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1. Lebendfotos
1.1. Ssp. cerisyi
1.2. Ssp. ferdinandi
1.3. Kopula
1.4. Ausgewachsene Raupe
1.5. Jüngere Raupenstadien
1.6. Puppe
1.7. Ei
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Weibchen
2.3. Falter
Zerynthia cerisyi kann in Europa nur mit Z. polyxena verwechselt werden. Dieser fehlt jedoch das Schwänzchen am Hinterrand der Hinterflügel und der Außenrand der Vorderflügel trägt ein schwarzes Wellenmuster. In der Türkei, im Iran und südlich bis Israel fliegt zudem noch die sehr ähnliche Z. deyrollei. Diese kommt zumeist in größeren Höhen vor und unterscheidet sich zudem von Z. cerisyi durch seine gelben Beine. Bei Z. cerisy sind die Beine braun. In den Bergen der Nordtürkei, im Südkaukasus und Transkaukasus fliegt außerdem Z. caucasica. Auch diesem fehlt das Schwänzchen an den Hinterflügeln.
Auf Kreta kommt Z. cerisyi nicht vor. Die Art wird dort durch die endemische Z. cretica vertreten.
2.4. Ähnliche Arten
- Zerynthia polyxena ([Denis & Schiffermüller], 1775)
- Z. deyrollei (Oberthür, 1869)
- Z. caucasica (Lederer, 1864)
2.5. Genitalien
2.5.1. Männchen
2.5.2. Weibchen
2.6. Erstbeschreibung
2.7. Angebliche, im Sinne des ICZN wohl nie publizierte "Erstbeschreibung"
Nicht bekannt ist uns, ob die Tafel, auf die Godart im Text der angeblichen "Erstbeschreibung" - dann aber auch in der späteren sicheren Erstbeschreibung - verweist, tatsächlich als Unikum existiert. Zu Jahrgang 1 der Zeitschrift der Société linnéenne de Paris gibt es einen separaten Tafelband. Es ist möglich, dass die Tafeln des Jahrgangs 2 nicht publiziert wurden; siehe dazu die anonymen handschriftlichen Notizen (in denen allerdings Tafeln nicht erwähnt werden) auf dem ersten Blatt nach dem Buchdeckel: [Digitalisat auf archive.org]. Band 1 erschien 1822, Band 3 1824, so dass Band 2 eigentlich hätte 1823 erscheinen "müssen". Doch ist dieser Band anscheinen gar nicht als Druckwerk in Umlauf geraten (siehe Nomenklatur). Der hier verwendete Name ist daher als Manuskriptname zu werten.
3. Biologie
3.1. Habitat
Wie alle Osterluzeifalter, tritt auch Zerynthia cerisy dort auf, wo die Nahrungspflanze ihrer Raupe wächst. Dies sind verschiedene hochgiftige Osterluzeiarten (Aristolochia-sp.). Diese Pflanzen wachsen in Unkrautfluren auf Feldern, in Weinbergen, Olivenhainen und Gärten, in Straßengräben, an Flussufern und an Waldrändern.
Die Art fliegt meist in tieferen Lagen. Vereinzelt kann man sie jedoch in bis zu 1600 m antreffen. In dieser Höhe fliegen die Falter dann gerne auf steinigen Bergwiesen.
3.2. Lebensweise
Die recht bizarr geformte Raupe lebt im Frühjahr offen an der Nahrungspflanze. Sie verpuppt sich nach vier bis sechs Wochen. Die Puppe überwintert und ergibt dann im nächsten Frühjahr den Falter. Dieser schlüpft im warmen, küstennahen Tiefland zuweilen schon Ende Februar, dort ist seine Flugzeit dann bereits Anfang Mai zu Ende. Im Bergland erscheint der Falter jedoch kaum vor Anfang Mai und fliegt dann bis Anfang Juli. In Europa liegt seine Flugzeit meist in den Monaten April bis Juni.
3.3. Raupennahrungspflanzen
3.4. Nahrung der Raupe
- [Aristolochiaceae:] Aristolochia clematitis (Aufrechte Osterluzei)
- [Aristolochiaceae:] Aristolochia hirta [= Aristolochia bodamae]
Wie bei den anderen Osterluzeifaltern auch, haben sich die Raupen an die Giftstoffe der in ihrem Gebiet wachsenden Osterluzeiart angepasst. In Europa ist dies meist die Aufrechte Osterluzei (Aristolochia clematitis), auf Samos oft Aristolochia hirta. In der Türkei wachsen jedoch sehr viel mehr Osterluzeiarten, so dass die Raupen dort weniger wählerisch, weil immun gegen die Giftstoffe mehrerer Arten sind.
