kenntlich gemacht, bleiben also unsicher.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Andere Kombinationen
- Multicoloria fuscociliella (Zeller, 1849) [so bei Anikin et al. (2017)]
4.2. Synonyme
- Quadratia bucovinae Nemeş, 2004 [synonymisiert durch Baldizzone (2005)]
- [Coleophora medicaginis Herrich-Schäffer, 1861 [synonymisiert von Baldizzone (1986: 138); trotzdem wahrscheinlich bona species]
4.3. Taxonomie und Faunistik
"Derzeit wird das Taxon Coleophora fuscociliella Zeller, 1849 als Synonym zu Coleophora medicaginis Herrich-Schäffer, 1861 betrachtet. Die beiden genannten Taxa sind aber im Genital deutlich verschieden und stellen sicher zwei verschiedene Arten dar. Um festzulegen, welcher der beiden Namen der für das oben gezeigte Tier gültige ist, muss erst das Typenmaterial verglichen werden." (Telefonische Auskunft von Andreas Stübner an Jürgen Rodeland) Andreas "Karl" Stübner starb am 7.3.2018 viel zu jung und konnte so nichts mehr zur Klärung dieses Artenpaars beitragen. Damit gilt auch die Synonymie noch immer, auch wenn jetzt schon lange bekannt ist, dass sich aktuell 2 Arten unter dem Namen "Coleophora fuscociliella" verbergen. Doch die Klärung, wie sich die beiden Taxa morphologisch (und biologisch?) unterscheiden und wie sie jeweils verbreitet sind, steht noch immer aus. Denn dazu ist erst einmal zu klären, was "Coleophora fuscociliella" überhaupt ist; Zeller (1849: 251) hatte zum Vorkommen seiner neuen Art geschrieben: "Diese Art fliegt bei Frankfurt a.M., um Wien bei Tivoli, Mauer, Baden im Juni und Juli einzeln auf trocknen Grasplätzen und in jungem Gebüsch. Mann fing zwei Exemplare zu Ende Mai bei Montenero in Toskana." Gut möglich, dass im Typenmaterial bereits 2 verschiedene Arten stecken. Vermutlich muss nach Sichtung des Typenmaterials von Zeller erst einmal ein Lectotypus festgelegt werden. Sollten die Syntypen aus Deutschland und Österreich zur gleichen Art gehören, hätte es keine Konsequenzen, ob ein Lectotypus aus Deutschland oder einer aus Österreich ausgewählt wird (oder schon wurde (?)). Coleophora medicaginis könnte sich dann als Synonym zu dieser Art herausstellen - oder eben als bona species. Sollten in Zellers Typenmaterial hingegen beide Arten versteckt sein, würde es Sinn machen, schon vor der Lectotypenfestlegung zu prüfen, wohin denn das Weibchen von Mainz gehört, das Schmid als Raupensack (wohl an Medicago) gesammelt hatte, und das Herrich-Schäffer (1861: 142) dann - dem Vorschlag von Schmid folgend - als "Coleophora medicaginis" beschrieb. Falls bei Zeller 2 Arten in der Syntypen-Serie stecken und die einer Art davon zu Herrich-Schäffers Tier aus Mainz passt, sollte am besten die andere Art als Lectotypus von C. fuscociliella festgelegt werden, da so beide alten Namen erhalten werden könnten. Sollten Zellers Tiere zu einer Art gehören und Herrich-Schäffers Tier zu einer anderen, wäre die Namensvergabe auch geklärt. Sollten aber alle Exemplare die gleiche Art betreffen, müsste weiter nach einem Namen für die zweite "Stübner-Art" in diesem Komplex gesucht werden. Ich jedenfalls kann verstehen, dass sich hier noch niemand an die Arbeit gemacht hat.
(Autor: Erwin Rennwald)
4.4. Literatur
- Anikin, V. V., Sachkov, S. A. & V.V. Zolotuhin (1999): "Fauna lepidopterologica Volgo-Uralensis" 150 years later: changes and additions. Part 4. Coleophoridae, Gelechiidae, Symmocidae and Holcopogonidae (Insecta, Lepidoptera). — Atalanta 29 (1/4): 295-336. [PDF auf zobodat.at]
- Anikin, V.V., Sachkov, S.A. & V.V. Zolotuhin (2017): "Fauna lepidopterologica Volgo-Uralensis": from P. Pallas to present days. — Proceedings of the Museum Witt Munich, Volume 7: 1-696; Munich and Vilnius.
- Baldizzone, G. (1986): Nuove sinomimie nel genere « Coleophora » Hubner (V). Contribuzioni alla conoscenza dei « Coleophoridae ». XLIV (Lepidoptera). — Rivista Piemontese di Storia Naturale 7: 133-144. [PDF auf storianaturale.org]
- Baldizzone, G. (2005): Contribuzioni alla conoscenza dei Coleophoridae. CX. Alcune note sui Coleophoridae descritti da Ioan Nemeş negli anni 2003 e 2004 (Lepidoptera: Coleophoridae). — SHILAP Revista de Lepidopterología, 33 (130): 123-130. [PDF auf redalyc.org]
- Baldizzone, G. (2019): Fauna d’Italia. Vol. LIII. Lepidoptera Coleophoridae. - XVII + 907 S.; Milano (Calderini).
- [SCHÜTZE (1931): 125]
- Фалькович, М. И. (1988): К фауне чехлоносок (Lepidoptera, Coleophoridae) южной Туркмении (с описанием новых видов). — Труды Зоологического института Академия наук СССР 178: 134-162.
- Erstbeschreibung: Zeller, P. C. (1849): Beitrag zur Kenntniss der Coleophoren. — Linnaea Entomologica. Zeitschrift herausgegeben von dem entomologischen Vereine in Stettin 4: 191-416. Berlin (E. S. Mittler und Sohn).