Geschützt n. d. schweizerischen Verordnung über den Natur- u. Heimatschutz Art. 20 Abs. 2, Anhang 3
Vorkommen
Länder:+9Kontinente:EU
Männchen
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Eiablage
Ausgewachsene Raupe
Jüngere Raupenstadien
Fraßspuren und Befallsbild
Puppe
Ei
Erstbeschreibung
Habitat
Lebensweise
Parasitoide
Inhalt

1. Männchen

2. Weibchen

3. Geschlecht nicht bestimmt

4. Eiablage

5. Ausgewachsene Raupe

6. Jüngere Raupenstadien

7. Fraßspuren und Befallsbild

8. Puppe

9. Ei

10. Diagnose

10.1. Falter

Limenitis populi ist der größte Tagfalter Europas und zumindest bei näherer Betrachtung unverwechselbar. Allenfalls kann er mit einem Großen Schillerfalter (Apatura iris) verwechselt werden. Er ist jedoch meist erkennbar größer und seine Unterseite ist leuchtend orange gefärbt. Die Grundfarbe der Oberseite schillert nicht, wie die des Schillerfalter-Männchens, kann allenfalls bei frisch geschlüpften Tieren stahlblau gefärbt sein. Und sie ist tiefer schwarzbraun wie die des Schillerfalter-Weibchens. Zudem trägt L. populi keine Augenflecke und am Außenrand der Hinterflügel-Oberseite eine schmale orange Binde.

10.2. Ähnliche Art

10.3. Erstbeschreibung

11. Biologie

11.1. Habitat

L. populi ist ein Bewohner ausgedehnter, feuchter Laubwälder in denen Espen (Populus tremulae), die hauptsächliche Nahrungspflanzen seiner Raupe, wachsen. Die Art ist in Mittel- und Westeuropa fast überall sehr selten geworden, was hier vor allem klimatische Ursachen hat, denn die Art braucht kontinentaleres, winterkaltes Klima. Aus den zunehmend wintermilderen Tieflagen des westlichen Mitteleuropas hat sich L. populi daher in den letzten Jahrzehnten größtenteils zurückgezogen. Zudem werden Espen als wirtschaftlich nicht geschätztes Weichholz in ertragsoptimierten Wirtschaftsforsten oft entfernt. Dort wo Pappelhaine angelegt worden sind, kann die Raupe jedoch durchaus auch an anderen Pappelarten (Populus spp.) und auch an Hybridpappeln gefunden werden. Die Art hat jedoch eine niedrige Populationsdichte. D. h., auch in Osteuropa und Skandinavien, wo sie noch recht weit verbreitet ist, wird man den Falter kaum je in größerer Stückzahl an einer Stelle antreffen. Zudem halten sich die Falter gerne im Kronenbereich des Waldes auf und entziehen sich dadurch der Beobachtung. In guten Habitaten können aber durchaus etliche Dutzend Falter im Verlauf eines längeren Waldweges angetroffen werden.

Ältere ♀ ♀ streifen weit umher und legen dabei auch noch Eier ab. Daher kann man den Falter zuweilen auch einmal an völlig ungeeignet erscheinenden Plätzen antreffen.

11.2. Lebensweise

Im Gebirge erreicht der Falter ca. 1500 m. Dort liegt die Flugzeit der einzigen Generation in der zweiten Julihälfte und kann bis in den August andauern. In tieferen Lagen beginnt sie jedoch zuweilen schon Mitte Mai und ist Ende Juni bereits wieder zu Ende.

Das ♀ legt die Eier an die Blätter jüngerer Pflanzen am Wald- oder Wegrand, wie auch an größere Bäume bis hinauf in die Krone. Der Ablageort ist stets kühl und feucht gehalten und wird, zumindest am Nachmittag, nicht von der Sonne beschienen. Er ist also meist nach Nord bis Ost ausgerichtet. Die Raupe überwintert nach der 1. Häutung in einem Hibernarium oder Hibernorefugium genannten, kunstvoll zurechtgesponnenen Teil des Blattes und verpuppt sich im Frühjahr oder Frühsommer.

(Autor: Jürgen Hensle)

11.3. Parasitoide

12. Weitere Informationen

12.1. Etymologie (Namenserklärung)

populus Pappel.“

Spuler 1 (1908: 15L)

12.2. Andere Kombinationen

12.3. Synonyme

12.4. Verbreitung

Der Große Eisvogel kommt von Japan über Südsibirien bis Zentral- und Nordfrankreich vor. In Europa reicht sein Verbreitungsgebiet im Süden bis an die griechische Nordgrenze und die Südalpen, im Norden bis Mittelfinnland und Südnorwegen.

12.5. Literatur

  • Arnscheid, W. R. (2000): Die Macrolepidopteren-Fauna Westliguriens (Riviera dei Fiori und Ligurische Alpen in Oberitalien) (Insecta, Lepidoptera). — Neue Entomologische Nachrichten 47: 1-310. Marktleuthen (Verlag Dr. Ulf Eitschberger). [PDF auf zobodat.at]
  • Ebert, G & E. Rennwald (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Bd. 1: Tagfalter 1, 1-552. Bd. 2: Tagfalter 2, 1-535 - Ulmer, Stuttgart.
  • Henriksen, H. J. & I Kreutzer (1982): The Butterflies of Scandinavia in nature. - 1-215, Skandinavisk Bogforlag, Odense.
  • Hermann, G. (2007): Tagfalter suchen im Winter, Zipfelfalter, Schillerfalter und Eisvögel. Searching for Butterflies in Winter, Hairstreaks, Purple Emperors, Poplar Admiral & White Admirals. - 1-224, Books on Demand GmbH, Norderstedt.
  • Erstbeschreibung: Linnaeus, C. (1758): Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata. 1-824. Holmiae (Laurentius Salvius).
  • Lukhtanov, V & A. Lukhtanov (1994): Herbipoliana Bd. 3: Die Tagfalter Nordwestasiens. 1-440.- Verlag Dr. Ulf Eitschberger, Marktleuthen.
  • Reinhardt, R. & R. Thust (1993): Zur Entwicklung der Tagfalterfauna 1981-1990 in den ostdeutschen Ländern mit einer Bibliographie der Tagfalterliteratur 1949-1990. - Neue Entomologische Nachrichten 30: 1-285.
  • Schweizerischer Bund Für Naturschutz [Hrsg.] (1987): Tagfalter und ihre Lebensräume. Arten – Gefährdung – Schutz. — XI + 516 S. (hier 169-172), Egg/ZH (Fotorotar AG).
  • Tolman, T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. 1-319. Kosmos, Stuttgart.
  • Weidemann, H.-J. (1988): Bd 1: Tagfalter, Entwicklung-Lebensweise, 1-288. Bd. 2: Tagfalter, Biologie – Ökologie - Biotopschutz, 1-372. Neumann – Neudamm, Melsungen.

12.6. Informationen auf anderen Websites (externe Links)