Vorkommen
Länder:+4Kontinente:EU
Falter
Männchen
Weibchen
Geschlecht nicht bestimmt
Männchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Habitat
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Geschlecht nicht bestimmt

2.4. Genitalien

2.4.1. Männchen
2.4.2. Weibchen

2.5. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

Nicht detailliert bekannt. Gozmány (1978) schreibt: "Chrétien [...] fand die Raupen unter welkenden Blättern, wahrscheinlich also detritophag."

3.2. Habitat

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Synonyme

4.3. Faunistik

Locus typicus ist Lozère in Frankreich. Vermutlich war hier mit dem Begriff das Bergmassiv in den Cevennen gemeint, nicht das gesamte gleichnamige Département.

Gozmány (1978) schreibt: "Die Art ist im nördlichen Mittelmeergebiet weit verbreitet, sie stößt bis Baden und Nassau in Deutschland, Niederösterreich und durch Ungarn bis zur südlichen Slowakei vor. Die bekannten nördlichsten Lokalitäten sind Lennig im Rheingau und Zakleciski in der Ukraine." Unter "Verbreitung" listet er dann für Deutschland auf: "Baden: Nassau; Rheingau: Lennig".

Heinemann (1870) schreibt zur Verbreitung von Lecithocera luticornella: "Bei Wien, Laibach und in Baden, im August." Dabei stützt er sich auf zwei Quellen: Zeller (1839: 197) und Herrich-Schäffer (1847-1855: 207). Bei Zeller (1839: 197) ist zu Lecithocera luticornella steht: "2 M., in FR's Sammlung, aus Ungarn und Laibach", bei Herrich-Schäffer (1847-1855: 207): "Aus Ungarn und von Wien". Also kein Wort von "Baden". Wenn Heinemann (1870) Arten aus Baden anführt, dann nennt er als Quelle Reutti (1853), doch dort wird die Art nicht erwähnt.

Reutti (1898) wunderte sich entsprechend und formulierte zu Lecithocera luticornella: "Nach Heinemann in Baden, wo? ist uns nicht bekannt." Abgesetzt dazu werden bei ihm Angaben aus den Nachbarländern angeführt, hier: "Nassau (Rheintal, Mitte August um Sarothamnus)". Mit Nassau war hier also sicher nicht das baden-württembergische Nassau bei Weikersheim im Main-Tauber-Kreis gemeint, sondern die damalige Provinz Hessen-Nassau bzw. dessen Vorläufer das Herzogtum Nassau. Und mit "Rheingau: Lennig" ist der Lennig am Mittelrhein, ein zum Rhein abfallender Hang einige Kilometer südlich der Loreley gemeint. Von dort hatte Fuchs (1880: 242) berichtet: "Zwei schöne Exemplare fing ich Mitte August 1878 gegen Abend um Sarothamnus scoparius im Lennig. 1879 kam ein frisches Stück an derselben Stelle dem 1. Septbr. vor. Diese Art dürfte im unteren Rheingau verbreitet, wenn auch selten sein." Und spätestens durch die Zusatzangabe "(Rheintal, Mitte August um Sarothamnus)" wird klar, dass Reutti (1880) mit "Nassau" genau diesen August-Fund von Fuchs im Lennig meinte. Die Art wurde in Deutschland bis dahin also wahrscheinlich nur an dieser einen Stelle gefunden, dem Ort, von dem Cyclophora lennigiaria beschrieben wurde.

