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Falter
Weibchen
Erstbeschreibung
Beschreibung von John Curtis als Anacampsis longicornis
Habitat
LebendfotosDiagnoseBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenAndere KombinationenSynonymeLiteratur

1. Lebendfotos

1.1. Falter

2. Diagnose

2.1. Weibchen

2.2. Erstbeschreibung

2.3. Beschreibung von John Curtis als Anacampsis longicornis

3. Biologie

3.1. Habitat

3.2. Nahrung der Raupe

  • [Ericaceae:] Calluna vulgaris (Heidekraut)
  • [Ericaceae:] Empetrum nigrum (Krähenbeere)
  • [Ericaceae:] Erica cinerea ?? (Graue Heide ??)
  • [Ericaceae:] Vaccinium vitis-idaea ?? (Preiselbeere ??)
  • [Ericaceae:] Vaccinium myrtillus ?? (Heidelbeere ??)
  • [Rosaceae:] Dryas octopetala (Weiße Silberwurz)
  • [Salicaceae:] Salix serpillifolia [= Salix retusa ssp. serpillifolia, Salix serpyllifolia] (Quendelblättrige Teppich-Weide, Quendelblättrige Weide)

Benander (1929: 142) teilte zu "Gelechia virgella" mit: "Nach Angaben lebt die Raupe auf Erica cinerea und Calluna, und soll vermutlich auf Vaccinium und Empetrum leben. Sie ist nicht beschrieben. Um Raupen zu erhalten sperrte ich in Jämtland mehrere Schmetterlinge über Zweigen von Empetrum nigrum ein. Dass diese Pflanze gewählt wurde, beruhte darauf, dass der Schmetterling stets an solchen Stellen flog, wo diese Pflanze wuchs. Raupen aus Eiern nach einem Paar, das am 12.6. kopulierte, wurden am 1.7. erhalten. Ende Juli waren ziemlich gut entwickelte Raupen unter sehr spärlichem Gespinst längs den Zweigen vorhanden. Sie frassen den ganzen Sommer und überwinterten im Raupenstadium. Die Raupe ist rostbraun mit folgenden weissgelben Längslinien: eine längs der Rückenmitte, eine durch Alpha und Beta, eine durch Rho und eine durch Kappa und Eta. Kopf, Nackenschild, Brustfüsse und Wärzchen schwarz, Analschild braun. Die Morphologie der Raupe dieser und der übrigen hier besprochenen Arten der Familie Gelechiidae hoffe ich in einem anderen Zusammenhang behandeln zu können, weshalb ich hier davon absehe." Empterum hat also als Fütterungspflanze funktioniert - und nach der Ausgangslage dürfte sie auch im Freiland genutzt werden.

Schütze (1931: 157) stellte zusammen: "Raupe an Calluna (Gistel., Spuler) und Erica cinerea (Stainton), wird auch an Vaccinien vermutet, auch mag sie zwischen Moosen leben, da die Raupe der nächstverwandten ignorantella (ochrisignella) von Stange ebenfalls unter Moos in seidigen Röhren gefunden wurde (Sorhagen)." Bei Huemer & Karsholt (1999: 173) wird dann erklärt: "The host-plant of the larva seems to vary geographically. It is usualy stated as Calluna Sal. and Erica cinerea L. (Ericaceae) (Schütze 1931: 157; Bradford & Sokoloff, 1988: 131). In the alpine region of western Austria the larva has been recorded from Dryas octopetala L. (Rosaceae) (Huemer 1988: 213) and possibly feeds on a wider range of host-plants. According to Bradford & Sokoloff (op.cit.) the larva feeds in Britain between spun leaves in early spring, from April to May. However, in alpine areas it was found in September hibernating in the pupal stage (Huemer, op. cit.)

Bei Palmer (2002: 148) heißt es aus britischer Sicht: "Ovum. Laid on heather (Calluna vulgaris). In mainland Europe also on heath (Erica spp.), bilberry (Vaccinium myrtillus, cowberry (V. vitis-idaea) (Lhomme, [1946-1949]), crowberry (Empetrum nigrum) (Benander, 1965) and possibly mosses (Piskunov, 1981)."

