Vorkommen
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Fraßspuren und Befallsbild
Diagnose
Erstbeschreibung
Inhalt

2. Fraßspuren und Befallsbild

3. Diagnose

3.1. Erstbeschreibung

4. Biologie

4.1. Nahrung der Raupe

  • [Rosaceae:] Dryas octopetala (Silberwurz)

Nach Johansson et al. (1990) ist die Art auf die Silberwurz (Dryas octopetala) als Raupennahrung angewiesen, also die Pflanze, die schon O. Hofmann (1868) dazu bewog, das Artepitheton dryadella zu wählen. Klimesch (1981) erläutert: "Wie bei den zunächst stehenden Arten erfolgt auch hier die Eiablage auf der Unterseite des Blattes. Futterpflanze: Dryas octopetala L. Die Entwicklung der Raupe erfolgt bald nach der Schneeschmelze, in südexponierten niedrigen Lagen schon ab März, April, in höheren Lagen entsprechend später ... Die Mine entwickelt sich am Blattrand als zuerst zarter, ganz mit Kot erfüllter, schwer sichtbarer Gang und breitet sich später auf die ganze Blatthälfte platzartig mit lokaler Kotablage aus."

Schmid (2019: 40) zeigt die entsprechenden Fotos aller Stadien an Dryas octopetala in den Alpen.

5. Weitere Informationen

5.1. Andere Kombinationen

5.2. Verbreitung

Eine Art mit arktisch-alpiner Disjunktion. Nach Johansson et al. (1990) ist die Art in Fennoskandien auf den Norden von Schweden, Norwegen und Finnland beschränkt; der nördliche Teil des Verbreitungsgebiets umfasst aber auch Teile von Irland und Schottland, nach der Fauna Europaea [Fauna Europaea, last update 23 July 2012, version 2.5] auch den Norden des europäischen Teils von Russland. Der südliche Teil des Verbreitungsgebiets umfasst die Alpen von Frankreich, der Schweiz, Österreich und Italien. Außerhalb davon kommt sie auch in der Tatra (Polen) vor, nach der Fauna Europaea auch in Rumänien und der Slowakei.

Nach Gaedike & Heinicke (1999) gibt es aus Deutschland (nur) Altangaben (vor 1980) aus Bayern. Pröse et al. (2004) stufen die Art dennoch nicht mit "0", sondern, wegen fehlender aktueller Suche, mit "R" (extrem seltene Art oder Art mit geographischer Restriktion) ein. Auch Gaedike et al. (2017: 22) kennen keine neueren Angaben aus Deutschland. Der Minenfund von Thomas Guggemoos vom 28. Mai 2018 bei Elmaugrieß im Ammergebirge [Forumsbeitrag 22. Oktober 2019] zeigt aber, dass es die Art in Bayern doch noch aktuell geben muss. Haslberger & Hausmann (2021: 53) bestätigen das durch den Fund von insgesamt 6 Faltern 2018 in Malaisefallen an verschiedenen Stellen des Zugspitz-Platts in 1965 bis 2210 m Höhe.

(Autor: Erwin Rennwald)

5.3. Literatur

  • Gaedike, R. & W. Heinicke (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Entomofauna Germanica 3). — Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 5: 1-216.
  • Gaedike, R., Nuss, M., Steiner, A. & R. Trusch (2017): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera). 2. überarbeitete Auflage. — Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 21: 1-362.
  • Haslberger, A. & A. Hausmann (2021): Insektenforschung "auf höchstem Niveau": Die Schmetterlinge der Zugspitze. — Nachrichtenblatt bayerischer Entomologen, 70 (1/2): 49-71.
  • Erstbeschreibung: Hofmann, O. (1868): Zwei neue Tineen. — Entomologische Zeitung 29: 28-31. Stettin.
  • Klimesch, J. (1981): Beiträge zur Kenntnis der Nepticulidae (Lep., Monotrysia). 1. Die Futterpflanzen der Nahrungsrassen der Stigmella aurella (F.) in Oberösterreich. 2. Stigmella tormentillella (H. S) und verwandte Arten in den Ostalpen. [PDF auf zobodat.at]
  • Pröse, H., Segerer, S. & H. Kolbeck (2004) ["2003"]: Rote Liste gefährdeter Kleinschmetterlinge (Lepidoptera: Microlepidoptera) Bayerns. — S. 234-268. In: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (2003)[2004]: Rote Liste gefährdeter Tiere Bayerns. — Schriftenreihe Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Heft 166. 384 S., Augsburg. [Im Heft steht als Erscheinungsjahr "2003" - tatsächlich wurde es aber erst am 2. April 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt] [PDF auf lfu.bayern.de]
  • Johansson, R., E. S. Nielsen, E. J. van Nieukerken & B. Gustafsson (1990): The Nepticulidae and Opostegidae (Lepidoptera) of North West Europe. – 739 S.; Fauna Entomologica Scandinavica, Volume 23, part 1 & part 2; Leiden, New York, København & Köln (E. J. Brill / Scandinavian Science Press Ltd.).
  • Schmid, J. (2019): Kleinschmetterlinge der Alpen : Verbreitung : Lebensraum : Biologie. - 800 S.; Bern (Haupt-Verlag).

5.4. Informationen auf anderen Websites (externe Links)