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Falter
Männchen
Geschlecht nicht bestimmt
Männchen
Erstbeschreibung
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Geschlecht nicht bestimmt

2.3. Genitalien

2.3.1. Männchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Caryophyllaceae:] Dianthus carthusianorum (Karthäusernelke)
  • [Caryophyllaceae:] Petrorhagia saxifraga [= Gypsophila saxifraga] (Steinbrech-Felsennelke)

Stainton (1867: 61) berichtete aus Cornwall (Großbritannien): „Besucht man gegen Ende Mai eine Gegend an der Seeküste, wo Silene maritima reichlich wächst, so wird bei aufmerksamer Betrachtung dieser Pflanzen wahrscheinlich an mancher ein welkes Aussehen der Blätter der Endtriebe auffallen. Oeffnet man einen solchen Trieb und findet ein grünes Räupchen mit schwarzem Kopf und röthlichbraunem zweiten Segment, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass man die Raupe der Gelechia leucomelanella vor sich habe.“ […] Die Raupe nährt sich von Silene maritima jedenfalls aber auch von einer anderen binnenländischen Silene-art, da Professor Zeller den Schmetterling in einem Gehölz bei Glogau nicht selten im Juli gefangen hat“.

Diese „andere Silene“ stellte sich als Silene nutans heraus, denn Schütze (1931: 88-89) kann von eigenen Beobachtungen berichten: „Die grüne Raupe ist ohne weiteres an dem dunkelroten ersten Segment zu erkennen. Wahrscheinlich miniert sie in erster Jugend, frisst sich dann zwischen die obersten Blättchen eines Seitentriebes ein, welche nach und nach welken und beim Suchen als Leitmerkmal dienen. Sie verzehrt aber nur den heurigen Wuchs, verlässt die Wohnung, sobald sie auf vorjähriges Holz stößt und bohrt sich gewöhnlich unten zwischen den kleinen Blättchen in den Stängel, höhlt ihn aber nicht aus, sondern begnügt sich mit Rinde und Bast. Der Kot hängt in verhältnismäßig großen Klumpen zusammengesponnen am Bohrloch, ist grün, wenn die Raupe die Rinde von innen benagt, hellgrün vom Bast und fast gelb, sobald sie Holz angreift. Oft schützt sie sich bei Wohnungswechseln durch etwas Gespinst. Sie lebt an Silene nutans und geht zur Verpuppung auf die Erde (Schütze).“

Klimesch (1953: 232) widerspricht allen diesen Angaben und führt an: "Die Raupe von leucomellanellum lebt in Trieben von Dianthus carthusianorum. Die in der Literatur als Futterpflanzen angegebenen Silenearten beziehen sich auf inflatellum Chret."

Stainton (1869: 210-211) beschrieb aus Nord-Italien eine neue Art, die er in nächste Nähe zu C. leucomelanella stellte, und die sich später als Synonym zu ihr erweisen sollte: „Gelechia gypsophilae n. sp. On the 26th of March, whilst sauntering along the ascent of Monte Grosso at Mentone, I chanced to notice a small pod-like gall on some low plant, and on opening I found to my surprise a larva evidently Lepidopterous. I then searched and found other similar pod-like galls. The plant on which they occurred was determined for me by my friend Mr. J. T. Moggridge as Gypsophila saxifraga L. On the 22nd [sic!] of March I collected some more of these galls and found one tuft of the plant quite full of them. Three days later, however, I found them far more plentifully along a rocky path leading to the Gorbio valley […]". Petrorhagia saxifraga hat demnach auch als Raupennahrungspflanze von C. leucomelanella zu gelten.

Angaben zu Dianthus arenarius beziehen sich auf Caryocolum arenariella.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Abweichende Schreibweisen

  • Caryocolum leucomelanellum [nach Artikel 32.1. des International Code for Zoological Nomenclature korrekte Schreibweise mit Übereinstimmung des grammatikalischen Geschlechts von Gattungs-Substantiv und Art-Adjektiv oder -Partizip (Gender Agreement des ICZN)]

4.2. Andere Kombinationen

4.3. Synonyme

4.4. Literatur

  • Lectotypus-Festlegung: Huemer, P. (1988): A taxonomic revision of Caryocolum (Lepidoptera, Gelechiidae). — Bulletin of the British Museum (Natural History). Entomology series 57: 439-571 [Digitalisat auf archive.org].
  • Klimesch, J. (1953): Die an Caryophyllaceen lebenden europäischen Gnorimoschema Busck (= Phthorimaea Meyr.)-Arten. Ein Beitrag zur Kenntnis der Genitalmorphologie der Gelechiiden (Lep.) sowie Beschreibung von zwei neuen Arten. I. Teil: die leucomelanellum-Gruppe. — Zeitschrift der Wiener entomologischen Gesellschaft 38: (9) 225-239, (10) 275-282, (11): 311-319. [PDF auf zobodat, 225-239], [dito, 275-282], [dito, 311-319]
  • [SCHÜTZE (1931): 88-89]
  • Stainton, H. T. (1867): The natural history of the Tineina 10: I-XI, 1-304, Gelechia pl. IX-XVI. London (John van Voorst) – Paris (Deyrolle) – Berlin (E. S. Mittler und Sohn). — Digitalisat auf archive.org: [60-69], [pl. IX fig. 1].
  • Beschreibung als Gelechia gypsophilae: Stainton, H. T. (1869): The Tineina of Southern Europe. i-viii + 1-372 + 1 pl. London (John van Voorst).
  • Erstbeschreibung: Zeller, P. C. (1839): Versuch einer naturgemäßen Eintheilung der Schaben. — Isis von Oken 1839 (3): 167–220. Leipzig (Brockhaus).