Falter von Aethes dilucidana, Ae. flagellana, Ae. beatricella, Ae. bilbaensis, Ae. tornella und Ae. fennicana nur mit Genitaluntersuchung sicher zu unterscheiden. Raupen von allen genannten Arten an Doldengewächsen.
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Falter
Fraßspuren und Befallsbild
Weibchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

1.2. Fraßspuren und Befallsbild

2. Diagnose

2.1. Weibchen

2.2. Genitalien

Aufgrund eines Zeilenfehlers war hier vom 3. bis 9. Juli 2014 das männliche Genitalpräparat von Aethes flagellana zu sehen. Das Bild wurde jetzt an die richtige Stelle verschoben (Peter Buchner)

2.2.1. Weibchen

2.3. Erstbeschreibung

3. Biologie

Aethes francillana ist in den Monaten Juni und Juli am Licht, aber auch in den Abendstunden um Wilde Möhre (Daucus carota) zu finden. Der Falter ist in der Oberlausitz (Sachsen) die am häufigsten zu findende Spezies einer ganzen Reihe ähnlicher Arten. [Friedmar Graf]

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Apiaceae:] Daucus carota (Wilde Möhre)
  • [Apiaceae:] Ferula communis (Riesenfenchel)
  • [Apiaceae:] Conium maculatum (Gefleckter Schierling)
  • [Apiaceae:] Todaroa aurea [= Ferula aurea, Peucedanum aureum]
  • [Apiaceae:] Astydamia latifolia [= Astydamia canariensis] (Nymphendolde)
  • [Apiaceae:] Peucedanum officinale ? (Arznei-Haarstrang ?)
  • [Apiaceae:] Pastinaca sativa ?? [= Peucedanum sativum ??] (Pastinak ??)
  • [Apiaceae:] Eryngium campestre ??? (Feld-Mannstreu ???)
  • [Apiaceae:] Crithmum maritimum ??? (Meerfenchel ???)
  • [Apiaceae:] Elaeoselinum asclepium ssp. meoides ??? [= Elaeoselinum meoides ???, Ferulago meoides ???]
  • [Apiaceae:] Angelica sylvestris ??? (Wald-Engelwurz ???)

Hauptnahrungspflanze der Raupe ist zweifelsfrei Daucus carota - doch es ist nicht die einzige.

Schon von Heyden (1865: 100) wusste: "lebt als Raupe von dem Samen von Daucus Carotta [sic!]."

Schütze (1931: 145) meldete zur Raupe: "Lebt im September in den Blüten von Eryngium und zwischen den Samen von Daucus, Pastinaca, bohrt sich später in den Stängel ein, wo sie überwintert und sich im April in einem Gespinst verwandelt (Spuler)." Und Razowski (2001: 42-43) erweitert die Liste zu: "Eryngium campestre, Daucus, Pastinaca, Peucedanum, Plaeoselinum meoides, Crithmum maritimum, Astydamia canariensis, Ferula communis (Apiaceae)." Beide Meldungen sind wenig hilfreich, da davon auszugehen ist, dass sie auf der Vermengung einer ganzen Reihe von Arten beruht.

Walsingham (1898: 71-72), der A. beatricella von A. francillana [als "Lozopera francillonana"] abtrennte, schrieb zur verbleibenden A. francillana: "Hab.: England, France, Cannes. Larva in stems of Daucus carota and Ferula communis (Wlsm.)." Und er bemerkte: "Varieties occur in which the fasciae are more or less interrupted below the costa, and some care is required to avoid confusing such vareties with the Erymgium-feeder flagellana, Dp., which can be separated by the more curved dorsal half of the first fascia being invariably separated from the costal spot above it. The species was described by Fabricius from British specimens, but I am unable to separate the common South European form occuring in stems of Ferula (noticeably in the Ile Ste. Margerite, S. France) in great abundance, but I have no evidence that the true francillonana has been taken elsewhere on the continent."

Kennel (1913: 234) meinte dann: "Die Raupe ist gelblichweiß mit dunkelbraunem Kopf, blasser braunem Analschildchen und zwei ebensolchen Fleckchen auf dem Halsschild. Sie lebt vom September an zwischen den Samen, später im Stengel von Eryngium campestre, Daucus, Pastinaca, Peucedanum, Angelica silvestris und überwintert daselbst, um sich im April zu verpuppen."

Müller-Rutz (1920: 337) erhielt aus Südfrankreich einige Stängelstücke von Ferula communis mit noch lebenden Puppen, aus denen ihm 21 Falter schlüpften. Er glaubte, Genitalunterschiede gegenüber A. francillana gefunden zu haben und nannte seine neue Art daher "Lozopera ferulae" - doch diese gilt längst wieder als Synonym von A. francillana.

Die Angaben zu Crithmum maritimum beziehen sich nahezu sicher auf Aethes bilbaensis, Eryngium campestre auf Aethes flagellana und Pastinaca sativa (und damit möglicherweise auch "Peucedanum" sensu Peucedanum sativum) auf Aethes dilucidana. Verbleibt von der Liste von Razowski (2001) noch "Plaeoselinum meoides", eine falsche Schreibweise von Elaeoselinum meoides und damit wahrscheinlich eine Verwechslung mit Aethes mauritanica.

Dass es Überschneidungen im Nahrungspflanzenspektrum geben könnte, deuten die Angaben von Klimesch (1987: 308) an, der von Teneriffa neben eigenen ex-larva-Faltern an "Todarea aurea" [recte: Todaroa aurea] auch ex-larva-Falter von Walsingham aus dem Jahr 1907 von Astydamia latifolia - einer der Nahrungspflanzen der Aethes bilbaensis - listete.

Und dass das alles möglicherweise doch nicht ganz so einfach ist und mit weiteren Überraschungen zu rechnen ist, zeigte auch Heckford (1995: 40): "On 29th April 1990 Dr John Langmaid and I were recording microlepidoptera at Chesil, Dorset. John observed some small round holes in old stems of Conium maculatum which we assumed were made by Aethes beatricella (Walsingham). As this was a species I had not seen I collected a few stems. Moths emerged between May and June and I noticed how similar they looked to specimens of A. francillana (Fabricius) which I had bred from Daucus carota in Devon. In January 1994 I dissected a male from Chesil and to my surprise found that it was not beatricella but francillana, which I believe has not been recorded from Conium maculatum either in the British Isles or on the continent." D.h., alleine von der Nahrungspflanze kann man nicht zweifelsfrei auf die Falter-Art schließen - Überschneidungen der Nahrungsspektren sind nicht völlig ausgeschlossen.

Hancock et al. (2015: 68) listen neben Daucus carota und Conium maculatum auch Peucedanum officinale für Großbritannien - gut möglich, dass das stimmt, aber hier ist mir die Originalquelle der Meldung noch nicht bekannt.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Faunistik

Locus typicus des Synonyms A. eichleri: Bulgarien, Pirin-Gebirge, Bezirk Sandanski, Lilianovo, 800 m.

4.4. Literatur

4.5. Informationen auf anderen Websites (externe Links)