

+24Kontinente:EUAS1. Lebendfotos
1.1. Falter
2. Diagnose
Die Art ist äußerlich nicht von Neofaculta ericetella unterscheidbar. Beide leben in Hochmooren und feuchtkühlen Waldgebieten mit Vaccinium-Beständen. (Rudolf Bryner)
2.1. Geschlecht nicht bestimmt
2.2. Genitalien
2.2.1. Männchen
2.2.2. Weibchen
2.3. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Habitat
3.2. Nahrung der Raupe
- [Betulaceae:] Betula sp. ? (Birke ?)
- [Ericaceae:] Rhododendron tomentosum ? [= Ledum palustre ?] (Sumpf-Porst ?)
- [Ericaceae:] Vaccinium myrtillus ? (Heidelbeere ?)
Wirklich sichere Meldungen zu dieser Raupe scheint es nicht zu geben. Auch Gregersen & Karsholt (2022: 123) kannten weder eine Raupenbeschreibung noch ein Foto dieser Raupe. Und was sie dann an Literaturstellen zu den Nahrungspflanzen auflisten stammt alles von vor 1900 - als N. ericetella und N. infernella noch nach äußeren Merkmalen unterschieden wurden - die es so aber nicht gibt: "Larva undescribed and biology poorly known. Host-plant. Ledum palustre (Büttner 1880: 438) and Betula (Wocke 1874: 61). Sorhagen (1886: 186) moreover lists Vaccinium myrtillus. The habitats are forests on dry ground and peat bogs where V. myrtillus is growing, also in the alpine birch forest zone."
Liest man bei Wocke (1874: 61) nach, stößt man auf: "15. (1827.) Infernalis. HS. Im Mai, selten, in Laubwäldern, ich fing die Art im Oswitzer Walde bei Breslau, bei Kraust und Brieg und erzog sie einigemal von Birke, Friedrich fing sie bei Ohlau in Fichtenwäldern." Und Büttner (1880: 439) formulierte: "13. (1827.) Infernalis HS. Bisher im Mai und auf dem Moore bei Carolinenhorst gefangen. Ich erzog den Falter in Gemeinschaft mit Penthina Lediana von Ledum palustre, Wocke von Birken und Speyer von Heidelbeeren.". Das klingt schon nach konkreten Raupenfunden - und das an Pflanzen, an denen die viel häufigere Verwechslungsart N. ericetella nie gemeldet wurde. Aber warum gibt es dann seit weit über hundert Jahren überhaupt keine Raupenmeldung mehr, wo doch diese Pflanzen an ebensolchen Biotopen recht häufig von Lepidopterologen aufgesucht werden ? Waren das z.B. nur Raupen, die von den Birken-Kronen auf dem Weg zur Verpuppung in der Strauchschicht herumgekrabbelt waren, mit diesen Sträuchern aber sonst nichts zu tun haben ? Die Antwort ist einfach: Wir wissen es nicht! Könnte man da nicht einfach mal ein paar Weibchen Eier ablegen lassen und den Jungraupen diese drei Pflanzen anbieten ? Ja, aber dazu müssten wir die Weibchen erkennen, was am Lebendfalter ein Problem ist, da überall dort, wo N. infernella vorkommt, es auch N. ericetella gibt, und zwar in der Regel in größerer Anzahl.
Immerhin kommt N. infernella in den Gebieten, aus denen die Raupenfunde stammen, tatsächlich vor und immerhin ist in keinem davon die Doppelgängerart Neofaculta taigana - über deren Raupe wir noch gar nichts wissen - bekannt geworden.
(Autor: Erwin Rennwald)
4. Weitere Informationen
4.1. Andere Kombinationen
- Gelechia infernella Herrich-Schäffer, [1854] [Originalkombination]
4.2. Synonyme
- Neofaculta infernalis [nicht verfügbar]
4.3. Publikationsjahr der Erstbeschreibung
Wir folgen den detaillierten Datierungs-Angaben von Heppner (1982).
4.4. Taxonomie
Aarvik et al. (2017) stellen fest: "Recent molecular research has shown that Neofaculta infernella (Herrich-Schäffer, 1854) in N. Europe is a complex of two species (M. Mutanen, unpublished)." Diese zweite Art fungiert jetzt unter dem Namen Neofaculta taigana.
4.5. Literatur
- Aarvik, L., Bengtsson, B.Å., Elven, H., Ivinskis, P., Jürivete, U., Karsholt, O., Mutanen, M. & N. Savenkov (2017): Nordic-Baltic Checklist of Lepidoptera. — Norwegian Journal of Entomology - Supplement No. 3: 1-236. [PDF auf entomologi.no]
- Büttner, F.O. (1880): Die Pommerschen, insbesondere die Stettiner Microlepidoptern. — Entomologische Zeitung 41: 383-473. Stettin. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
- Gregersen, K. & O. Karsholt (2022): The Gelechiidae of North-West Europe. — 939 pp., Oslo, Norway (Norwegian Entomological Society).
- Heppner, J. B. (1982): Dates of selected Lepidoptera literature for the western hemisphere fauna. — Journal of the Lepidopterologists' Society 36 (2): 87-111.
- Erstbeschreibung: Herrich-Schäffer, G. A. W. („1853-1855“) [1847-1855]: Systematische Bearbeitung der Schmetterlinge von Europa, zugleich als Text, Revision und Supplement zu Jakob Hübner's Sammlung europäischer Schmetterlinge. Fünfter Band. Die Schaben und Federmotten: 1-394, Tineides pl. 1-124, Pterophides pl. 1-7, Micropteryges pl. 1. Regensburg.
- SCHÜTZE (1931): 155
- Wocke, M. F. (1874): Verzeichniss der Falter Schlesiens. II. Microlepidoptera. — Zeitschrift für Entomologie. Neue Folge 4: 4 unpaginierte Seiten, 1-108, I-IV. Breslau (Maruschke & Berendt). [PDF auf zobodat.at]





















































