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Männchen
Erstbeschreibung
Inhalt

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Rosaceae:] Pyrus communis (Garten-Birnbaum)

Krogerus (1958: 125) berichtet: "Der Typus dieser von Rebel beschriebenen Art stammt von Graz in Steiermark, gefunden im Jahre 1884. Seither wurde aber — nach brieflicher Mitteilung von Dr. J. Klimesch — kein Stück in Österreich gefunden; wohl aber ist die Art von Nord- und Mittelitalien sowie von Bulgarien bekannt. Klimesch hat ihre Biologie studiert und hat mir mitgeteilt dass die Raupe unter der Rinde von Birnbäumen lebt und dass sie erwachsen überwintert. Die Art ist durchaus nicht häufig, die Raupen wurden aber in Trentino in Mittelitalien an jungen Birnbäumen durch ihren Frass schädlich." Er selbst fing seine Tiere in Finnland in einem ganz anderen Biotop "um einen kleinen Eichenstrauch fliegend". Entweder ist die Biologie der Art hier noch nicht umfassend bekannt - oder es handelt sich um einen Komplex mehrerer Lampronia-Arten mit unterschiedlicher Biologie.

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

  • Incurvaria aeripennella Rebel, 1889 [Originalkombination]

4.2. Taxonomie und Faunistik

Das Typenexemplar wurde "in einem Hausgarten in Graz" (Österreich) gefangen. Später kamen Funde aus Italien, Rumänien, Frankreich, Finnland und Schweden hinzu.

Aarvik et al. (2017) geben den Hinweis: "A female specimen resembling large Lampronia aeripennella (Rebel, 1889) is known from Finland. According to J. Kullberg (pers. comm.), its genitalia are distinct from those of L. aeripennella. DNA barcoding was unsuccessful. It seems apparent that the specimen represents an undescribed species."

Krogerus (1958) stand für seine Zeichnung und Beschreibung der Genitalien nordischer Tiere genau zwei Exemplare aus Finnland zur Verfügung. Seine Zeilen könnten interessant sein: "Am 3. Juli 1945, als ich in einem Eichenwald in Lojo in Südwestfinnland sammelte, bekam ich zwei Stück (♂ + ♀) einer mir unbekannten, grossen und schönen Incurvaria-Art. Ihre Vorderflügel waren einfarbig violettenbraun mit bronzigem Glanz und einem blassgelben Fleck am Tornus; die Kopfhaare hatten eine lebhafte rostgelbe Farbe (Fig. 6). Die Exemplare wurden mit einer Zeitintervalle von einer Stunde an ganz demselben Platz erbeutet um einen kleinen Eichenstrauch fliegend. Ich bestimmte die Schmetterlinge zu I. aereipennella Rbl.; doch mit einem gewissen Zweifel da es ja sich ja um eine Art handelte, die nur aus weit südlicheren Gegenden bekannt war. Nachdem ist aber meine Determinierung bestätigt worden. Dr. Klimesch hat mir freundlichst Genitalienabbildungen italienischer Exemplare geschickt und ein Vergleich mit den Präparaten meiner Stücke gibt ganz klar hervor, dass sie zur ein und derselben Art gehören. Wie aus den Abbildungen, Fig. 3 — 4 hervorgeht gehört diese Art zu der Gruppe der Gattung, deren Arten als charakteristisches Merkmal zwei sternformige Signa in Bursa copulatrix beim Weibchen haben."

Nel & Varenne (2019) stellten fest, dass ihr äußerlich ganz hierher passendes Männchen aus den Alpes-Maritimes in Frankreich genitaliter nicht zur Zeichnung von Krogerus (1958) passte und begründeten damit die Beschreibung einer neuen Art: Lampronia aenigma. Damit sind die Rätsel um diesen Artenkomplex aber nicht gelöst.

(Autor: Erwin Rennwald)

4.3. Literatur