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1. Lebendfotos
1.1. Falter
1.2. Raupe
1.3. Fraßspuren und Befallsbild
Ein am 24. Februar 2021 entferntes [Foto] zeigt keine Mine, sondern die gewöhnlichen Wachstumsspuren älterer Besenginster-Zweige, siehe [Forum].
1.4. Puppe
2. Diagnose
2.1. Geschlecht nicht bestimmt
2.2. Ähnliche Arten
- Leucoptera laburnella (Stainton, 1851)
Bei Leucoptera laburnella ist der Spiegel nur costalwärts gelb eingefaßt, wurzelwärts hingegen weiß, während bei Leucoptera spartifoliella der Spiegel auch wurzelwärts gelb gerandet ist. Text: Werner Wolf im [Forum].
2.3. Mine
Die Mine sieht der von Trifurcula immundella ähnlich. Anders als bei jener Art bleibt die Eihülle von Leucoptera spartifoliella - die nicht mit dem Kot der jungen Raupe gefüllt wird - nicht lange am Zweig und fällt bald ab. Der Anfangsgang ist geschlängelt und heller braun als der von Trifurcula immundella. Generell verläuft die Mine von Leucoptera spartifoliella näher unter der Oberfläche und ist daher heller.
Die Raupe weist auffällige Ventralganglien auf. Sie wählt ihren Verpuppungsort meist an der Pflanze.
(Autoren: [Tina Schulz])
2.4. Genitalien
2.4.1. Männchen
2.5. Erstbeschreibung
3. Biologie
3.1. Nahrung der Raupe
- [Fabaceae:] Cytisus scoparius [= Sarothamnus scoparius] (Besenginster)
- [Fabaceae:] Cytisus x praecox (Elfenbeinginster)
- [Fabaceae:] Cytisus striatus ? (Gestreifter Ginster ?)
- [Fabaceae:] Genista radiata (Strahlenginster) [als "Leucoptera cytisanthi" am Monte Baldo
- [Fabaceae:] Genista tinctoria ?? (Färberginster ??)
Die Art lebt in den meisten Gebieten ausschließlich (oder doch nahezu ausschließlich) in Minen an Cytisus scoparius, was schon von Stainton (1855: 294-299) ausführlich dokumentiert wurde. Die von Deschka (1972) als Unterart beschriebene Leucoptera spartifoliella cytisanthi vom Monte Baldo in Italien lebt dort an Genista radiata (Strahlenginster). Deschka (1986) stellte beim Vergleich mit der sympatrisch lebenden Phyllonorycter baldensis fest,dass die Raupen beider Taxa in den Stängeln von Strahlenginster (Genista radiata) minieren. Während Letztere stark besonnte Sträucher bevorzugt, besiedelt "L. cytisanthi" fast nur solche in schattigem Unterwuchs.
Muus (2022: 35) fand in seinem Garten in Wilhelminaoord mehrere Kokons auf einem rotblühenden "Cytisus x praecox" einem aus dem Kreuzungsprodukt von Cytisus multiflorus mit Cytisus purgans abgeleiteten Kultivar - nicht weit weg davon gab es starken Minenbesatz an Cytisus scoparius: "In juni 2021 vond ik meerdere sneeuwwitte cocons van deze soort in mijn tuin te Wilhelminaoord op een Cytisus praecox. De plant had ik het jaar ervoor geplant en is, zoals ik hem noem, de ‘tuinbrem’ die veel in tuincentra verkocht wordt. De soort C. praecox is een kruisingsproduct van C. multiflorus met C. purgans, waarvan tientallen cultivars zijn afgeleid. In mijn tuin staat de rode variant. Het is een geheel nieuwe voedselplant; daar deze vlindersoort vrijwel uitsluitend bekend is van de ‘gewone’ brem (C. scoparius) en op een niet al te grote afstand van deze tuin heb ik de vlinders en rupsen talrijk gevonden."
[bladmineerders.nl (abgefragt 1. März 2026)] nennt noch Cytisus striatus und Genista tinctoria - ob es dafür zuverlässige Quellen gibt, ist mir noch nicht klar.
