Vorkommen
Länder:+3Kontinente:EU
Falter
Raupe
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe, Verpuppungsgespinst
Geschlecht nicht bestimmt
Habitat
Nahrung der Raupe
Inhalt

1. Falter

2. Raupe

3. Fraßspuren und Befallsbild

4. Puppe, Verpuppungsgespinst

5. Diagnose

5.1. Geschlecht nicht bestimmt

6. Biologie

6.1. Habitat

6.2. Nahrung der Raupe

  • [Berberidaceae:] Epimedium alpinum (Elfenblume)

Die zu den Berberitzengewächsen (Berberidaceae) gehörende Elfenblume (Epimedium alpinum) ist die einzige bekannte Nahrungspflanze der Raupen dieser Art in Europa. Klimesch (1946) schrieb dazu: "Gelegentlich eines am 22. Juli 1945 unternommenen Ausfluges in die westlich exponierten Hügel bei Mattarello (Trentino) fielen mir an den im Schatten von Corylus avellana zahlreich wachsenden Epimedium alpinum einzelne leere, Lithocolletisartige Minen sowie Blattumschläge auf. Da mir von der genannten Pflanze noch kein Minierer bekannt war, schenkte ich ihr durch 14 Tage hindurch meine ganze Aufmerksamkeit. Ich konnte während dieser Zeit alle Stadien des Erregers — die Zucht ergab Xanthospilapteryx magnifica Stt. — einsammeln und Beobachtungen über die Lebensweise und die Höhenverbreitung machen ...". Ei, Raupe, Puppe und Minen werden dann sehr ausführlich beschrieben. Schließlich wird festgestellt: "Epimedium alpinum ist eine typische Begleitpflanze des illyrischen Mischwaldes der Südalpen und erreicht im Trentino die Westgrenze seiner zusammenhängenden, von Kroatien längs der Südalpen sich erstreckenden Verbreitung." Für den Kaukasus, also dem Herkunftsgebiet der Typenserie, wird Epimedium pubigerum als Eiablagepflanze vermutet.

(Autor: Erwin Rennwald)

7. Weitere Informationen

7.1. Andere Kombinationen

7.2. Synonyme

7.3. Taxonomie

Die systematische Stellung der Art ist noch immer nicht klar; Gattungskombinationen in der Vergangenheit waren Gracilaria, Xanthospilapteryx, Euspilapteryx, Caloptilia und zuletzt Calybites. Auf gracillariidae.net wird sie - ohne Begründung - seit mindestens Ende 2012 wieder in der Gattung Caloptilia geführt. Dem sind wir im Lepiforum zunächst nicht gefolgt. Deutsch & Benedikt (2014) benutzten dann ebenfalls die Kombination mit Caloptilia und bemerkten dazu: "Auf den Internetseiten Fauna europaea und Lepiforum wird diese Schmetterlingsart unter dem Gattungsnamen Calybites Hübner, 1822 geführt (Buszko et al. 2011, Lepiforum 2013). In der Ausbildung der Flügeladerung steht sie zwar Calybites nahe, nach der Anatomie des Genitalapparates gehört sie jedoch in die Gattung Caloptilia Hübner, 1825 (Paolo Triberti, schriftl. Mitt.). Wir folgen hier Triberti, einem der führenden Spezialisten für Gracillariidae in Europa."

Der aus den "public data" zum Barcoding bei BOLDsystems abgeleitete "finaltree" zu magnifica deutet ebenfalls an, dass das Taxon eher bei Caloptilia unterzubringen ist, die genetischen Abstände zu anderen Arten sind allerdings sehr groß. Damit ist nicht sicher, dass die Kombination Caloptilia magnifica auf Dauer erhalten bleibt.

7.4. Faunistik

Deutsch & Benedikt (2014) erbrachten den Erstnachweis für Österreich und damit für Mitteleuropa.

(Autor: Erwin Rennwald)

7.5. Literatur

  • Deutsch, H. & E. Benedikt (2014): Caloptilia magnifica (Stainton, 1867) (Lepidoptera: Gracillariidae) – Erstnachweis für Österreich und Bemerkungen zur Biologie. — Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 66: 7-10. Wien. [PDF auf nago-osttirol.at]
  • Klimesch, J. (1946): Die Lebensweise der Raupe von Xanthospilapteryx magnifica Stt. — Zeitschrift der Wiener Entomologischen Gesellschaft 31: 74–80. [PDF auf zobodat.at]
  • Erstbeschreibung: Stainton, H. T. (1867): The Tineina of Syria and Asia Minor. i-vi, 1-84 London (John van Voorst). — Digitalisat von Google Books in Viewer der Hathi Trust Digital Library: [56].