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Männchen
Weibchen
Genitalien ♀
LebendfotosFalterDiagnoseGenitalienWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)Taxonomie und FaunistikTypenmaterialPublikationsdatum der ErstbeschreibungLiteratur

2. Diagnose

2.1. Männchen

2.2. Weibchen

2.3. Genitalien

2.3.1. Weibchen

3. Weitere Informationen

3.1. Etymologie (Namenserklärung)

Regelmäßige Nutzer der Sterrhinae-Seiten des Lepiforums wundern sich sicher nicht über die Erklärung, die Tautel & Lévêque (2025: 158) für ihre Namenswahl geben: "Cette nouvelle espèce est dédiée au lépidoptériste Harald Lahm, en hommage notamment à l’excellent travail qu’il mène sur le matériel d’étude rapporté du Maroc par Rolf Bläsius."

3.2. Taxonomie und Faunistik

Hausmann (2004: 71) ging bei der Besprechung der Idaea sericeata auch ganz kurz auf die von Prout [in Seitz] (1935) beschriebene marokkanische Unterart "Sterrha sericeata subrecta" ein, deren Berechtigung als Unterart er kategorisch ablehnte: "Sterrha sericeata subrecta Prout, 1935: in Seitz, Macrolep. 4, Suppl.:52, pl. 5, fig. g (Morocco: Great Atlas). Syntype(s) (BMNH). Herewith downgraded from subspecific rank (Scoble 1999) to synonymy (of subsp. calvaria) (syn. n.)." Seine Verbreitungskarte (S. 72) zeigt folglich für Marokko nur diverse Fundpunkte der ansonsten aus Spanien beschriebenen und dort verbreiteten Idaea sericeata ssp. calvaria und für Algerien nur Fundpunkte der von ihm als Schwesterart geführten Idaea allardiata.

Tautel & Lévêque (2025) kamen hingegen bei der Untersuchung von Tieren dieser Gruppe im westlichen Mittelmeerraum zu einem komplett konträren Ergebnis. Nach ihnen fehlt I. sericeata - also auch ssp. calvaria - in Marokko wahrscheinlich ganz, dafür gibt es dort gleich 4 eigenständige Arten aus der Gruppe, neben der zur bona species aufgewerteten Idaea subrecta auch noch Idaea convergolineata, die hier abgehandelte Idaea lahmi und eben auch Idaea allardiata.

Das Taxon "subrecta" war 1935 als Unterart von Idaea sericeata beschrieben und in diesem Rang auch für den Rest des Jahrhunderts von allen Autoren belassen worden. Hausmann (2004: 72) hatte im Text die kleinen Unterschiede gegenüber spanischen Tieren der ssp. calvaria genannt, so dass sich Tautel & Lévêque (2025) zu Recht darüber wunderten, dass die Synonymisierung mit jener Unterart mit keinem Wort begründet wurde.

Tautel & Lévêque (2025) beschrieben die - zugegebenermaßen nicht großen - Genitalunterschiede in dieser Gruppe dann endlich detailliert. Sie fanden 7 Gruppen, von denen - soweit bekannt - 4 jeweils einen eigenen Barcode-BIN haben. Die in Europa weit verbreitete Idaea sericeata mit BIN BOLD:ACE5960, die auf Korsika und Sardinien beschränkte Idaea altivolaria mit BIN BOLD:AEC5545, die zur bona species aufgewertete Idaea subrecta mit BIN BOLD:AAF2977 und die neu beschriebene Idaea lahmi mit BIN BOLD:ABY6791. Das Taxon calvaria teilt den BIN mit I. sericeata und wurde als dessen Unterart geführt. Noch keinen Barcode-BIN kannten die Autoren leider von der ebenfalls als neue Art beschriebenen Idaea convergolineata Lévêque & Tautel, 2025. Das nicht umstrittene Taxon Idaea allardiata scheint ebenfalls einen eigenen - aber bisher nicht öffentlich zugänglichen BIN zu haben.

Die Barcodes des ganzen Komplexes liegen nicht weit auseinander - knapp unter oder etwas über 2 %, maximal bei 3,3 %. Sie ließen also eine Trennung auf Unterartebene genauso zu wie auf Artebene. Gleiches gilt auch für die angeführten Genitalunterschiede. Die Frage nach dem Artrang werden "Lumper" und "Splitter" hier grundsätzlich immer anders entscheiden. Und beide haben gute Gründe für ihre Haltung.

Idaea lahmi wurde von Ifrane im Mittleren Atlas von Marokko beschrieben. Warum Idaea lahmi trotz ihrer recht weiten Verbreitung von Marokko bis Tunesien und ihrer großen Höhenspann von 800 bis 3000 m nicht früher als eigenständiges Taxon - egal ob als Unterart, Art oder auch nur Form - erkannt wurde, ist im Nachhinein schwer zu verstehen. Der wesentliche Grund dürfte wohl tatsächlich in der Seltenheit der Art in Kombination mit der Ähnlichkeit zu anderen Arten liegen.

