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2. Diagnose

Toll (1962) zeigt mehrere Abbildungen: Den Kopf (pl. 1 K, im PDF Seite 149 von 415), einen Vorderflügel, pl. 1 F, PDF Seite 177), die Abdominalsegmente I-V (pl. 2 A, PDF Seite 200) sowie die männlichen Genitalien (pl. M 1, PDF Seite 284); seine Wiederbeschreibung (582-583, im PDF Seiten 9-10) ist ausführlicher als die Originalbeschreibung von Amsel.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4. Weitere Informationen

4.1. Taxonomie und Faunistik

A. nitens wurde nach einem einzelnen männlichen Exemplar aus "Jericho, Palästina" beschrieben. Noch Baldizzone (1983: 37) betonte, dass das das einzige bekannte Exemplar der Art sei. Daran hatte sich auch Jahrzehnte später nichts geändert. Auch bei Toshova et al. (2026) deutet der Titel der Arbeit nicht auf einem möglichen Fund der Art in Europa hin. Erst im letzten Satz ihres Abstracts ist zu lesen: "Two Augasma species are new records for the fauna of the Balkan Peninsula." Der Text S. 394 hat es dann aber in sich: "Augasma nitens and A. uljanovi are new records for the Bulgarian fauna and Balkan Peninsula. Augasma nitens was described by Amsel (1935) from Palestine (Jéricho) by a moth caught in the first half of August, 1930, and no other localities have been reported. Male genital apparatus was presented by Toll (1962). Female and developmental stages are unknown. In our study, A. nitens was captured in the traps baited with Z7-12Ac + Z9-14Ac at the second half of July, in the period of 17-14-VII-2015 in Lozitsa vill. Augasma uljanovi was described by Anikin (2017) from Uljanovsk region in Russia. Recently it was recorded in Volgograd and Saratov regions in Russia (Anikin & Khapugin, 2024) and in the vicinity of Mingechaur in Azerbaijan (Anikin et al. 2025). The moths of the type series of A. uljanovi have emerged from galls of Atraphaxis frutescens (L.) Eversm. (Polygonaceae) (Anikin, 2017). Atraphaxis frutescens is native to European Russia, Siberia, Kazakhstan, Turkmenistan, Uzbekistan, Mongolia and China (Abi-lkassymova et al. 2024)." Klar, das war nicht das Schwerpunktthema der Publikation - aber ein paar mehr Gedanken zu diesen beiden Augasma-Arten wären schon angebracht gewesen, z.B. was denn die Nahrungsgrundlage von A. uljanovi in Bulgarien sein könnte, wo es doch gar keine Atraphaxis-Art gibt. Und dann natürlich, was die Fundstellen von A. nitens bei Jericho und in Bulgarien gemeinsam haben - und warum die Art sonst nie gefunden wird. Dass man gerne Barcodes sehen würde, ist klar - die Autoren hatten sich ja bemüht - aber leider ohne Ergebnis: "It is worth mentioning that some dry Augasma specimens captured in the sticky traps were sent for molecular analysis. Unfortunately probably the rapid degradation of DNA in the insects has rendered them unsuitable for genetic analyses. Later Butterwort et al. (2022) presented a DNA extraction method designed for the detection of insects from sticky traps." - Vielleicht kommt es hier ja noch zu einem neuen Versuch.

Bezüglich der Bestimmung von A. nitens berufen sich die Autoren auf die Zeichnungen von Toll (1962). Ein direkter Vergleich mit dem Holotypus, der sich nach Baldizzone (1983: 37) im "LNK" - jetzt Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) - befindet, wurde demnach nicht vorgenommen. Da es bisher weder vom alten Exemplar aus Jericho noch vom Neufund aus Bulgarien 2015 im Natura 2000-Gebiet Nikopolsko plato (bei Lozitsa, im nördlichen zentralen Bereich Bulgariens) einen Barcode gibt, verbleibt eine Unsicherheit, ob diese beiden Funde tatsächlich exakt zur gleichen Art gehören. Mit next generation-Barcoding sollte sich das noch klären lassen.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.2. Typenmaterial

Amsel (1935: 303): „Jericho 12. 8., selten.“

Baldizzone (1983: 37) präzisiert: « : Palestine, Jéricho. Holotype ♂ (PG Toll 131 = 3831 Amsel): „Jericho, Palästina, 11. VIII. 30, H. Amsel.“ En bon état, conservé dans les coll. des LNK. ». Der Holotyp sei das einzige bekannte Exemplar.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.3. Literatur