Nach Gaedike & Heinicke (1999) & Gaedike et al. (2017) ist die Art in Deutschland nur mit Angaben von vor 1980 aus Baden-Württemberg bekannt. Doch dabei bleiben einige Fragen offen. Zum einen: Warum wird Rheinland-Pfalz (also der Lennig) nicht erwähnt? Zum anderen: Woher stammt die Angaben aus Baden-Württemberg? Reutti (1898) kannte die Art jedenfalls nicht aus Baden. Hatte Heinemann (1870) sich mit "Baden" völlig vertan? Ober hatte er gar einen Hinweis auf Baden bei Wien bekommen, den er nicht richtig umsetzte? Fuchs (1880) jedenfalls kannte auch keine andere Quelle, wenn er außer seinen eigenen Neufunden nur schreibt: "[Hein. Tin. 361. Bei Wien, Laibach und in Baden]". Studiert man das Symbol in den Tabellen von Gaedike & Heinicke (1999) & Gaedike et al. (2017), dann können Heinemann (1870), Fuchs (1880) oder Reutti (1898) nicht der Garant für die Meldung sein, denn das Symbol bedeutet einen Fundnachweis im Zeitraum 1901-1980. Wer kennt da eine Quelle dafür?

(Autor: Erwin Rennwald)

4.4. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Woodward (1922: 379) [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org] teilt die Publikationsjahre des Bandes mit. Demnach sind die Seiten 1-64 und die Tafeln 239-240 1834 erschienen, die Seiten 65-320 und die Tafeln 241-256 1835, und die Seiten 321-[627] sowie die Tafeln 257-266 1836.

(Autor: Jürgen Rodeland)

4.5. Literatur

  • Fuchs, A. (1880): Microlepidopteren des Rheingaues. Erster Artikel. — Entomologische Zeitung 41: 227-248. Stettin [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org].
  • Gaedike, R. & W. Heinicke (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Entomofauna Germanica 3). — Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 5: 1-216.
  • Gaedike, R., Nuss, M., Steiner, A. & R. Trusch (2017): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera). 2. überarbeitete Auflage. — Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 21: 1-362.
  • Erstbeschreibung: Godart, J.-B. & P.-A.-J. Duponchel (1834-[1836]): Histoire naturelle des lépidoptères ou papillons de France. Tome neuvième: 1-626, [627], pl. CCXXXVII-CCLXVI. Paris (Méquignon-Marvis).
  • Gozmány, L. (1978): Lecithoceridae. — Microlepidoptera Palaearctica 5: I-XXVIII, 1-306, Tafelband pl. 1-93. Wien (Verlag Georg Fromme & Co).
  • Heinemann, H. (1870): Die Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz. Zweite Abtheilung. Kleinschmetterlinge. Band II. Die Motten und Federmotten: 1-825 Braunschweig (C. A. Schwetschke und Sohn). [Digitalisat auf archive.org/stream]
  • Herrich-Schäffer, G. A. W. („1853-1855“) [1847-1855]: Systematische Bearbeitung der Schmetterlinge von Europa, zugleich als Text, Revision und Supplement zu Jakob Hübner's Sammlung europäischer Schmetterlinge. Fünfter Band. Die Schaben und Federmotten: 1-394, Index 1-52, Tineides pl. 1-124, Pterophides pl. 1-7, Micropteryges pl. 1. Regensburg (G. J. Manz).
  • Reutti, C. (1853): Uebersicht der Lepidopteren-Fauna des Grossherzugthum's Baden. — Beiträge zur Rheinischen Naturgeschichte 3: I-VIII, 1-216. Freiburg im Breisgau (Herder'sche Verlagsbuchhandlung).
  • Reutti, C. (1898): Übersicht der Lepidopteren-Fauna des Grossherzogtums Baden (und der anstoßenden Länder). Zweite Ausgabe des in den Beiträgen zur rheinischen Naturgeschichte erschienenen gleichnamigen Werkes. Nach des Verfassers Tode im Auftrag des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Karlsruhe gemeinschaftlich mit Adolf Meess, [...] überarbeitet und herausgegeben von Dr. med. et phil. Arnold Spuler, [...] - 361 S.; Berlin (Gebrüder Bornträger).
  • Woodward, B. B. (1922): Catalogue of the Books, Manuscripts, Maps and Drawings in the British Museum (Natural History). Vol. VI. Supplement: A–I: i-iv, 1-511, 1-48. London.
  • Zeller, P. C. (1839): Versuch einer naturgemäßen Eintheilung der Schaben. — Isis von Oken 1839 (3): 167-220. Leipzig (Brockhaus).