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Inhalt

3. Weitere Informationen

3.1. Andere Kombinationen

3.2. Taxonomie und Faunistik

A. Costa machte in jungen Jahren einen Ausflug in die Gipfellagen des Gran Sasso in Italien und brachte von dort zwei Schmetterlinge mit, für die er knappe Diagnosen abgab und die dann auch (von ihm?) gezeichnet und koloriert wurden, eine vermutliche Erebia ("Saturus unicolor") und einen sehr kleinen Falter, über den er sich wunderte, flog er doch im Gipfelbereich dort, wo es praktisch keine Vegetation mehr gab, nicht einmal mehr Saxifraga-Arten. Wie aus dem Bericht von S. Tommasi hervorgeht, muss Costa beim Vortrag im Verein daher selbst vermutet haben, dass der Falter aus tieferen Lagen hier hoch verweht wurde. Die Art wurde offensichtlich nach einem Einzelexemplar beschrieben - über den Verbleib dieses Typusexemplars scheint nichts bekannt zu sein.

Aber was war damit gemeint? Die Diagnose von Costa in Tommasi (1839: 150) lautete: "O. alis anticis margaritaceis, maculis trigonis marginalibus plumbeo-auratis, fuscoque irroratis, punctisque nigricantibus majoribus ; capite, palpis, pedibusque margaritaceis ; oculis fuscis." - also in etwa: "O[rnix], die Vorderflügel perlmuttfarben, mit blei-goldenen Randdreiecken, mit dunkelbraun und mit größeren schwarzen Punkten; Kopf, Palpen und Füße perlmuttartig; dunkelbraune Augen." Die colorierte Abbildung auf Tafel IX, fig. 3a zeigt einen Falter, der in der Tat zu den Gracillariidae passen sollte.

Eine nicht mehr klärbare Beschreibung? Aus meiner Sicht ja. De Prins & de Prins (2006-2020) überraschen in ihrer "Global Taxonomic Database of Gracillariidae" damit, dass sie die Art als solche akzeptieren und zu "Caloptilia columbaepennella (A. Costa, 1839)" neu kombinieren. Das löst natürlich nicht alle Probleme, denn es ist wenig wahrscheinlich, dass es im Gran-Sasso-Gebiet vor fast 200 Jahren einen Falter gab, der seither nie mehr hier oder woanders beobachtet worden wäre. Es spricht einiges dafür, dass "Ornix columbaepennella" jüngeres oder auch älteres Synonym zu einer anderen Art ist - aber so richtig passen will in der Tat nichts. Ich denke, ohne Beleg wird sich das nie klären lassen - und einen Beleg scheint es nicht mehr zu geben. Was also aus dem Gran-Sasso-Gebiet würde noch am ehesten passen?

(Autor: Erwin Rennwald)

3.3. Literatur