Vorkommen
Länder:+4Kontinente:EU
Falter
Männchen
Weibchen
Weibchen
Erstbeschreibung
Inhalt

1. Falter

2. Diagnose

Hinweis: Diagnosebilder bei Razowski (2001):

Agassiz (2002: 153) stellte in seiner Buchbesprechung von Razowski (2001) alle von diversen Experten in jenem Buch erkannten Fehlbestimmungen / Bildvertauschungen und Unsicherheiten in einer Tabelle zusammen. Auf Tafel 10 (S. 274-275) stellt die Abbildung Nr. 212 Isotrias rectifasciana demnach nicht - wie angegeben - ein Männchen dar, sondern ein Weibchen.

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Weibchen

2.4. Erstbeschreibung

3. Biologie

3.1. Nahrung der Raupe

  • [Rosaceae:] Crataegus ??? (Weißdorn ???)
  • [Sapindaceae:] Acer ??? (Ahorn ???)
  • [Fagaceae:] Quercus ??? (Eiche ???)

Die Raupennahrung wahrscheinlich aller 8 in Europa vorkommenden Isotrias-Arten ist noch unbekannt!

Bei Razowski (2001: 57) steht zur Raupe von I. rectifasciana: "Crataegus (Rosaceae), Acer (Aceraceae), Quercus (Fageaceae)". Buchstabengenau die gleiche Liste gab es schon bei der Art davor, Isotrias hybridana. Dies deutet zunächst sehr auf die Möglichkeit hin, dass die Beobachtungen zu den beiden Arten vermengt wurden. Razowski (2001: 57) führt keine Primärquellen an. Die Raupen beider Arten scheinen aber gar nicht beschrieben zu sein! Ich konnte zu keiner der beiden Arten bisher Primärangaben zur Raupennahrung finden - so könnten alle Angaben auf reinen Vermutungen beruhen. Klärung wäre hier sehr erwünscht. Disqué (1905: 220) hatte notiert: "R. unbekannt. Sie soll in England von Crataegus erzogen worden sein." Sehr aufschlussreich sind die Ausführungen von Kennel (1908: 231-232) zu den beiden Arten. Zu I. rectifasciana schreibt er: "Die Raupe wird von den gleichen Pflanzen angegeben wie die vorige, doch ist nichts Sicheres darüber bekannt." und bei der vorigen - Isotrias hybridana - heißt es: "Die Raupe wird angegeben als an Crataegus, Acer, Quercus lebend; Hartmann findet den Falter aber häufig um Fichten und Kiefern, wo kein Laubholz ist. Möglicherweise lebt sie, wie vorige, an Kräutern und niederen Pflanzen." Die vorige war hier "Anisotaenia ulmana, jetzt Olindia schumacherana. Am Kenntnisstand zu den Isotrias-Arten scheint sich seither sehr wenig verbessert zu haben. Die späteren Autoren ignorierten die Bedenken von Kennel und verkauften die alten Mutmaßungen wieder als Wahrheit. Doch hundert Jahre ignorantes Abschreiben macht diese Angaben nicht besser!

Hancock et al. (2015: 147) unternahmen noch einmal den Versuch, die ominösen alten Angaben abzuschütteln. Zu I. rectifasciana schreiben sie: "Larva. Undescribed. July - May; hibernating as a larva. The foodplant is unknown. J.M. Chalmers-Hunt reared larvae from egg laid by captive female; the larvae were supplied with leaves of hawthorn (Crataegus spp.) and elm (Ulmus spp.) and they fed at first from a silken tube on the underside of a leaf, then hibernated from mid-September; mortality rate was high and all were lost during winter. It is suggested that feral larvae are polyphagous on herbaceous plants or decaying vegetation (Emmet, 1981b)." Emmet (1981: 235) hatte mitgeteilt: "Although this is a common species, its life history is still unknown. A pupa was once beaten from hawthorn, giving rise to the belief that that was the foodplant". Er berichtet dann über die misslungene Zucht von J.M. Chalmers-Hunt und schließlich über den Fund zahlreicher Falter an einem kleinen Fleck an der Küste von Foulness, Essex: "there was not a tree or bush in sight. The moths were flying freely around, and settling on sea-beat (Beta vulgaris subsp. maritima) and golden samphire (Inula crithmoides), the tallest plants present, at about 7.30pm. I probably saw as many moths in five minutes as one normally sees in as many seasons and they had certainly bred on the spot." Er schließt daraus: "The inference is that the larvae are polyphagous on herbaceous plants or, perhabs more probably, that they feed on decaying vegetation." Und er wünscht: "If I can obtain the necessary permit, I should like to collect leaf-litter from the sea-wall in late autumn or early spring to see if it contains larvae." - Die Klärung steht leider noch immer aus!

(Autor: Erwin Rennwald)

4. Weitere Informationen

4.1. Andere Kombinationen

4.2. Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die von Heppner (1982) angegebenen Publikationsjahre.

4.3. Literatur

  • Agassiz, D. (2002): Book Review Razowski, J. 2001. Die Tortriciden (Lepidoptera, Tortricidae) Mitteleuropas. — Nota Lepidopterologica, 25 (2/3): 152-154. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
  • Disqué, H. (1905): Die Tortriciden-Raupen der Pfalz. — Deutsche Entomologische Zeitschrift "Iris" 17: 209-256. [PDF auf zobodat.at]
  • Emmet, A.M. (1981): The biology of Isotrias rectifasciana (Haworth). — The Entomologist's Record and Journal of Variation, 93: 235.
  • Hancock, E.F., Bland, K.P. & J. Razowski (2015): The moths and butterflies of Great Britain and Ireland. Volume 5 (Part 1). Tortricidae, Tortricinae & Chlidanotinae. - 245 S.; Leiden & Boston (Brill).
  • Erstbeschreibung: Haworth, A. H. (1803-1828): Lepidoptera britannica; sistens digestionem novam insectorum lepidopterorum quæ in Magna Britannia reperiuntur, larvarum pabulo, temporeque pascendi; expansione alarum; mensibusque volandi; synonymis atque locis observationibusque variis: I-XXXVI, 1-609. Londini (R. Taylor).
  • Heppner, J. B. (1982): Dates of selected Lepidoptera literature for the western hemisphere fauna. — Journal of the Lepidopterologists' Society 36 (2): 87-111.
  • Kennel, J. (1908): Die Palaearktischen Tortriciden. Eine monographische Darstellung. - Zoologica, 21 (54): 1-546. [PDF auf zobodat.at]
  • Razowski, J. (2001): Die Tortriciden (Lepidoptera, Tortricidae) Mitteleuropas. Bestimmung - Verbreitung - Flugstandort - Lebensweise der Raupen. — 319 S.; Bratislava.