3.3. Typenmaterial

Tautel & Lévêque (2025: 154) listen: "Holotype (fig. 34, 56 et 106). ♂, Maroc, [région de Fès-Meknès], [Province d’Ifrane], [Moyen-atlas], Ifrane, 1–15-vI-1948, coll. P. H. Buckwell, prép. gén. Patrice Leraut n° 12685 (fig. 65 et 78, 91), n° d’inventaire (MNHN) EL83768, in MNHN. Paratypes. 1 ♂ et 8 ♀♀. – 1 ♀, Maroc, [région de Fès-Meknès], [Province de Boulemane], Douira ( 24 ), 7-vI-[19]57, Thami Benmessaoud & Abderraahmane D OGHMI leg., coll. Ch. Rungs, n° d’inventaire (MNHN) EL93772, in MNHN. – 1 ♂ (fig. 35 et 107), Maroc, [région de Béni Mellal-Khénifra], [Province de Khénifra], Moyen-atlas, quaoumana [Ouaoumana], 800 m, 8-v-2005, Rolf Bläsius leg., in HLC. ~~ 1 ♀ (fig. 111), [Béni Mellal-Khénifra], [Khénifra], [Moyen-atlas], aït Ishaq (25 ), 12-v-1944, Charles Rungs leg., coll. Ch. Rungs, n° d’inventaire (MNHN) EL93765, et 1 ♀, idem, n° d’inventaire (MNHN) EL93774, toutes les deux in MNHN. – 2 ♀♀ (fig. 36 et 109), Maroc, [Béni Mellal-Khénifra], [Province d’azilal], Haut-atlas, Demnate vic. (26 ), 1 100 m, 3-vI-2013, Rolf Bläsius leg., dont 1 ♀ (fig. 109), prép. gén. Harald Lahm n° GU_1330 (fig. 102), toutes les deux in HLC. – 1 ♀ (fig. 110), Maroc, [Béni Mellal-Khénifra], [azilal], Haut-atlas, Demnate vic., 1 400 m, ab ovo, 1-x-2010, Rolf Bläsius leg., ex coll. Harald Lham [sic! recte Lahm], in coll. CTC. Ce spécimen (dessus et dessous de l’habitus) est également figuré sur le site LepiWiki. – 1 ♀ (fig. 37 et 57), Maroc, [Béni Mellal-Khénifra], [azilal], [Haut-atlas], Demnate vic., aït M’Hamed, 1 100 m, 22-vI-2013, Rolf Bläsius leg., ex coll. Cl. Tautel, prép. gén. Cl. Tautel n° CT 945 (fig. 101), n° d’inventaire (MNHN) EL83769, in MNHN. – 1 ♀ (fig. 108), Maroc, [région de Marrakech-Safi], [Province d’al Haouz], Haut-atlas, Oukaïmeden, 3 000 m, 31-vII-1998, Rolf Bläsius leg., in HLC.

Weitere untersuchte Exemplare von anderen Gegenden Marokkos, von Algerien und Tunesien wurden nicht in die Typenserie aufgenommen.

3.4. Publikationsdatum der Erstbeschreibung

Die Alexanor ist bekannt dafür, dass die Beiträge immer erst Jahre später als auf dem Heftumschlag angekündigt erscheinen. Das hier betroffene Heft "Tome 31 janvier - juin 2023 Fasc._1-2" erschien nicht 2023, sondern nach Auskunft des Zweitautors am 23. Dezember 2025. Dass die Arbeit nicht 2023 erschienen sein kann, wird aus einem Satz der Arbeit selbst deutlich, denn S. 130 steht: « afin d’établir un état des lieux le plus complet possible de la distribution de l’espèce en Corse, nous dressons ci-dessous la liste des données chorologiques que nous avons pu tracer au 22 novembre 2025 à partir de diverses sources (entomothèques, littérature entomologique, sites Internet, communications personnelles) et selon nos propres observations [...] ». Da Seite 123 ganz unten steht "alexanor, 31 (2), 2023 (2025) : 123-174" - wird das Jahr 2025 auch aus der Arbeit selbst klar - es sind also keine eckige Klammern um das Jahr erforderlich.

(Autor: Erwin Rennwald)

3.5. Literatur

  • Bubaček, O. (1923): Sammelausbeute aus Korsika [in Bericht der Sektion für Lepidopterologie, Versammlung am 3. Februar 1922]. — Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien, 72: [28]-[34]. [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org]
  • Hausmann, A. (2004): The Geometrid moths of Europe 2: Sterrhinae: 1-600. Stenstrup (Apollo Books).
  • Hübner, J. [1790-1833]: Sammlung europäischer Schmetterlinge 5: pl. 1-113.
  • Erstbeschreibung: Tautel, C. & A. Lévêque (2025): Idaea altivolaria (Bubaček, 1923), espèce tyrrhénienne, et les taxa associés à Idaea sericeata (Hübner, [1813]), avec la description de deux nouvelles espèces (Lepidoptera Geometridae Sterrhinae Sterrhini) . — Alexanor, 31 (2): 123-174.