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LebendfotosFalterBiologieNahrung der RaupeWeitere InformationenEtymologie (Namenserklärung)TaxonomieFaunistikTypenmaterialLiteratur

2. Biologie

2.1. Nahrung der Raupe

  • [Asteraceae:] Schizogyne sericea (Seidenhaarige Schizogyne)

Der Holotypus wurde als Raupe an Schizogyne sericea gefunden. Diese Pflanze kommt auf den Kanarischen Inseln vor, darüberhinaus nur noch auf den zu Madeira gehörenden Ilhas Selvagens. Falck & Karsholt (2026: 39) erläutern: "The larva is blackish brown with wide white stripes. It mines the fresh leaves of Schizogyne sericea (L. f.) DC., the frass is expelled through a circular hole, and pupation often takes place within the mine (Klimesch, 1984, p. 168). Most of the adult specimens were attracted to light and a few disturbed from the hostplant." Klimesch (1984: 168) hatte zu dieser Art detailliert geschrieben: "Die Raupe miniert in den fleischigen Blättern von Schizogyne sericea. Die Jugendmine (Fig. 84a,b) ist meist oberseitig, seltener unterseitig, ca. 25-30 mm lang, gangartig, ca. 0.75-1.5 mm breit, epidermal, mit unregelmässig ausgenagten Rändern, variabel, manchmal mehr in die Breite gehend, dann kürzer und vom Zentrum in unregelmässigen Vorstössen ausgehend. Die minierten Stellen erscheinen hellbräunlich, sind nicht durchscheinend und schrumpfen etwas ein, wodurch die von der Mine betroffene Stelle leicht runzelig erscheint und das Blatt im späteren Verlauf einbiegt. Die Mine ist kotfrei, der Kot wird durch ein kreisrundes Loch ausgestossen (Fig. 84c). Die Mine wird gewechselt, die erwachsene Raupe frisst das gesamte Parenchym des Blattes auf. Die Verpuppung findet häufig im unteren Teil des minierten Blattes statt zwischen leichtem Gespinst. Vor der Verpuppung sondert die Raupe einen Tropfen roter Flüssigkeit ab. Die erwachsene Raupe ist in ihrer kontrastreichen Zeichnung und in ihrem lebhaften Gehaben sofort als Brachmia zu erkennen: schwarzbraun mit breiten weissen Querstreifen; bei Störungseinflüssen zeigt sie eine zitternde Bewegung der vorderen Körperpartien und bringt sich durch plötzliches Wegschnellen in Sicherheit."

(Autor: Erwin Rennwald)

3. Weitere Informationen

3.1. Etymologie (Namenserklärung)

Falck & Karsholt (2026: 39) erklären: "The species name refers to the fact that it was hitherto known as Brachmia sp."

3.2. Taxonomie

Klimesch (1984: 167) hatte zu dieser Art noch mitgeteilt: "Brachmia sp.: Eine kleinere Art, die der ähnlichen Brachmia infuscatella Rebel von den Azoren nahezustehen scheint, konnte noch nicht restlos geklärt werden. Es wird daher hier von einer Benennnung Abstand genommen und es werden lediglich eine Kurzdiagnose der Imago sowie Beobachtungen über deren Entwicklungsphasen gebracht." Erst Falck & Karsholt (2026: 39) wagten sich dann an eine Benennung, aber auch ihre Barcoding-Ergebnisse lassen noch viele Fragen offen. So teilen sie mit: "DNA barcodes: We obtained full length DNA barcodes (658 bp) from four specimens and DNA barcode fragments of 629 bp and 584 bp from two specimens. H. brachmiaella is divided into three well-separated sub-groups comprised by specimens from Tenerife and Gran Canaria (3 specimens), El Hierro (1 specimen) and La Palma (2 specimens) respectively. While within group variation is very low, the three sub-groups are very divergent with uncorrected p distance between Tenerife + Gran Canaria and El Hierro being 4.64 %, the distance between Tenerife + Gran Canaria and La Palma being 2.66 % and the distance between El Hierro and La Palma being 2.72 %. The barcodes fall within three Barcode Index Numbers (BIN) BOLD: AGD8570 (Tenerife and Gran Canaria), BOLD: AGD8573 (El Hierro) and BOLD: AGD8572 (La Palma). The maximum intraspecific p-distance is very high 6.56 %. The nearest neighbour is an unnamed Gelechiidae species from Honduras with a 5.31 % divergence. The nearest neighbour in the genus is Helcystogramma albinervis (Gerasimov, 1929) with a 6.19% divergence." Hier sind also weitere Studien nötig, um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine Art mit mehreren Barcodes handelt, oder ob hier doch eventuell mehrere Arten beteiligt sind. Einbeziehung von Kern-DNA könnte hier hilfreich sein.

3.3. Faunistik

Falck & Karsholt (2026: 39) schreiben zur Verbreitung ihrer neuen Art: "Known only from the islands of Gran Canaria, Tenerife, La Gomera, La Palma and El Hierro. Probably endemic to the Canary Islands, Spain." Der Falter fehlt - wie auch seine Raupennahrungspflanze - auf Fuerteventura.

3.4. Typenmaterial

Falck & Karsholt (2026: 38) schreiben zum Holotyus: "Holotype ♂: SPAIN, LA GOMERA, La Calera, e.l. 5-IV-1972, Schizogyne sericea, leg. J. Klimesch (ZMUC)." Auch alle Paratypen stammen von den Kanarischen Inseln, verteilt auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro."

(Autor: Erwin Rennwald)

3.5. Literatur