Version 28 (neueste) vom 14. Januar 2024 um 15:56:28 von Annette von Scholley-Pfab
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Falter
Männchen
Geschlecht nicht bestimmt
Inhalt

1. Lebendfotos

1.1. Falter

Anmerkung: die Bestimmung des Falter aus Alpes-de-Haute-Provence erfolgte auf Grund der zur Zeit bekannten Verbreitung, wonach Teleiopsis albifemorella nicht in Frankreich vorkommen sollte.Eine GU oder DNA Untersuchung wurde nicht durchgeführt.

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Geschlecht nicht bestimmt

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

Noch unbekannt! Es ist zu vermuten, dass die Art - wie T. albifemorella - als Raupe an Rumex scutatus lebt.

4. Weitere Informationen

4.1. Etymologie (Namenserklärung)

"The species is dedicated to our highly esteemed colleague Paul Hebert (Biodiversity Institute of Ontario, University of Guelph, Canada) in recognition of his outstanding contribution to DNA barcoding which finally enabled us to re-evaluate this and other problems of alpine lepidopterology" (Huemer & Mutanen 2012). Die Art wurde durch das Barcoding entdeckt und so war es nur konsequent, hier mit dem Artnamen den "Vater des Barcoding" bei Schmetterlingen zu ehren [Blogspot Dirk Steinke vom 13. Dezember 2012].

4.2. Taxonomie und Faunistik

Teleiopsis albifemorella s. lat. ist von den Pyrenäen über die Alpen bis nach Slowenien verbreitet, außerdem in den Apenninen zu finden. Es war davon auszugehen, dass das derzeitige Verbreitungsbild etwas mit unterschiedlichen Eiszeitrefugien zu tun haben könnte. Dies hätte zur Folge, dass die Populationen der verschiedenen Gebirgsstöcke seit vielen Jahrtausenden getrennt sein müssten. Die Frage, ob das alles noch zu einer, oder längst zu verschiedenen Arten gehört, war und ist daher naheliegend. Jetzt untersuchten Huemer & Mutanen (2012) den Komplex um Teleiopsis albifemorella s. lat. - wie gewohnt in aller Gründlichkeit. Als Ergebnis kann festgehalten werden:

- Der Komplex wird in 2 Arten aufgeteilt, wobei eine spätere weitere Aufteilung nicht ganz ausgeschlossen wird: Teleiopsis albifemorella s. str. besiedelt demnach die östlichen Alpen (westlichste untersuchte Exemplare vom Schweizer Jura und von Vorarlberg) und die Dinarischen Gebirge, die neue Art, Teleiopsis paulheberti, die Italienischen Westalpen (locus typicus: Italien Prov. Cuneo Valdieri N, RN Junip. phoe. 7°23´52´´E, 44°17´1´´N 900–1000), die (beinahe) angrenzenden Französischen Westalpen (Alpes-Maritimes, Mercantour), die Pyrenäen im Westen und die Apenninen im Südosten.

- Beim typischen Barcoding ergibt sich kein einheitliches Bild zur Trennung der Arten: Es ergeben sich insgesamt 7 Gruppen, die im wesentlichen die Herkunft des untersuchten Materials repräsentieren. Die Distanzen sind dabei nicht so groß, dass sich daraus zwingend getrennte Arten ableiten ließen, zumal die innerartliche Variation groß ist.

- Unter Heranziehung von DNA der Kerne ergibt sich bei 4 von 5 untersuchten Loci eine klare Clusterung in die 2 jetzt als Arten geführten Gruppen.

- Äußerlich sind die Vertreter der beiden Arten nicht zu trennen.

- Es scheint konstante Genitalunterschiede zwischen den beiden Arten zu geben, diese sind beim Männchen allerdings klein, beim Weibchen noch kleiner und wohl nicht immer zu greifen.

- Über die Raupennahrung von T. paulheberti ist nichts bekannt, es wird jedoch für wahrscheinlich erachtet, dass sie wie ihre Schwesterart in Gespinsten am Schildampfer (Rumex scutatus) lebt.

Die Arbeit enthält hochwertige Farbfotos der Falter und vor allem der Genitalien jeweils mehrerer Männchen und Weibchen, ist also für denjenigen, der sich mit der Gruppe beschäftigen will, unverzichtbar. Die Verbreitungskarte der beiden Arten umfasst nur sichere Daten von Exemplaren, die durch die Autoren selbst untersucht wurden. Das ist gut so, doch damit wird auch eine interessante Lücke aufgezeigt: Tiere aus dem Wallis fehlen - und genau dort sollten sich die beiden jetzt unterschiedenen Arten räumlich am nächsten kommen ...

[Achtung: Die Falterbilder 50a and 50c von Teleiopsis albifemorella in Band 3 der Microlepidoptera of Europe (Huemer & Karsholt 1999) betreffen T. paulheberti, die sonstigen Falterbilder und alle Genitalbilder betreffen tatsächlich T. albifemorella.]

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Typenmaterial

Huemer & Mutanen (2012: 8): “Holotype ♂, ‘Italien Prov. Cuneo Valdieri N, RN Junip. phoe. 7°23'52''E, 44°17'1''N 900–1000 m, 11.6.2009 leg. Huemer’ ‘P. Huemer GEL 1159 ♂’ ‘BC TLMF Lep 00964’ (TLMF).” — Paratypen: Eine lange Reihe von ♂♂ und ♀♀ aus Italien, Frankreich und Spanien.

4.4. Literatur