(Autor: Erwin Rennwald)
3.2. Habitat
4. Weitere Informationen
4.1. Andere Kombinationen
- Tinea spartifoliella Hübner, 1813 [Originalkombination]
4.2. Synonyme
- Leucoptera punctaurella Haworth, 1828
- Leucoptera cytisanthi Deschka, 1972 [synonymisiert durch Mey (1994: 195)]
4.3. Taxonomie
Deschka (1972) beschrieb dvom Monte Baldo in Italien ein neues Taxon, zunächst als Unterart "Leucoptera spartifoliella cytisanthi", das er dann in Deschka (1986) in den Artrang erhob: "Leucoptera cytisanthi". Das Taxon wurde in der Folge von den meisten Autoren weiterhin als Unterart oder Form von Leucoptera spartifoliella angesehen und von Mey (1994: 195) dann auch formal mit jener Art synonymisiert: "Die von Deschka (1972) beschriebene Subspezies cytisanthi ist genital-morphologisch kaum von der Nominatform zu unterscheiden. Die Differenzen sind geringfugig und mussen mit Blick auf die Verschiedenheit der Genitalapparate bei Leucoptera ssp. als geringfügig gewertet werden. Die durchgängig geringere GröBe der Tiere lieBe sich mit der Wirtspfanze oder der großen Höhenlage erklären. Wie bei L. laburnella cytisella Amsel sind auch hier die morphologischen Merkmale nicht ausreichend und müssen als ungeeignet für eine subspezifische Gliederung abgelehnt werden. Das bedeutet aber nicht, daß es keine Eigenständigkeit der Populationen am Monte Baldo gibt. Der Nachweis muß anhand ökologischer und geographischer Fakten geführt werden. Wenn die Populationen am Monte Baldo biologisch von L. sp. spartifoliella isoliert sind, dann muß es auch diese Beweise geben. Bis dahin soll cytisanthi als synonym mit spartifoliella gelten." Das Taxon "cytisanthi" wurde in der Folge auch nicht in die Liste von Karsholt & Razowski (1996) aufgenommen, ebensowenig in der [jetzt nicht mehr zugänglichen Fauna Europaea, last update 23 July 2012, version 2.5. Wir führten im Lepiforum "Leucoptera cytisanthi" hingegen noch bis zum 1. März 2026 als Taxon mit fraglichem Status. Da es bis dahin keinerlei Hinweis auf eine Artberechtigung gab, wurde die Synonymisierung jetzt auch im Leepiforum endlich umgesetzt.
4.4. Verbreitung
Mey (1994: 195) schreibt zur Verbreitung: "Atlantomediterran (siehe Abb. 113), sekundär nach Nordamerika und Neuseeland verschleppt, gezielte Einbürgerung in den Westen der USA und in Australien zur Bekampfung von Sarothamnus scoparius (Cullen 1993, Frick 1964, Parker 1964, Scheele & Syrett 1987)."
Deschka (1986) beschreibt ein sympatrisches Vorkommen von "Leucoptera cytisanthi" mit Phyllonorycter baldensis am Monte-Baldo-Massiv im Trentino, Italien.
(Autor: Erwin Rennwald)
4.5. Typenmaterial
Mey (1994: 193): „Verbleib unbekannt.“
4.6. Literatur
- Deschka, G. (1983): Zur Biologie und Verbreitung von Leucoptera spartifoliella Huebner (Lepidoptera, Lyonetiidae) in Oberösterreich. — Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz 29: 143-155. [PDF auf zobodat.at]
- Beschreibung als Leucoptera cytisanthi: Deschka, G. (1972): Leucoptera (Cemiostoma) spartifoliella subspec. nov. cythisanthi. — Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomologen 21 (4): 65-69 [Digitalisat auf www.archive.org].
- Deschka, G. (1986): Phyllonorycter (= Lithocolletis) baldensis sp. n. (Lepidoptera, Gracillariidae). — Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomologen 35 (1): 16-24.
- Erstbeschreibung: Hübner, J. [1796-1834]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 8: pl. 1-71.
- Huemer P. & S. Erlebach (2003): Typenkatalog der Schmetterlinge (Lepidoptera) der Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. — Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 83: 95-152. [PDF auf zobodat.at]
- Mey, W. (1994): Taxonomische Bearbeitung der westpaläarktischen Arten der Gattung Leucoptera Hübner, [1825], s. l. (Lepidoptera, Lyonetiidae). — Deutsche Entomologische Zeitschrift, Neue Folge 41 (1): 173-234. [Digitalisat und PDF-Download auf onlinelibrary.wiley.com] bzw. [zum PDF-Download auf researchgate.net]
- SCHÜTZE (1931): 122
- Stainton, H. T. (1855): The Natural History of the Tineina. Volume I. Containing Nepticula. Part I. Cemiostoma. Part I: I-XV, 1-338, Nepticula pl. I-VII, Cemiostoma pl. I. London (John van Voorst), Paris (Deyrolle), Berlin (E. S. Mittler und Sohn). — Digitalisat auf archive.org: [294], [pl. I (fig. 2)].














