4. Weitere Informationen
4.1. Etymologie (Namenserklärung)
„E. Cerisy.“
4.2. Andere Kombinationen
- Thais cerisyi Godart, 1824 [unjustified emendation der Originalkombination]
4.3. Abweichende Schreibweisen
- Thais cerisy Godart, 1824 [Originalkombination]
4.4. Unterarten
- Zerynthia cerisyi cypria Stichel, 1907
- Zerynthia cerisyi ferdinandi Stichel, 1907
- Zerynthia cerisyi speciosa Stichel, 1907
- Zerynthia cerisyi mihljevici Sijaric, 1990
- Zerynthia cerisyi dalmacijae Sala & Bollino, 1994
- Zerynthia cerisyi huberi (Sala & Bollino, 1994)
4.5. Verbreitung
Z. cerisyi ist von Süddalmatien über die Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Südserbien, Nordgriechenland, Bulgarien und die Türkei bis in den Iran, auf Zypern und nach Israel verbreitet. Sie tritt auch auf den meisten griechischen Ägäisinseln vor der türkischen Küste auf, fehlt jedoch auf Kreta.
(Autor: Jürgen Hensle)
4.6. Nomenklatur und Publikationsjahr der Erstbeschreibung
Systax ([http://www.biologie.uni-ulm.de/cgi-bin/query_all/details.pl?id=93801&stufe=7&typ=ZOO&sid=T&lang=d]) datiert die Erstbeschreibung auf 1823; dies könnte stimmen, wenn die Arbeit mit Titel "Description de quelques espèces nouvelles de lépidoptères diurnes" in Volume 2 der "Mémoires" der "Société linnéenne de Paris tatsächlich publiziert worden wäre, denn der erste Zeitschriftenjahrgang ist (nach Autopsie eines Digitalisats) auf 1822 datiert, der dritte auf 1824. Im Digitalisat des zweiten Jahrgangs ist keinerlei Datierung abgedruckt - ohne eindeutige Evidenz für "1823" kann hier kein Datum festgelegt werden. Doch das Problem ist ein größeres: Welche Indizien gibt es, dass dieser Band 2 - oder ein Auszug der S. 226-243 daraus - überhaupt im Sinne des ICZN publiziert wurde ? Wir sind hier nicht die Ersten, die sich Gedanken machten ! Im Digitalisat auf [archive.org] gibt es einen handschriftlichen Eintrag vom Oktober [19]35, der beginnt: "Mém. Soc. Linn. Paris, vol. II. 1822 was never published. There is no record why known to me. One paper is quoted as a separate, Vieillot on Aquila fasciata […]" und später dann "* There is a copy of Vol. 2 in Mus. H.N. Paris." Und nochmals ergänzt am 26.9.[19]68: "* This is of "Epreuves" The vol was never published […] 26.9.68". Der Band im British Museum for Natural History mit Stempel 28. Juli 1969 trägt dann auch den [handschriftlichen Titel]: „MÉMOIRES SOCIÉTÉ LINNEENNE PARIS II. UNPUBLISHED PROOFS. Paris [1823]".
So wie es aussieht, gibt es von diesem Band zwar eine Druckversion (ohne Tafeln), die dann aber nie publiziert wurde. Das englische Wort “PROOFS” in der Handschrift bedeutet Probedrucke! Diese Arbeit steht daher für Nomenklaturfragen nicht zur Verfügung. Alle dort verwendeten Namen sind als Manuskriptnamen anzusehen. "Planche xx, fig. 3 et 4." blieb für uns unauffindbar. Diese Tafel scheint nie publiziert worden zu sein.
Dies hat zur Folge, dass für die entsprechenden Arten die Beschreibungen Godarts in "Espèces additionelles" — S. 809-828 in Latreille ("1819" [1824]) als Erstbeschreibungen zu werten sind. Nach der Datierung von Evenhuis (2003: 36) erschien der komplette, von Latreille verfasste Teil 2 des 9. Bandes, einschließlich dem Supplement zu Teil 1 und 2 (S. 329-828) der "Encyclopédie Méthodique" als 95. Lieferung am 17. Juli 1824. Dies hat als Publikationsdatum aller dort neu beschriebenen Arten zu gelten.