Gregersen & Karsholt (2022: 373) sortieren etwas anders: "Host-plant. Empetrum (Benander op. cit.) and Calluna op. cit.); Erica has been recorded in some older publications, see Sorhagen (1886: 188). In the Alps also on Dryas octopetala and Salix serpyllifollia [sic!] (Schmid 2019: 414).

Schmid (2019: 414) notierte: "Raupennährpflanzen in den Alpen sind Silberwurz (Dryas octopetala) und Quendelblättrige Weide (Salix serpyllifolia), in der Literatur werden Calluna und Vaccinium (Elsner, Huemer & Tokár, 1999) sowie Erica (Schütze, 1931) genannt.

Huemer (1988: 213) hatte aus den österreichischen Alpen gemeldet: "P: Disjunctive Oligophagie. Die Art war bisher nur von Ericaceen bekannt, lebt aber im UG regelmäßig an Dryas. L: Die Larve lebt zwischen versponnenen Blättern, im UG nach den vorliegenden Untersuchungen sicher bevorzugt an der Silberwurz. Die Larvalzeit fällt nach Emmet (1979) in die Monate April/Mai. Im UG wurden sie Anfang September im Wurzelbereich des Substrates versteckt gefunden und überzogen von dort aus die Blätter mit einem leichten silberglänzenden Gespinst. Die Verpuppung erfolgte im Labor im Spätherbst."

Und was ist aus alledem zu schließen ? In Großbritannien und auch Teilen Festland-Europas ist die Art fest an Calluna vulgaris gebunden, in Teilen Nordeuropas anscheinend an Empetrum nigrum. Zu allen anderen Ericaceen der Liste gibt es keine abgesicherten Daten. Solche gibt es aber aus den Hochlagen der Alpen, wo zwei Arten aus anderen Pflanzenfamilien die zentrale Rolle als Raupennahrung übernehmen. Es gibt also klare regionale und standörtliche Unterschiede. Und insgesamt ist unser Wissen zu dieser Art immer noch noch erschreckend gering.

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Literatur

  • Benander, P. (1929): Zur Biologie einiger Kleinschmetterlinge. III. — Entomologisk Tidskrift, 50 (2): 123-145. [PDF auf sef.nu]
  • Curtis, J. (1823-1840): British Entomology; Being Illustrations and Descriptions of the Genera of Insects Found in Great Britain and Ireland: Containing Coloured Figures from Nature of the Most Rare and Beautiful Species, and in Many Instances of the Plants upon which they are Found. Vol. VI. Lepidoptera, Part II. — [Not paginated]. London (E. Ellis & Co.).
  • Elsner, G., Huemer, P. & Z. Tokár (1999): Die Palpenmotten (Lepidoptera, Gelechiidae) Mitteleuropas. Bestimmung – Verbreitung – Flugstandort – Lebensweise der Raupen: 1-208. Bratislava (František Slamka).
  • Erstbeschreibung: Fabricius, J. C. (1794): Entomologia systematica emendata et aucta. Secundum classes, ordines, genera, species adjectis synonimis, locis, observationibus, descriptionibus 3 (2): 1-349. Hafniae (C. G. Proft, Fil. et Soc.). — Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München: [313].
  • Gregersen, K. & O. Karsholt (2022): The Gelechiidae of North-West Europe. — 939 pp., Oslo, Norway (Norwegian Entomological Society).
  • Huemer, P. (1988): Kleinschmetterlinge an Rosaceae unter besonderer Berücksichtigung ihrer Vertikalverbreitung (excl. Hepialidae, Cossidae, Zygaenidae, Psychidae und Sesiidae). — Neue Entomologische Nachrichten, 20: 1-376. [PDF auf zobodat.at]
  • Huemer, P. & Karsholt, O. (1999): Gelechiidae I (Gelechiinae: Teleiodini, Gelechiini). — In Huemer, P., Karsholt, O. & Lyneborg, L. (Hrsg.): Microlepidoptera of Europe 3: 1-356.
  • Palmer, S.M. (2002): The genera Prolita, Aroga, Neofriseria, Neofaculta. — 147-152. In: Emmet, A.M. & J.R. Langmaid (2002): The Moths and Butterflies of Great Britain and Ireland Vol. 4/2, 277 S., Harley Books.
  • Schmid, J. (2019): Kleinschmetterlinge der Alpen : Verbreitung : Lebensraum : Biologie. - 800 S.; Bern (Haupt-Verlag).
  • SCHÜTZE (1931): 157