

+2Kontinente:EU1. Lebendfotos
1.1. Falter
2. Diagnose
2.1. Männchen
2.2. Weibchen
3. Genitalien
3.1. Männchen
Ein Zahn im Aedeagus, ein wichtiges Merkmal bei der Bestimmung und Unterscheidung zu Isophrictis anthemidella, ist durch einen roten Kreis markiert (Hinweis von František Kosorín im Forum).
3.2. Weibchen
4. Biologie
4.1. Nahrung der Raupe
Noch unbekannt! Nel & Varenne (2023: 137) melden, dass sie ihre Falter von I. celsei in Südost-Frankreich durch Käschern oder direkte Beobachtung im Umfeld von Anthemis-Arten mit weißen Zungenblüten (Anthemis cotula, A. arvensis, A. secundiramea) gefunden haben, I. anthemidella hingegen hauptsächlich an der gelbblühenden Anthemis tinctoria (= Cota tinctoria). Damit ist aber sicher noch nicht das gesamte Nahrungsspektrum der beiden Isophrictis-Arten abgedeckt. Die Erfahrungen in Sachsen und Brandenburg lehren, dass dort beide Arten an den gleichen weißblühenden Nahrungspflanzen (mit gelben Röhrenblüten) zu finden sind.
5. Weitere Informationen
5.1. Etymologie (Namenserklärung)
Nel & Varenne (2023: 138) erläutern: "La nouvelle espèce est amicalement dédiée à René Celse, lépidopteriste pratiquant l'entomologie prospective et contrbuant ainsi activement à améliorer la connaissance de la faune de France."
5.2. Taxonomie
Nel & Varenne (2023: 136) betonen, dass sich die neue Art nach dem Habitus nicht von I. anthemidella trennen lässt, weshalb sie bisher auch mit jener Art vermengt wurde. Auch die männlichen Genitalien der beiden Arten unterscheiden sich nur sehr wenig. Die Genitalien der Weibchen der beiden Arten unterscheiden sich hingegen insbesondere im Bereich des ductus bursae deutlich. Ein Barcode-Vergleich steht noch aus.
5.3. Faunistik
Die Art war 2023 sicher durch die 16 Exemplare der Typenserie aus den Départements Bouches-du-Rhône, Var und Alpes-de-Haute-Provence (alle Südost-Frankreich) bekannt. Nel & Varenne (2023: 136) nannten außerdem Gard, Hérault und Korsika. Dann aber wurden sie auch in der Literatur und im Internet fündig: bei Povolný (1983) sollen fig. 3-4 und 6 (Männchen) von I. anthemidella aus der Slowakei (Pláštovce) zu I. celsei gehören - die 3 Genitalbilder der Weibchen von I. anthemidella im Lepiforum alle ebenfalls zu I. celsei - die drei Bilder stammen von Friedmar Graf aus Sachsen (Deutschland), konkret: "Umgebung Nochten, Ruderalstandort in Rekultivierung, 128 m, 2. Juni 2016 am Licht" bzw. "Umgebung Lohsa, extensives Grünland, 125 m, 25. Juni 1989 Tagfang". Sobczyk & Graf (2026: 73-74) bestätigten, dass diese beiden Nachweise aus Sachsen zu I. celsei gehören, und sie lieferten für dieses Bundesland gleich noch weitere Funde: "MTB 4650/22: Zeißholz, Brachfläche: 1 ♂, Tagfang, 04.06.2024, leg. Graf. MTB 4743/21: Daubaner Wald, Schlangenwiese; 1 ♂, Tagfang, 31.05.2025, leg. Graf. MTB 4753/22: Weißkollm, Innenkippe Nochten: 4 ♂, am Licht, 22.06.2025, leg. Graf." Alessandro Kormannshaus teilte per e-Mail am 14. August 2026 mit, dass die Art neuerdings auch in Brandenburg gefunden wurde.
5.4. Typenmaterial
Nel & Varenne (2023: 135) erläutern:
"HOLOTYPE mâle : France, Bouches-du-Rhône, Roquefort-la-Bédoule, la Bégude, 15.V.2021, J. Nel leg., sur Anthemis cotula, prép. gen. JN n° 36652, coll. J. Nel à La Ciotat, sera déposé à Innsbruck (Autriche)." Auch die 15 Paratypen stammen aus Südost-Frankreich.
(Autor: Erwin Rennwald)
5.5. Literatur
- Erstbeschreibung: Nel, J. & T. Varenne (2023): Déscription d'Isophrictis celsei sp. n. espèce affine d'I. antemidella (Wocke, 1871) (Lepidoptera, Gelechiidae). — Revue de l’Association Roussillonnaise d’Entomologie, 32 (2): 139-147.
- Povolný, D. (1983): Vorläufiges zu einer Revision der Gattungen Isophrictis Meyr. und Pyncostola Meyr., Lepidoptera, Gelechiidae). — Acta Entomologica Musei Nationalis, Pragae, 41: 133-158. [PDF auf aemnp.eu]
- Sobczyk, T. & F. Graf (2026): Fünfter Nachtrag zur Schmetterlingsfauna der Oberlausitz (Lepidoptera). Neu- und Wiederfunde im Jahr 2025. — Entomologische Nachrichten und Berichte, 70 (1): 72-76. [zum PDF-Download auf researchgate.net]
