Latreille [1884] wie auch Godart [1884] benutzten für ihre Neubeschreibungen durchweg Namen von Personen [Nachnamen von Fachkollegen, aber auch Sagengestalten etc.]. Sie wandelten ihre Art-Epitheten nicht ab, sondern benutzten die Namen im Nominativ Singular, also als nicht latinisierte Substantive in Apposition. Bei Godart, J.-B. ("1823") waren die männlichen Namen von Kollegen hingegen durchweg latinisiert worden und endeten mit "ii". Von anderen Autoren wurden die Namen von Latreille [1884] wie auch Godart [1884] meistens mit einem "i" latinisiert, teilweise auch mit "ii" - oder gar nicht. Fast alle dieser "Korrekturen" sind nicht als "justified emendation" zu werten, da die originalen Schreibweisen ja zulässige Möglichkeiten für die Namensvergabe darstellen, die Latinisierung zwar empfohlen, aber nicht zwingend ist. Die allermeisten dieser Ersatznamen haben auch nie die Stufe einer "prevailing usage" erreicht. "Thais cerisy" ist da eine Ausnahme. Es wurde - außer in der Erstbeschreibung von Godart ([1824]: 812-813) kaum mehr verwendet, sondern von anderen Autoren umgehend zu "Thais cerisyi" "emendiert", dem Namen, den auch Godart (["1823"]: 234-235)" vorgesehen hatte. Wenn es sich um eine "justified emendation" handeln würde, wäre "Thais zerisyi" gültig. Wir sehen hier eine "unjustified emendation", und zwar eine, die die originale Schreibweise fast vollständig verdrängt hat. Damit kommt ICZN-Article 33.2.3. zur Anwendung: "Any other emendation is an "unjustified emendation"; the name thus emended is available and it has its own author and date and is a junior objective synonym of the name in its original spelling; it enters into homonymy and can be used as a substitute name, but 33.2.3.1. when an unjustified emendation is in prevailing usage and is attributed to the original author and date it is deemed to be a justified emendation." Wir müssen es also akzeptieren, dass die ursprünglich falsche Schreibweise die heute gültige ist.
(Autoren: Jürgen Rodeland & Erwin Rennwald)
4.7. Literatur
- Evenhuis, N. L. (2003): Dating and publication of the Encyclopédie Méthodique (1782–1832), with special reference to the parts of the Histoire Naturelle and details on the Histoire Naturelle des Insectes. — Zootaxa 166: 1-48.
- Freina, J.J. de (1979): Zur Kenntnis der Gattung Allancastria unter Berücksichtigung der Arten A. cerisyi und A. deyrollei (Lepidoptera: Papilionidae). — Entomologische Zeitschrift 89 (12): 129-142. Ex libris Jürgen Rodeland.
- Hürter, W. (2001): Ein Beitrag zur Biologie einiger Populationen des Zerynthia (Allancastria)-Artenkreises in der östlichen Mediterraneis (Lepidoptera: Papilionidae). — Entomologische Zeitschrift 111 (1): 8-17. Ex libris Jürgen Rodeland.
- angebliche "Erstbeschreibung": Godart, J.-B. ("1823" [wohl nie publiziert]): Description de quelques espèces nouvelles de lépidoptères diurnes. — Société linnéenne de Paris [2]. Deuxième partie. Mémoires: 226-243. [archive.org]
- Erstbeschreibung: [Godart, J.-B.] ("1819" [1824]): Espèces additionelles. — p. 809-828. In : Latreille ("1819" [1824]): Encyclopédie méthodique. Histoire naturelle. Entomologie, ou histoire naturelle des crustacés, des arachnides et des insectes, 9 (2): 329-828. Paris (Agasse). [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- ten Hagen, W. (1998): Tagfalterbeobachtungen in Syrien und Jordanien (3. Beitrag) (Lepidoptera: Hesperioidea, Papilionoidea). — Nachrichten des entomologischen Vereins Apollo, Neue Folge 19 (3/4): 247-268. [PDF auf zobodat.at]
- Huemer, P. & S. Erlebach (2003): Typenkatalog der Schmetterlinge (Lepidoptera) der Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. — Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 83: 95-152 [PDF auf zobodat.at].
- von Stetten, M. (2001): Beobachtungen zur Biologie von Zerynthia (Allancastria) cerisy Godart, 1822, auf der Insel Zypern (Lepidoptera: Papilionidae). — Entomologische Zeitschrift 111 (4): 108-112. Ex libris Jürgen Rodeland.





















































