1. Allgemeines

Die Urmotten sind die ursprünglichste aller Schmetterlingsfamilien. Anders als alle anderen Schmetterlinge besitzen die Falter keinen Saugrüssel, sondern Mandibeln, mit denen sie Blütenpollen zerkleinern können. Die Tiere fliegen ausschließlich tagsüber und sind wegen ihrer Ernährungsweise vor allem auf den Blüten von Kräutern, aber auch auf denen von Bäumen und Sträuchern zu finden. Während die Mandibeln ein Merkmal sind, das sich dem Beobachter nur über ein Mikroskop erschließt, sind Vertreter der Familie auch anhand ihrer metallisch glänzenden Flügel, den zwei paar Spornen an jeder Hintertibie und vor allem am auffälligen Haarschopf zu erkennen. Der Haarschopf ist typisch für ursprüngliche Familien der Kleinschmetterlinge - z.B. auch für die Eriocraniidae, Adelidae, Tineidae u.a.

Bezugsraum Europa (i.w.S.): Diese Artenliste beruhte zunächst auf einem Abgleich der Checklist von Karsholt & Razowski (1996) mit der Fauna Europaea (Fauna Europaea Web Service. Last update 23 July 2012. Version 2.5. Available online at [http://fauna.naturkundemuseum-berlin.de]). Zwischenzeitlich neu beschriebene oder neu für Europa nachgewiesene Arten wurden eingearbeitet. Die Schreibweise aller Arten und die Publikationsjahre wurden anhand der Erstbeschreibungen überprüft und ggf. angepasst. Die Liste enthält die 54 in Europa vorkommenden Species - sie stehen alle in der Gattung Micropterix. 15 dieser Arten wurden aus Deutschland, der Schweiz und/ oder Österreich nachgewiesenen.

Bezugsraum Welt: Weltweit sind etwas mehr als 160 Arten der Micropterigidae beschrieben, nach van Nieukerken et al. (2011) aber noch rund 100 weitere zwar bekannt, aber noch unbeschrieben. Regier et al. (2015) gehen von mindestens 265 Arten in 23 Gattungen aus. Die Arten verteilen sich über alle Erdteile. Unsere Liste enthält im Moment (17. November 2022) 58 Species, bisher also nur 4 rein außereuropäisch verbreitete Arten.

2. Hinweise

Achtung: Unser Abgleich mit Karsholt & Razowski (1996) und Fauna Europaea umfasst die Gesamtartenliste für Europa, nicht aber die faunistischen Angaben zu einzelnen Ländern. Für die meisten europäischen Länder (in den Karten grau unterlegt) liegen uns - dem jeweiligen faunistischen Kenntnisstand entsprechende - neuere Gesamtlisten vor. Wo dies nicht der Fall ist (weiß unterlegt) möchten wir vorerst lieber "Mut zur Lücke" zeigen, als das Risiko einzugehen, nicht überprüfbare unsichere Angaben - oder einfach Vermutungen - unbesehen weiterzuschleppen. Bei den Daten zu den außereuropäischen Ländern legen wir einen etwas weniger strengen Maßstab an; sie sollen einen groben Überblick über die Vorkommen der dargestellten Arten bilden - Vollständigkeit wird hier nicht angestrebt, Falschangaben möchten wir aber auch hier vermeiden.

3. Literatur

(Autoren: Erwin Rennwald & Michel Kettner)