in Europa bisher nur ein verschlepptes Exemplar 2019 auf Mallorca
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Falter
Erstbeschreibung, darin indizierte Abbildungen sowie Text zu diesen
LebendfotosDiagnoseBiologieVerhaltenNahrung der RaupeWeitere InformationenAndere KombinationenSynonymeUnterartenFaunistikPublikationsjahr der ErstbeschreibungLiteraturInformationen auf anderen Websites (externe Links)

1. Lebendfotos

1.1. Falter

3. Biologie

3.1. Verhalten

Bei Tirumala limniace konnte Peter Ginzinger eine sehr ungewöhnliche Beschaffung von Pflanzensaft beobachten. Die verletzten Stellen (Raupen?) eines Blattes wurden intensiv mit dem rechten Vorderbein bearbeitet und so wohl ein stärkerer Austritt des Pflanzensafts provoziert. Kein anderer Falter außer dieser Art zeigte dieses Verhalten [Text: Peter Ginzinger im Forum].

Dieses Verhalten hat Bernhard Jost auch in Venezuela an Danaiden und Ithomiden beobachten können. Die Tiere nehmen die Alkaloide dieser Pflanzen auf und wandeln sie in Sexuallockstoffe und Gifte um. Ohne diese Alkaloide haben die Männchen bei den Weibchen keine Chance zur Paarung. Man kann diese Pflanzen sammeln, sie trocknen und leicht brechen, damit die Zellwände verletzt werden. Danach müssen die Pflanzen wieder leicht angefeuchtet werden. Damit kann man ganz leicht überall im Gelände Danaiden nachweisen [Text: Bernhard Jost im Forum].

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Apocynaceae:] Stephanotis volubilis [= Dregea volubilis, Wattakaka volubilis]
  • [Apocynaceae:] Heterostemma oblongifolium
  • [Apocynaceae:] Heterostemma cuspidatum
  • [Apocynaceae:] Hoya sp. (Wachsblume, Porzellanblume)
  • [Apocynaceae:] Calotropis gigantea (Riesen-Seidenpflanze)
  • [Apocynaceae:] Vincetoxicum indicum [= Tylophora indica]
  • [Apocynaceae:] Asclepias curassavica ? (Indianer-Seidenpflanze ?)

Da die Raupe auch in Europa in Schmetterlingshäusern gehalten werden und wahrscheinlich auch auf Hochzeiten freigelassen werden, ist es wichtig, ihre Nahrungspflanzen zu kennen um die Gefahr einer möglichen Etablierung einschätzen zu können. Belegt werden Pflanzen der Unterfamilie Asclepiadoideae innerhalb der Familie Apocynaceae, Konkret Stephanotis volubilis (wichtigste Eiablagepflanze) und Arten der Gattungen Heterostemma und Hoya.

Die auch in Europa vielfach als Zierpflanze zu findende Asclepias curassavica (Indianer-Seidenpflanze) funktioniert zumindest als Fütterungspflanze in der Zucht gut; sie stammt ursprünglich aus Amerika, ist in warmen Gegenden aber mittlerweile weltweit verwildert. Unklar ist, ob es auch Freiland-Nachweise von Raupen an dieser Pflanze gibt. In Mitteleuropa wächst Vincetoxicum hirundinaria (Schwalbenwurz) als einzige Art der Unterfamilie Asclepiadoideae - ob es Fütterungsversuche mit dieser Pflanze gab, ist mir unbekannt. Eine Verwilderung in Südeuropa an den ebenfalls verwilderten oder gepflanzten Asclepias curassavica erscheint aber durchaus möglich.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Unterarten

4.4. Faunistik

Locus typicus gemäß der Erstbeschreibung von Cramer ([1776]: 153): Chine, Côte de Coromandel [Koromandelküste, südöstliche Küste des Indischen Subkontinents], Ceilon [Sri Lanka].

Nach [Global Biodiversity Information Facility] kommt die Art in Indien, Taiwan, Hongkong, Sri Lanka, Indonesien, China, Thailand, Japan, Vietnam, Myanmar, Philippinen, Simbabwe?, Bangladesch, Osttimor, Pakistan, Nepal, Bhutan, Laos, Kenia?, Kambodscha, Singapur, Demokratische Republik Kongo?, Zentral Afrikanische Republik?, Deutschland?, Fidschi, Macau, Malediven, Mexiko?, Malaysia, Tansania? und Südafrika? vor.

Truyols-Henares et al. (2019) berichten über "From Asia to Europe: The first record of the blue tiger Tirumala limniace (Cramer, [1775]) (Lepidoptera: Nymphalidae: Danainae) in the European continent". Erzählt wird vom Fund einer Bürgerin von Mallorca, der die toten Reste eines Falters in Santa Eugenia (Mallorca, 39.621935, 2.836691, 160 masl.) aufgefallen waren, einer Art, die sie aus Indien kannte. Wie der Falter von Assien nach Europa kam, blieb ungeklärt. Diskutiert wurden aktive oder passive Einwanderung, Verschleppung via Container, Flucht aus einem Schmetterlingshaus, oder - hier am wahrscheinlichsten - Überbleibsel einer illegalen Freilassung im Rahmen einer Hochzeit. Die Meldung fand dann auch Eingang in die lokale Presse, aber über eine Klärung der Umstände konnte ich nichts herausfinden. Dass mit weiteren Funden entflohener (oder auch freigesetzter) Tiere in Europa zu rechnen ist, zeigt z.B. die Artseite von [Pflanzen Kölle Wildau bei Berlin], wo Puppe und Falter mitsamt der "Raupenfutterpflanze: Indianer-Seidenpflanze (Asclepias curassavica)" gezeigt werden.

(Autoren: Michel Kettner & Erwin Rennwald)

4.5. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Nur der „Naamwyzer van de dag- en nagt-kapellen“ – im Band 1 der "uitlandsche kapellen" die Seiten 151-155 – ist maßgeblich für das Erscheinungsjahr der Erstbeschreibung, weil dies der einzige binominale Teil des Bandes ist. Nach Hemming (1958: 41) wurden diese Seiten 1776 publiziert.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.6. Literatur

4.7. Informationen auf anderen Websites (externe Links)