Vorkommen
Länder:+18Kontinente:EU
Falter
Kopula
Raupe
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Männchen
Raupe
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Falter

2. Kopula

3. Raupe

4. Fraßspuren und Befallsbild

5. Puppe

6. Diagnose

6.1. Männchen

6.2. Raupe

Die Arten Antispila metallella und Antispila treitschkiella können nach einem Merkmal der Raupe unterschieden werden:

Antispila metallella: Raupe hinter dem hellen Dorsalfleck am 8. Segment nur eine Querreihe großer dunkler Punkte, dazwischen einige viel kleinere dunkle Punkte.

Antispila treitschkiella: Raupe hinter dem hellen Dorsalfleck am 8. Segment drei Querreihen großer dunkler Punkte, dazwischen keine weiteren Punkte (Raupenbild 2). „Große“ Punkte ist freilich relativ zu verstehen: Sie sind nur mit guter Lupe sichtbar (Text: Peter Buchner nach Hering (1957))

Vergleich A. treitschkiella und Antispila petryi:

Unten: Antispila petryi: Schweiz, Fribourg, Mont Vully, 500 m, Raupe an Cornus sanguinea, 8. Oktober 2015 (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]

6.3. Erstbeschreibung

7. Biologie

7.1. Nahrung der Raupe

  • [Cornaceae:] Cornus mas (Kornelkirsche)
  • [Cornaceae:] Cornus sanguinea ??? (Blutroter Hartriegel ???)

Schon Fischer v. Röslerstamm (1843) meldet, dass die Falter tagsüber um Kornelkirschen ("Cornus mascula") fliegen. Wie wir heute wissen, ist die Raupe dieser Art ganz an die Kornelkirsche gebunden. Meldungen zum Blutroten Hartriegel dürften sich in der Regel auf Antispila petryi beziehen. Möglich erscheint allenfalls, dass es im direkten Umfeld von Vorkommen an Cornus mas auch einmal zu fremden Eiablagen an Cornus sanguinea kommen könnte - was aber noch zu beweisen ist.

7.2. Lebensweise

Die Arten der Gattung Antispila leben an Hartriegel und Kornelkirsche (Cornus) und schneiden vor dem Verlassen derselben ein ovales Blattstück aus, das ihnen in weiterer Folge als Gehäuse dient und in dem sie sich zu Boden fallen lassen.

7.3. Habitat

8. Weitere Informationen

8.1. Andere Kombinationen

8.2. Synonyme

8.3. Taxonomie

Huemer (2013: 205) bemerkt: „Nach Nieukerken (in litt.) umfasst das Taxon zwei im DNA Barcode deutlich divergierende Clades, und es könnte sich um zwei Arten handeln. Somit ist auch die Synonymisierung von A. petryi zu überprüfen. Auch die bereits bei Huemer & Tarmann (1993) als zweifelhafte Art aufgelistete A. stachjanella gilt inzwischen als jüngeres Synonym von A. treitschkiella.“.

Nieukerken et al. (2018) erhoben Antispila petryi Martini, 1899 endlich wieder aus der Synonymie. Sehr viele der zuvor unter "A. treitschkiella" geführten Meldungen gehören tatsächlich zu Antispila petryi

8.4. Faunistik

Locus typicus ist "bei Wien" (Österreich), wo die Art auch heute noch vorkommt.

Nieukerken et al. (2018) berichten von einem Neuauftreten der Art in den Niederlanden an gepflanzten Cornus mas in den Jahren 1996 und 1997 und schreiben zum Vorkommen in Deutschland: "In Germany the expansion was noted a bit later, and the species was recorded as new for Sachsen in Belgershain in 1999 by Stübner (Graf et al. 2001), new for Nordrhein-Westfalen in 2001 (Retzlaff 2002) and new for Niedersachsen in 2001 (ten Holt 2005). We did not find a genuine record for Hessen, because old records of A. treitschkiella are referable to A. petryi (e.g. Rössler 1881), but EvN found mines on C. mas in the city of Frankfurt on 20.ix.2017. Since C. mas is also native in some parts of Germany (Da Ronch et al. 2016), the distinction between original indigenous populations from expansions may be difficult. For instance in Thüringen A. treitschkiella occurs in the native range of C. mas and was recorded long ago by Martini (1899). Retzlaff (2002) remarked that in North Rhine-Westphalia the frequent planting of C. mas began in the 1960s." Zu ergänzen ist hier, dass die Kornelkirsche in Deutschland nirgendwo ursprünglich ist. Philippi (1992) schrieb zur allgemeinen Verbreitung: "Östliches Mittelmeergebiet, Kleinasien bis zum Kaukasus und Armenien. Bereits zur Römerzeit als Kulturpflanze genutzt und in Teilen von Süd- und Mitteleuropa eingebürgert. In Deutschland eingebürgert im Gebiet des Fränkischen Juras (zwischen unterer Altmühl und Donau), weiter im Leine-Bergland und Harzvorland. In Nachbargebieten im lothringischen Moselgebiet und in den elsässischen Rheinwäldern zwischen Marckolsheim und Dalhunden bei Sessenheim." Alle anderen Vorkommen in Deutschland beruhen auf Pflanzungen in jüngerer oder jüngster Zeit. Insofern bleibt es spannend, ob aus Deutschland überhaupt noch eindeutige Nachweise von Vorkommen von vor 1999 in den alten Sammlungen oder in der Literatur zu finden sind.

(Autor: Erwin Rennwald)

8.5. Literatur