

+8Kontinente:EU1. Lebendfotos
1.1. Falter
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Geschlecht nicht bestimmt
2.3. Genitalien
2.3.1. Männchen
2.4. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Nahrung der Raupe
- [Boraginaceae:] Echium lusitanicum
- [Boraginaceae:] Echium plantagineum (Wegerichblättriger Natternkopf)
- [Boraginaceae:] Echium decaisnei (Weißer Natternkopf)
- [Boraginaceae:] Podonosma orientalis [= Podonosma syriaca]
- [Boraginaceae:] Symphytum sp. ??? (Beinwell ???)
De Joannis (1902) berichtete aus Portugal (Soalheira, Subregion Beira Baixa) über Februar-Minenfunde mit Raupen in Blättern von Echium lusitanicum in Spanien, aus denen sich ein ihm unbekannter Falter ergab: "Aux environs de Soalheira (Prov. de Beira-baixa, Portugal), on trouve au mois de février une petite chenille minant les feuilles de Echium lusitanicum ; cette chenille ne tarde pas à chrysalider, hors de sa mine, sous une petite toile blanchâtre ; dès les premiers jours de mars et jusqu'en avril, le papillon éclôt. J'ai pu examiner 42 exemplaires de cette espèce qui me semble inédite et intéressante." Er beschrieb die Raupe eingehend: "Chenille: 6 millimètres. Gris jaune verdâtre pâle. Un peu atténuée progressivement d'avant en arrière. Tête noire, luisante. Écusson noir plus mat, présentant une petite saillie au milieu en avant; divisé au milieu par un trait de la couleur du fond qui ne traverse pas complètement la petite saillie placée en avant de l'écusson. Le même segment qui porte l'écusson présente en dessous, entre les pattes, une petite ligne noire plus large à l'avant qu'à l'arrière. Stigmates noirs, très petits. Pattes cornées noires, annelées de clair aux articulations et avec deux taches noires à leur base, une en avant, l'autre en arrière. Clapet noir, pattes anales marquées chacune d'une tache noire à leur partie supérieure. Vaisseau dorsal transparent sous forme d'une ligne brun rougeâtre un peu vague. Points verruqueux invisibles et marqués seulement par des poils blancs très courts." Leider beschrieb er die Mine selbst nicht so detailliert.
Das Verbreitungsgebiet von Echium lusitanicum in Europa ist auf kleine Bereiche von Portugal und Spanien beschränkt. Da der Falter später auch außerhalb dieses Bereichs gefunden wurde, war von der Nutzung weiterer Echium- oder Boraginaceae-Arten auszugehen.
Zunächst beschrieb Walsingham (1908: 970) Mendesia symphytella als vermeintlich weitere Art. Auch hier wurden die Raupen gezüchtet: "Twelve specimens were bred from larvae, found at Guimar, mining leaves of Symphytum ; the mine almost undistinguishable from that of Acrocercops scalariella Z., but the pupa enveloped in a white, silken, rather flat, ovate cocoon." Das Problem: Auf Teneriffa gibt es gar keine Symphytum-Arten. Eine Art dieser Gattung gibt es nirgends auf den Kanarischen Inseln - und auch kein anderes Rauhblattgewächs, mit dem eine Verwechslung möglich wäre. Die Pflanze muss also zu einer anderen Gattung gehören, aber welche ? Wahrscheinlich war das doch eine der vielen Echium-Endemiten der Kanarischen Inseln.
Hering & Amsel (1931: 130) notierten in ihrer "Minenfauna Palästinas": "Echium plantagineum L. (Borrag.) - Die längliche Platzmine unter-, selten oberseitig. Sie zieht das Blatt stark zusammen und ist braun. Verwandlung in der Mine in einem kokonartigen Gespinst. Mitunter befinden sich 2 oder noch mehr Raupen in einer Mine. (Nr. 251.) Vorkommen: Tabgha, am 13. III. nicht häufig, aber sicher weit verbreitet. Erzeuger : Mendesia echiella Joann. (Lep.)".
Und noch eine vermeintlich neue Art wurde (da ohne Falterbeschreibung aber nicht gültig) beschrieben - Hering & Amsel (1931: 138) meldeten in ihrer "Minenfauna Palästinas" auch noch: "Podonosma syriaca (Labill.) Boiss. (Borrag.). Mine braun und nicht leicht zu sehen, an der Spitze des Blättchens beginnend, meist Platzmine von länglicher Gestalt. Nicht selten befinden sich mehrere Minen in einem Blatt. Raupe zeichnungslos, zunächst schmutzig graugrün, später gelblich werdend. Kopf, Nackenschild und Brustfüße schwarz; Bauchfüße stumm eiförmig, stark rückgebildet. Behaarung fehlt. Puppenruhe rund 10 Tage. (Nr. 242.) Vorkommen : In Jerusalem auf der Stadtmauer an den dort häufig wachsenden Pflanzen an einigen Stellen selten, 22 II. Auch beim Georgskloster vereinzelt gefunden. Sicher im nicht-eremischen Gebiet weit verbreitet. Erzeuger : Mendesia podonosmella n. sp. (Lep.)".
Klimesch (1990: 185-186) schrieb dann zur zusammengefassten Art: "Die Raupe lebt anfangs in einer epidermalen Gangmine, die sie spater [sic!] zu einer beiderseitigen Platzmine ausweitet. Die Verpuppung findet in einem weisslichen Gespinst in der Mine statt. An Echium- und Symphytum-Arten. In der Trockenzone. Eine in Südeuropa verbreitete Art."
[bladmineerders.nl] erwähnt noch Echium decaisnei, eine endemische Pflanze von Cran Canaria.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Andere Kombinationen
- Mendesia echiella De Joannis, 1902 [Originalkombination] [so in Karsholt & Razowski (1996)]
4.2. Synonyme
- Mendesia symphytella Walsingham, 1908
- Mendesia podonosmella Hering & Amsel, 1931 [da ohne Falterbeschreibung nomenklatorisch nicht gültig]
- Perittia eremella (Amsel, 1935)
4.3. Literatur
- Erstbeschreibung: De Joannis, J. (1902): Note sur un Microlépidoptère nouveau de Portugal. — Bulletin de la Société entomologique de France 1902: 230-232. [zum PDF-Download auf persee.fr] oder [zum Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- Hering, M. & H.-G. Amsel (1931): Beitrag zur Kenntnis der Minenfauna Palästinas. — Deutsche Entomologische Zeitschrift (Berliner Entomologische Zeitschrift und Deutsche Entomologische Zeitschrift in Vereinigung), 1931: 113 - 152. [PDF auf zobodat.at]
- Klimesch, J. (1990): Beiträge zur Kenntnis der Microlepidopteren-Fauna des Kanarischen Archipels. 10. Elachistidae. — Vieraea, 19: 185-192. [PDF auf islandlab.uac.pt]
- Beschreibung als Mendesia symphytella: Walsingham (1908): Microlepidoptera of Tenerife. — The Proceedings of the Zoological Society of London for the Year 1907: 911-1034 + pl. LI-LIII. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]

















